Merkel in Dortmund: SPD ignoriert – Autobosse attackiert

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Fahrverbote für Diesel in den Städten stehen drohend bevor – nicht gut für die wahlkämpfende Politik so wenige Wochen vor der Bundestagswahl. Also Abteilung Attacke.

Mit scharfer Kritik an der Autoindustrie ging entsprechend der Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in der kleineren Dortmunder Westfalenhalle einher. Sie griff die Autobosse zum Start in die heiße Wahlkampf-Phase wegen der Diesel-Affäre scharf an.

„Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt“, zitiert die Berliner Zeitung die Kanzlerin, die zum Start in die heiße Wahlkampfphase vor dem CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA) in Dortmund sprach. „Da muss gehandelt werden.“ Den SPD-Vorstoß für eine europaweite Quote für Elektroautos wies Merkel als unrealistisch zurück.

„Was machen wir denn, wenn sie nicht eingehalten wird?“

Aus der SPD war scharfe Kritik an der Kanzlerin gekommen, weil sie wegen wegen ihres Sommerurlaubs nicht am Diesel-Gipfel  Anfang August mit den Unternehmen teilgenommen hatte. Da Fahrverbote in den Städten drohen, gilt das Thema als heißes Wahlkampf-Eisen.

Der Spiegel-Berichterstatter attestierte der Veranstaltung eine gewisse Lahmheit. Von Kanzlerineneuphorie und Siegesgewissheitstaumel sei nichts zu spüren gewesen. „Echte Emotionen wollen an diesem Tag bei den Konservativen nicht aufkommen.

„Als Merkel die Bühne betritt, geht der müde Applaus im Lärm der Popmusik unter, die aus den Boxen scheppert“,

fasst der Reporter seinen Eindruck von Merkels Auftritt zusammen, in dem sie ihren Herausforderer Martin Schulz schlicht ignoriert habe. „Nur ein einziges Mal als sie über die Rente mit 67 spricht, greift sie die SPD direkt an. Das klingt bei Merkel dann so: „Es gibt einen Dissenz mit der Sozialdemokratie.“

Dem Focus-Berichterstatter fiel im Publikum auf, dass dort „entweder sehr alte Menschen oder sehr junge“ versammelt waren.

Der inhaltliche Fokus von Merkels ca. 40 Minuten langer Rede lag auf Arbeitl: bis 2025 Vollbeschäftigung, also unter 3 Prozent Arbeitslosigkeit. Da gibt es in Dortmund und auch im Kreis Unna noch dicke Bretter zu bohren. In der Großstadt liegt die Quote aktuell bei über 11 Prozent. Im Kreis Unna bei durchschnittlich ca. 8 Prozent.

Sie wird auf ihrer „Deutschlandtournee“ bis zur Wahl am 24. September noch 50 Stationen abklappern.

Einen kleinen Protestaufmarsch von AfD-Aktiven gab es vor der Westfalenhalle ebenfalls. „Merkel heute in der Westfalenhalle. Etwa 50 Patrioten empfingen sie. Rufe wie, „Merkel muss weg“ und ein lautes Trillerpfeifenkonzert begrüßten sie“, schildert Hans-Otto Dinse vom Kreisverband Unna die Aktion. „Meinen Ruf, „Meineidkanzlerin“ kannte sie ja schon aus dem Saarland. Auch unser Transparent, „unsere Stimme…..“ war natürlich dabei und brachte den Einen oder Anderen vorbeieilenden CDUler dazu, mit uns einige Worte zu wechseln. Ein Interview mit der „Deutschen Welle“ konnte ich auch noch machen. Der WDR filmte uns, verlangte aber kein Interview, obwohl doch bei unseren Veranstaltungen die Gegendemonstranten immer ausführlich zu Wort kommen. Anmerkung, für die Antifa war das Wetter und die Uhrzeit wohl nicht passend. Oder hatte Mama nicht geweckt und keine Frühstücksbrote gemacht? Die Polizei, wie immer zu unserem Schutz aufmarschiert, hatte einen entspannten Vormittag.“