Stadtfest 2017 mit passgenauem Sicherheitskonzept

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Auch für das diesjährige Stadtfest haben Veranstalter und Experten ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt. Bereits bei der Festa Italiana hatte dieses reibungslos funktioniert. Das Konzept wird jährlich angepasst und weiterentwickelt, man reagiert auf alte wie neue Bedrohungen.

„Das Veranstaltungsgebiet wird an bestimmten Standorten mit geeigneten Mitteln vor rasch einfahrenden Fahrzeugen geschützt. Das wird seit Frühjahr 2017 bei allen großen Veranstaltungen in Unna, auch beim Westfalenmarkt oder der Festa Italiana, so gemacht“, erklärt Horst Bresan vom Stadtmarketing.

Aus Loveparade-Katastrophe gelernt

Auch eine sogenannte Besucherlenkung wird greifen, wenn es auf den Hauptwegen zu voll wird. Dann werden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Gäste des Stadtfestes auf Nebenstraßen umleiten, dies soll eine Massenpanik ausschießen. Muss das Fest wider Erwarten geräumt werden, stehen ausreichend Fluchtwege zur Verfügung.

Wird es zu voll, greift die Besucherlenkung. (Foto: Stadtmarketing)

Seit der Love-Parade-Katastrophe im Jahr 2010, bei der es insgesamt 21 Todesopfer und mehr als 500 Verletzte gab, werden die Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen immer wieder genau unter die Lupe genommen und jährlich angepasst – auch in Unna.

Es wird abgeschleppt!

Dazu gehört auch das leidige Parkthema: Es wird wieder rigoros abgeschleppt, denn die Unnaer Straßen sind mitunter schmal und das kann im Ernstfall zum Sicherheitsproblem werden.

Am Rand der Veranstaltungsfläche stehen in regelmäßigen Abständen Einsatzkräfte und Sanitäter, die schnell helfen können. Der Parkplatz Schulstraße wird Basisstation für DRK und Feuerwehr, vor der Volksbank wird es eine kleinere Anlaufstelle für Erste-Hilfe-Maßnahmen geben.

Das Deutsche Rote Kreuz hatte auf dem letzten Stadtfest 23 Einsätze – in erster Linie Schnittverletzungen – zu vermelden, was für eine Veranstaltung dieser Größenordnung unterdurchschnittlich wenig ist. Über 30 Sanitäter und ein Notarzt waren im Einsatz.

„Ist Luisa hier?“

Auch Frauen sollen sich sicher fühlen auf dem Stadtfest, darum werden die Wirte wie schon bei der Festa auf die Frage „Ist Luisa hier?“ Frauen in Bedrängnis Schutz gewähren. Beim italienischen Fest haben Testfragen zum gewünschten Erfolg geführt, es gab jedoch keinen Ernstfall. Auch Meeting Points, an denen Taxis warten, werden eingerichtet.

Alle sollen sich sicher fühlen. (Foto: Stadtmarketing)

Und nicht zuletzt verweisen die Veranstalter auf das Heimwegtelefon. Dieses kann per App heruntergeladen werden und leistet nicht nur beim Stadtfest gute Dienste. Der Anrufer hat telefonische Begleitung auf dem Heimweg und strahlt dadurch nicht nur mehr Selbstbewusstsein aus – im Falle eines Übergriffs handelt der Gesprächspartner unmittelbar und informiert die Polizei.