Sensationsfund in Schwerte: 2000 Jahre alte Siedlung entdeckt

0
245

Wie der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einer Pressemitteilung berichtet, haben Archäologen in Schwerte-Wandhofen Spuren einer Siedlung aus der Eisenzeit entdeckt – über 2.000 Jahre alt.

Ein Gewerbegebiet sollte hier im Auftrag der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) entstehen, doch bereits an der Oberfläche fanden sich Keramikscherben. Die Archäologen vermuteten Siedlungsspuren und übernahmen die Ausgrabungen. Nun der Sensationsfund: Tatsächlich wurden Reste einer Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit gefunden, datiert auf die letzten Jahrhunderte vor Christi Geburt.

Die Experten des LWL fanden einen vollständig erhaltenen Gebäudegrundriss. 4 mal 5 Meter war das Haus, wohl eine kleine Hofanlage, groß. Zwei weitere Gruben, wahrscheinlich Vorratsspeicher, stellen einen seltenen Fund für Westfalen dar. Die Archäologen entdeckten außerdem eine Menge an Brandschutt – Teile der Siedlung wurden wohl Opfer eines Feuers, die Überreste wurden anschließend aufgeräumt und beseitigt.

Neben einem Hausgrundriss kam auch eine ungewöhnliche Grube zum Vorschein, in der vermutlich Nahrung gegart wurde. Mengen an Holzkohle und anderer verkohlter Pflanzenreste sowie die verziegelten Wände der Grube deuten auf eine Feuerstelle hin. Die Pflanzenreste werden nun analysiert. Ein solcher Befund gilt in Westfalen bislang als einzigartig.

„Die Grabungen sind vor Ort abgeschlossen. Da dort ein Gewerbegebiet errichtet wird, ist von der Ausgrabung leider nichts mehr zu sehen. Die Funde werden in das Zentrale Fundarchiv der LWL-Archäologie in Westfalen gebracht, das sich in der Speicherstadt in Münster-Coerde befindet.“ informierte uns Nils Wolpert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Die Steine am Boden einer großen Grube deuten darauf hin, dass darin Fleisch und Gemüse gegart wurde; Foto: LWL/M. Baales
Pfostengruben
Aus 18 tiefen Pfostengruben bestand der vollständig erhaltene Grundriss eines Gebäudes; Foto: LWL/M. Baales