Von Warp-Geschwindigkeit, Star Trek und Leben im Universum

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Metin Tolan erklärt die Star-Trek-Physik Foto: Marcus Brock

Jede Menge Physik und ganz viel Star Trek gab es gestern Abend im Freibad Dellwig. Dr. Metin Tolan, Professor für Experimentelle Physik von der Uni Dortmund war bereits zum dritten Mal zu Gast und hielt einen witzigen, spannenden und erstaunlich verständlichen Vortrag über das Universum.

Über 80 Leute, zum Teil weder Star Trek-Fans noch Naturwissenschaftler lauschten den Erklärungen des Professors. „Ich habe ALLE Star-Trek-Folgen zuhause!“ saß neben „Ich hab noch nie auch nur eine Folge gesehen!“ – und alle hatten Spaß! Dafür sorgte der rhetorisch brillante Dozent und Entertainer, dem man bei jedem Wort anmerkt, dass Physik seine große Leidenschaft ist.

Über 80 Leute verfolgten gebannt den Vortrag. Foto: Marcus Brock

Gibt es Leben im All?

Ist das Universum lebensfreundlich, wie bei Star Trek? Gibt es „Planeten der Klasse M“? Ist da Leben möglich? Ja! Einer davon ist Kepler452b. Der erdähnlichste bisher gefundene Planet ist 1,6 Mal größer als die Erde, dort hat ein Jahr 385 Tage.

Das Universum ist darauf vorbereitet, dicht besiedelt zu sein – aber es ist auch eines: Verdammt groß! Tolans Prognose sagt voraus, dass in den nächsten Jahrzehnten Leben im All entdeckt wird. Doch woran erkennt man intelligente Lebensformen? Ausgerechnet an Radio- und Fernsehwellen – diese Signale müssen jedoch erst einmal andere Zivilisationen erreichen! Und dann müssten diese Wesen ja auch in etwa auf dem gleichen Stand sein, wie wir. Vielleicht war Kepler452b ja bereits von menschenähnlichen Wesen bewohnt – der Planet ist immerhin 1,5 Milliarden Jahre älter als die Erde. Vielleicht nahmen die Bewohner damals Kontakt auf – und unsere Dinosaurier haben’s versaut…

Star Trek – erfolgreicher ist keine andere Serie

„Star Trek ist nicht Telekolleg, alles stimmt da nicht“, so Tolan. „Aber man hat sich große Mühe gegeben, dass es wenigstens physikalisch funktionieren könnte!“ Für lächerliche 50 Dollar beriet ein Student die Macher der bislang erfolgreichsten Serie, deren erste Folge vor knapp 50 Jahren über die Bildschirme flimmerte – und in den 60er Jahren wegen Erfolglosigkeit aus dem Programm genommen werden musste. Inzwischen gibt es insgesamt 726 Star-Trek-Episoden, das ist genug für 24 volle Tage!

Dr. Tolan und die erfolgreichste Serie der Welt. Foto: Marcus Brock

Das und viele andere spannende Dinge über das Universum, Warp-Antrieb und sogar Zeitreisen erklärte Professor Tolan dem erstaunten Publikum. Nach den Vorträgen „James Bond und die Physik“ und „Die Physik des Fußballspiels“ war dies nun hoffentlich nicht der letzte Themenabend mit dem Professor für experimentelle Physik.

Fotos: Marcus Brock