Grüne halten an Go-In-Klassen fest, FDP kritisiert

0
275
Symbolbild. (Foto: Pixabay, stevepb)

Wie wir berichteten, möchte der Schwerter Bürgermeister Heinrich Böckelühr Go-In-Klassen für Flüchtlingskinder abschaffen, NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will dieses prüfen. Auf diesen Vorstoß reagierten die Grünen mit Unverständnis.

Inzwischen hat sich unter den Parteien des Kreises ein munterer Schlagabtausch entwickelt.
So meldete sich am Donnerstag auch die FDP zu Wort: In einer Pressemitteilung kritisiert sie die Haltung der Grünen beim Thema Go-In Vorstoß scharf und lehnen den Antrag an Landrat Makiolla ab.

Für den FDP-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Michael Klostermann ist der grüne Antrag völlig übereilt. Wie bei der übereilten Inklusion werde hier Politik auf Kosten von Schulkindern gemacht. Im Vordergrund stehen nach Auffassung der Freidemokraten einzig und allein die Interessen der betroffenen Schülerinnen und Schüler.

„Das schnelle Erlernen der deutschen Sprache als wichtigster Schlüssel zur Integration muss im Vordergrund stehen.“, fügt der bildungspolitische Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion, Julius Will, hinzu. Das Go-In-System ist kein völlig falscher Ansatz. Allerdings muss es auch vor dem Hintergrund der großen Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die ins Schulsystem integriert werden müssen, beurteilt werden. „Was in Zeiten sehr geringer Integrationsquoten unschädlich war, muss heute nicht zwangsläufig richtig sein.“, findet Will laut Pressemeldung.

Die Grünen reagierten prompt auf den Hysterie-Vorwurf der FDP.

Herbert Goldmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion, erklärt: „Wir möchten nach der Sommerpause den Landrat beauftragen, frühzeitig bei der Ministerin zu intervenieren. Denn wenn ein Minister-Erlass erst einmal in der Welt ist, ist dieser bindend. Also kann nicht von Hysterie oder einem „übereilten Antrag“ gesprochen werden.“

Die Politik im Kreis Unna habe durch die Schulträger viele positive Rückmeldungen erhalten. „Sicher gibt es an einigen Stellen auch den Bedarf zum Nachjustieren“, so Goldmann. Das grundsätzliche System will er aber nicht in Frage stellen.

Man möchte diskutieren, darum habe man den Antrag gestellt, so der Fraktionsvorsitzende.