Sozialwohnungen am Phoenixsee – im Schatten des Luxus

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 Der Phönixsee in Dortmund-Hörde gilt als Wohnlage der Gutbetuchten. Jetzt haben sich den Prachtvillen am See – Segelboote, Hafenflair – Sozialwohnungen hinzugesellt: knapp 30 Stück, öffentlich gefördert, Nettokaltmiete 5,25 Euro pro Quadratmeter.

Dass sich das ehemalige Malochergelände zum reinen Luxusviertel etabliert, ist Dortmunder Lokalpolitikern schon seit längerem ein Dorn im Auge, berichtet der WDR. Allerdings war die Forderung, dass auch Normalverdiener am See wohnen sollen, bisher mit den marktwirtschaftlichen Realitäten nicht vereinbar. Die Grundstückspreise auf dem früheren Hoesch-Areal sind stattlichst.

Deshalb gesellten sich jetzt also 29 öffentlich geförderte Wohnungen dazu, errichtet von einem Bauträger aus Hamm. Sie liegen allerdings nicht schön am Seeufer mit Blick auf glitzerndes Wasser und Segelboote, sondern, so beschreibt es der WDR-Reporter, “im letzten Winkel des großen Phoenixsee-Areals”. Wohnen in der letzten Reihe also. Dennoch kamen auf jede Sozialwohnung 3 und mehr Bewerber.

  25 Zweizimmer-Appartements bietet die Anlage, dort wohnen ausschließlich Senioren. Und Familien mit Kindern müssen sich um genau vier 100-qm-Wohnungen mit jeweils vier Zimmern balgen. “Der Gemeinschaftsraum mit Dachterrasse”, merkt der WDR-Redakteur kritisch an, “ist vermutlich der einzige Fleck, von dem aus die Bewohner den mehrere 100 mr entfernten Phoenixsee direkt sehen können.”

Bis 2018 soll die Gesamtzahl der geförderten Wohnungen am See auf ca. 80 steigen. Ihnen gegenüber stehen gut 1.000 Villen, luxuriöse Eigentumswohnungen und hochwertige (sprich teure) Mietwohnungen: Mieten von über 12 Euro kalt sind im Luxusviertel Phönixsee keine Seltenheit…

2 KOMMENTARE

  1. Vor nicht all zu langer Zeit war ich auch mal dort. Sieht gut aus, der See mit den Luxushäusern auf dem Gelände des Betriebes, wo ich früher meine Facharbeiterprüfung absolviert habe. Offensichtlich war in der ursprünglichen Planung vorgesehen, daß dort Luxushäuser gebaut werden sollten. Wenn dann jetzt einer auf die Idee kommt um ausgerechnet dort Sozialwohnungen zu bauen, dann hat er die Planung nicht begriffen oder die Absicht den ursprünglichen Planern gegen das Schienbein zu treten. Ich finde es auf jeden Fall nicht Sinnvoll.