Unnas Grüne für Fortführung des Go-In-Systems im Kreis

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Erst am letzten Montag berichteten wir vom Vorstoß der Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, das sogenannte Go-In-System an den Schulen abzuschaffen.

Rückendeckung bekam sie dafür von Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr. „Die Kinder verstehen nichts, und die Lehrkräfte sind überfordert.“, so der Bürgermeister. „Gelebte Integration sieht anders aus.“

Die Grüne Kreistagsfraktion sieht das nun anders. Das „Go-In-Konzept“ (Modellprojekt zur potenzialorientierten Beschulung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen) findet kreisweit grundsätzlich Zustimmung“, heißt es in einem Schreiben an Landrat Makiolla.

Das System zugunsten von Auffangklassen abzuschaffen, sei ein Rückschritt, denn dort seien die neu zugewanderten Kinder abgeschirmt und ohne den direkten Kontakt zu ihren Altersgenossen. Es gebe keine Möglichkeit, in sich in Pausen oder Freizeit kennenzulernen und auszutauschen, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Herbert Goldmann. Die sprachlichen Lernerfolge seien in Auffangklassen sogar gefährdet.

Hier das Schreiben im Wortlaut:

Das „Go-In-Konzept“ (Modellprojekt zur potenzialorientierten Beschulung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen) findet kreisweit grundsätzlich Zustimmung.

Zeitnah wird für die Kinder und Jugendlichen die sprachliche und soziale Integration innerhalb des Regelunterrichts und des Schulalltags ermöglicht. Die aufnehmende Schule organisiert parallel dazu Förderunterricht/-gruppen, in denen die neuzugewanderten Kinder intensiv die deutsche Sprache erlernen. Das wissenschaftlich nachhaltig begleitete Projekt des Kommunalen Integrationszentrums (KI) in Bergkamen bietet strukturell abgesicherte Beschulung und klare Zuständigkeiten. Durch geordnete Verfahrensabläufe und den Einsatz qualifizierten Personals bietet das KI eine gute Einschätzung der ankommenden Kinder und Jugendlichen, um sie potenzialgerecht an entsprechende Regelschulen weiter zu empfehlen. Die Sprachförderung erfolgt innerhalb des Schulalltags. Zusätzlich erhalten die Lehrkräfte der aufnehmenden Schulen Unterstützung und umfangreiche Material- und Methodenberatung.

Dieses gute System zugunsten eines Konzepts der „Auffangklassen“ abzuschaffen, würde einen folgenschweren Rückschritt darstellen: die neu zugewanderten, fremdsprachigen Kinder und Jugendlichen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Sprache säßen in diesen „Auffangklassen“, abgeschirmt von den deutschen. Ohne Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens oder der einfachen Integration über die gemeinsame Pausen- oder Freizeitgestaltung. Die sprachlichen Lernerfolge bleiben aus, bzw. verlangsamen sich, da die Schülerinnen und Schüler dieser Auffangklassen untereinander im Schulalltag kein natürliches Korrektiv haben und sich falsche Spracheigenschaften zu verfestigen drohen.

Wir bitten um Zustimmung und stehen zur näheren Erläuterung zu weiteren Gesprächen bereit.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Goldmann, Fraktionsvorsitzender

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