JVA Dortmund akut überfüllt – 50 % Ausländer

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Akute Überfüllung meldet die Justizvollzugsanstalt “Lübecker Hof” Dortmund. Mit 430 Häftlingen ist die 115 Jahre alte Anstalt momentan überbelegt, berichtet das Lokalradio 91,2.

Nach den Worten des Gefängnisdirektors ist ein weiteres Problem der momentan hohe Ausländeranteil in der JVA. Jeder zweite Inhaftierte ist Migrant. Daraus resultierten zum einen Sprach- und zum anderen Integrationsprobleme.

Laut dem Direktor, der erst seit Juni neu im Amt ist, bietet die Anstalt bereits spezielle Dolmetschersprechstunden an, in denen den nichtdeutschen Insassen die Grundregeln einer Haftanstalt erklärt werden.

Dass so viele Ausländer inhaftiert sind, begründet der JVA-Direktor auch damit, dass der “Lübecker Hof” ein Gefängnis für Untersuchungshäftlinge sei und bei Migranten höhere Fluchtgefahr bestehe.

Anmerkung der Autorin: Der 50 Prozent-Anteil deckt sich mit dem der JVA Bielefeld. Quelle: persönliche Info durch den stellv. Leiter der Anstalt, Martin Wulfert.


Die Zahl der Tatverdächtigen mit nichtdeutscher Herkunft liegt im Bereich des Polizeipräsidiums Dortmund (mit Dortmund und Lünen) unverändert hoch. Sowohl für das Jahr 2015 wie für 2016 weist die Kriminalitätsstatistik rund 45 Prozent Tatverdächtige mit nichtdeutscher Nationalität aus (ohne deutschen Pass). Eine weitergehende Aufschlüsselung z. B. nach “Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund” nimmt die Statistik bislang nicht vor.

2014 lag der Anteil nichtdeutscher Straftatverdächtiger in Dortmund und Lünen bei 38 Prozent.

Die meisten waren 2015 und 2016  türkische Staatsbürger, gefolgt von Rumänen, Syrern, Marokkanern, Polen und Albanern. Allerdings wies die Polizei schon häufig darauf hin, dass eine genaue Zuordnung der Verdächtigen aus Nordafrika und den arabischen Staaten oft nicht möglich sei, da es nicht selten “Mehrfachidentitäten” gebe – Tatverdächtige mit zwei, drei und mehr unterschiedlichen Namen, Geburtsdaten und/oder Nationalitäten, womit häufig mehrfacher Leistungsbezug einhergeht.

Ein Viertel aller Tatverdächtigen – rund 25 % – waren 2015 und 2016 in Dortmund Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre), Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) sowie – zu 2,5 Prozent – sogar Kinder (bis 14 Jahre). Dieser Anteil blieb im Vergleich zu 2014 nahezu unverändert.