Ausgerasteter Jobcenter-Kunde ist polizeibekannt – „Solche Angriffe sind selten – verbaler Streit kommt öfter vor“

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(Foto: Rundblick)
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Der rabiate Kunde, der am Dienstagmittag im Jobcenter ausrastete und zwei Mitarbeitern Verletzungen zufügte, ist bei der Unnaer Polizei kein unbeschriebenes Blatt.

„Der Beschuldigte ist bei uns bekannt und wird zwecks verantwortlicher Vernehmung vorgeladen“, berichtete uns Polizeisprecherin Ute Hellmann heute Mittag auf Nachfrage nach der Gewaltattacke vom Vortag.

Wie berichtet, war der Mann gestern gegen 12.30 Uhr im Jobcenter am Nordring ausgeflippt. Er zerschmetterte mit einem Feuerlöscher eine Bürotür aus Sicherheitsglas, bedrohte eine Mitarbeiterin und verletzte sie und einen Kollegen, der ihr zur Hilfe eilte, leicht.

Sodann stürzte er aus  dem Gebäude und rannte in Richtung Innenstadt davon. Da seine Personalien im Jobcenter bekannt sind, konnte die Polizei den 37 jährigen Unnaer schnell ausfindig machen. Er wird nun angehört und und muss sich wegen Bedrohung, Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.

Weshalb der Mann derart die Nerven verlor und sich zum körperlichen Angriff hinreißen ließ, darf das Jobcenter – an das die Polizei für alle weitergehenden Fragen verwies – aus Datenschutzgründen nicht preisgeben. Dies erklärte uns heute die Sprecherin des Jobcenters Unna, Katja Mintel. „Wir kennen die Hintergründe in diesem Fall noch nicht einmal, ich dürfte Ihnen darüber aber auch keine Auskunft geben“, bat sie im Gespräch mit unserer Redaktion um Verständnis.

Tätliche Angriffe gegen Mitarbeiter kommen in den in den Jobcentern des Kreises Unna „eher selten“ vor, sagt Katja Mintel. „Zum Glück beschränkt es sich meist auf verbale Auseinandersetzungen.“ Mit anderen Worten zu Beschimpfungen, lautstarkem Streit. Aber eben selten zu Handgreiflichkeiten.

Zur Frage der Sicherheit: „Das ist natürlich Thema. Es gibt Konzepte, die zusammen mit der Polizei ausgearbeitet werden. Wir sind froh, dass sie bisher greifen.“ In den Jobcentern sei kreisweit Security eingesetzt, so die Sprecherin.

Um Verständnis bittend, möchte sie diese Sicherheitskonzepte nicht näher erläutern, „dann wären sie ja nicht mehr sicher.“ Doch „wir sind gut aufgestellt.“

Für aggressive Kunden wie den rabiaten 37 Jährigen von gestern Mittag gebe es durchaus die Möglichkeit eines Hausverbotes. „Solche Hausverbote“, konkretisiert Katja Mintel, „wurden auch schon ausgesprochen.“

Im Jobcenter am Nordring (im Gebäude der Arbeitsagentur) sind laut laut der Jobcenter-Sprecherin momentan 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Das andere Jobcenter ist mit der gesamten Verwaltung im gläsernen Büroturm am Bahnhof untergebracht.

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