Kirche bietet “politische Exkursionen” für Flüchtlinge

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Fußballmuseum, Hindutempel, Landtag oder Freilichtmuseum stehen auf dem Ausflugsprogramm.

Damit geflüchtete und zugewanderte Menschen mehr über Land, Leute und besonders die deutsche Politik erfahren, bietet der Evangelische Kirchenkreis Soest von September bis November spezielle politische Exkursionen an. Finanziert wird das neue Angebot vom Kreis Soest.

Mit dem Reisebus soll es quer durch NRW gehen – nicht zu bloßen Sightseeing-Zwecken, sondern mit dem Ziel einer schnelleren und besseren Integration, teilt der Kirchenkreis Soest mit. Sein Angebot der “politischen Exkursionstage” richtet er auch an Einheimische, vornehmlich aber an Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer.

Folgendes schreibt der Kirchenkreis auf seiner Website zu dem neuen Angebot:

„Was macht Deutschland aus?“, „Wie tickt dieses Land und wie ticken die Menschen, die hier leben?“, „Was muss man über Deutschland wissen, wenn  man hier leben will?“ – Fragen, die für Flüchtlinge, die sich in Deutschland integrieren und dauerhaft hierbleiben wollen, oft von elementarer Bedeutung sind. Aber auch Fragen, auf die sie häufig keine Antworten bekommen.

Mit der Reihe „Deutschland erleben – Politische Exkursionstage für Geflüchtete und Einheimische“ möchte die Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Soest genau dies ändern. Fünf Fahrten wird es deshalb im Zeitraum September bis November geben.

Fahrten, die in erster Linie für Geflüchtete und ihre ehrenamtlichen Unterstützer gedacht, grundsätzlich aber für alle Interessierten offen sind. „Wir wollen zusammen die Politik und die Geschichte Deutschlands erkunden“, erklärt Maria Schubert, Leiterin der Erwachsenenbildung, das Konzept.

Das Geld für diese Exkursionen stellt im Übrigen der Kreis Soest zur Verfügung stellt.

„In der Regel“, so Hans-Albert Limbrock, „kennen die Geflüchteten ihre Kommune, der sie zugewiesen wurden und vielleicht noch die Nachbarstadt, in die sie zum Sprachkurs fahren.“ Informationen über das, was Deutschland definiert – Politik, Wirtschaft, Religion, Sport, Freizeit usw. – bekommen sie allenfalls aus dem Internet oder dem Fernsehen.

Mit den Exkursionstagen soll Deutschland direkt erlebbar werden. Die Fahrten führen dabei zu völlig unterschiedlichen Zielen:

Am 8. September ist zunächst das Fußballmuseum in Dortmund das Ziel.

Von dort geht es dann am Nachmittag weiter zum Hindu-Tempel nach Hamm-Uentrop. Hier sollen die Exkursions-Teilnehmer erleben, dass Religionsfreiheit in Deutschland ein hohes Gut ist.

„Westfalen gestern und heute“ ist der Titel der zweiten Fahrt am 23. September. Dann geht es ins Freilichtmuseum nach Detmold. Diese Fahrt richtet sich speziell auch an Familien mit Kindern.

In Duisburg wird am 23. Oktober mit dem Besuch der Hüttenwerke Krupp Mannesmann ein Kapitel der deutschen Wirtschaft greifbar: „Arbeit und Industrie in Deutschland“ ist dieser Tagesausflug, zu dem auch eine Erkundung von Europas größtem Binnenhafen gehört, überschrieben.

Die Politik und ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte stehen am 23. November in Düsseldorf im Blickpunkt, wenn zunächst der Landtag besucht wird. Nachmittags steht dann die leidvolle Geschichte der jüdischen Bevölkerung während der NS-Zeit im Mittelpunkt.

Um deutsche Geschichte geht es auch bei der Abschlussfahrt am 28. November. Dann ist die Gedenkstätte „Point Alpha“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Bad Hersfeld das Ziel. „Hier werden die Geflüchteten erfahren, dass Flucht und Trennung auch in Deutschland ein großes Thema waren“, erklärt Margot Bell.

Zu allen Fahrten ist eine frühzeitige Anmeldung unbedingt erforderlich. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es bei Erika Deifuß, 02921/396151, erika.deifuss-at-kka-online.de oder Hans-Albert Limbrock, 02921/396145, hans-albert.limbrock@kirchenkreis-soest.de