Ich habe Schluss gemacht! – Das Ende der Tracking-App auf meinem Smartphone.

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Wenn man einmal mit dem Tracking von Kalorien und Makros gestartet hat, ist es schwer wieder davon loszukommen. Ich kann mich nicht mehr wirklich an den Zeitpunkt erinnern, wann ich angefangen tatsächlich täglich zu tracken. Ich denke aber, dass alles damit anfing, als ich das Erste Mal wirklich abnehmen wollte bzw. unzufrieden mit meiner Figur war und zwar trotz Sport. Wie ich Anfangs getrackt habe und warum ich jetzt Schluss gemacht habe erfährst du hier…

Als ich vor ca. 8 Jahren, dass erste Mal das Bedürfnis hatte was zu unternehmen, hatte ich kein Smartphone und keine schlaue App, die mir die Arbeit des Kalorienzählens abgenommen hat. Ich hatte also ein Tagebuch, wo ich ganz brav jeden Abend eingetragen habe, was ich den Tag über gegessen hatte. Makros und Mikros haben mich zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert und ich wusste auch gar nicht was das ist. Ich habe klassisch und einfach Kalorien gezählt. Das habe ich leider nicht wirklich durchgezogen :/ Ich mein wer hat schon Lust sich Abends hinzusetzen und von jedem einzelnen Lebensmittel mühsam die Werte aus dem Netz zu suchen. Ich jedenfalls nicht.

Zum Glück hatte eine gute Freundin (Katharina aus München) gerade auch das Bedürfnis, was für den Körper und die Gesundheit zu tun. Natürlich lag bei uns beiden das Ziel Abnehmen an erster Stelle. Wir haben uns dann im Fitnessstudio angemeldet und durch die Informationen, die wir da über Ernährung bekommen haben und das Training, purzelten auch die Pfunde.  Morgens gab es Müsli mit Eiweißshake oder Quark, Mittags Salat oder Gemüse sowie Kohlenhydrate und Abends keine Kohlenhydrate. Wir haben auf Sweets verzichtet uns aber dennoch satt gegessen.

Während meiner Ausbildungs- und Unizeit habe ich nicht mehr getrackt. Mein Gewicht hat immer so um die 5 Kilo geschwankt, was aber vollkommen in Ordnung war. 2014 sind wir dann mit dem Blog gestartet und somit wuchs auch wieder das Interesse an der Fitnessszene im Allgemeinen. Hier haben alle getrackt. Die Kalorienbilanz und die Makroverteilung musste stimmen. Auf das Thema Makros und insbesondere IFYM gehe ich in einem eigenen Blogartikel drauf ein. Das würde hier den Rahmen sprengen. Also habe auch ich mir eine App runtergeladen (Yazio) und habe angefangen zu tracken. Mal regelmäßiger, mal unregelmäßiger, mal gar nicht. Immer wenn ich mein Ziel erreicht hatte, hatte ich aufgehört zu tracken. Erst 2016 habe ich angefangen wirklich sehr regelmäßig zu tracken. Ich weiß es ist gerade mal etwas mehr als ein Jahr, aber für mich schon eine lange Zeit. Durch meine Ausbildung zum Medical Fitness Coach, viele Bücher, Blogs und Gespräche habe ich allerdings erkannt, dass es alles andere als gut ist, wenn ich nicht langsam wieder anfange auf meinen Körper zu hören und ich habe Schluss gemacht. Die App habe ich gelöscht, damit ich auch bloß nicht in Versuchung gerate, wieder anzufangen.

Und warum?

Durch dieses ganze tracken, habe ich nach und nach den Bezug zu meinem Körper verloren. Wann ich tatsächlich satt bin, wann ich wirklich H habe und auf was ich Hunger habe. Da ich immer nur so gegessen hatte, dass es in meine Bilanz gepasst hat, wusste ich gar nicht mehr, wie sich das eigentlich alles anfühlt. Für mich war somit der worst case eingetroffen.

Seit ca. 2 Wochen lebe ich jetzt ohne die Tracking App. Ich persönlich finde es wirklich nicht einfach, das Körpergefühl zurück zu bekommen und im Hinterkopf zähle ich trotzdem immer mal wieder mit. Dennoch bin ich fest überzeugt, dass ich nur ein paar Wochen durchhalten muss und sich nach und nach alles wieder so einstellt, wie die Natur sich das gedacht hat. Am Anfang war es echt komisch und das ist es auch jetzt noch. Nicht mehr tracken, nicht mehr ewig Gedanken machen, wie viel Kalorien habe ich noch offen, was kann ich noch essen. Es ist ein Teufelskreis, man denkt eigentlich die ganze Zeit darüber nach. Das ist ein weiterer Grund. Ich wollte mich bzgl. meiner Ernährung nicht mehr von einer App bestimmen lassen. Ich weiß einiges über eine gesunde und sinnvolle Ernährung und auch über Fitness und Fitnesstraining. Ich weiß auch, dass ich wieder dahin kommen werde, einfach so zu essen und vor allem auch zu leben, wie es mir passt. Schließlich ist genau das ja der Sinn. Die Natur hat uns ja  von Geburt an mit einem internen Tracker ausgestattet.

Ich werde euch auf jeden Fall nach ein paar Wochen mal berichten, wie es mir geht, wie es um mein Gewicht steht und wie ich mich fühle. Aktuell habe ich nämlich eher noch gemischte Gefühle und kann noch nicht 100%ig einordnen, wo die Reise hingeht. Jedoch werde ich auch hier niemals mein Ziel aus den Augen verlieren und daran Arbeiten genau dieses entsprechend zu erreiche. Schreibt mir falls ihr auch Schluss machen wollt, dann haben wir ein gemeinsames Ziel.

#notracking

Stay healthy, stay fit.

Eure Katharina

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