Furcht in Königsborn: Bedrohlicher psychisch kranker Mann erneut zurück

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Er ist SCHON wieder zurück und sorgt für sehr unangenehme Begegnungen auf den Straße in Königsborn – der bedrohliche psychisch kranke Mann, der eigentlich in der LWL-Klinik in Dortmund-Aplerbeck vermutet wurde.

Zum zweiten Mal hat sich der wegen wiederholter Gewalttaten aufgefallene Mittdreißiger (er schlug Frauen auf der Straße, überfiel eine Bäckerei) offenbar eigenmächig aus der Klinik abgesetzt.

Vor zwei  Tagen berichteten Königsborner erstmals erneut von unangenehmen Begegungen mit dem mittlerweile stadtteilbekannten Wohnsitzlosen; am heutigen Morgen schrieb eine junge Mutter eine aktuelle Warnung unter unseren damaligen ausführlichen Bericht über den Mann:

Wir hatten grade eine sehr unangenehme Situation mit dem Mann! Also  passt auf, er läuft wieder durch Königsborn,  nur mit einer neuen Frisur…“

Wir nahmen sofort Kontakt mit der Leserin auf, die uns bereitwillig ihre unangenehme Begegnung vom heutigen Mittwochmorgen schilderte.

„Ich war mit meinen beiden Kindern auf der Zechenstraße unterwegs, als er auf uns zugekommen ist und immer wieder mit dem Finger auf meine Kinder zeigte und irgendwas vor sich hin gelabert hat. Er beugte sich richtig zu ihnen runter.“ Die Königsbornerin eilte zu ihren Kindern hin, um sie zu schützen. „Da kam er auf mich zu, schaute mich böse an und erzählte irgendwas… und machte eine Drohgebärde, die ich schwer beschreiben kann….“

Es sei einfach eine sehr unangenehme Situation gewesen, schrieb uns die junge Frau. „Aber er ist uns nicht körperlich angegangen. Doch ich wollte so nett sein und meiner Nachbarschaft Bescheid sagen, dass er wieder da ist… Ich wäre jetzt so schlau und würde die Straßenseite wechseln!“ 

Statt zuvor lange, lockige Jahre trägt der Mann seine Haare jetzt kurzgeschoren  und hat auch keinen Bart mehr.

Die Straßenseite wechseln – das rät auch Polizeisprecher Thomas Röwekamp, den wir unmittelbar nach dem Kontakt mit der jungen Mutter anriefen.

„Nicht die Konfrontation suchen“, rät er dringend, „am besten geht man dem Mann aus dem Weg, wechselt die Straßenseite und geht nicht auf Provokationen ein.“ Die Schwierigkeit für die Polizei ist, dass sie niemanden festnehmen kann, „nur“ weil er andere Menschen böse anguckt oder wie im ganz aktuellen Fall von heute Morgen unangenehme Gesten macht.

„Jeder, der sich bedroht fühlt, kann uns aber sofort anrufen, unter Notruf 110“, betont Röwekamp. „Man muss dann sehen, wie man dann verfährt.“

Die Stadtverwaltung Unna, spricht das Ordnungsamt ist über die erneute Rückkehr des psychisch auffälligen Mannes in Kenntnis gesetzt worden. Bürgermeistersprecher Oliver Böer, mit dem wir am frühen Nachmittag telefonierten, sagte uns, dass der Mann nach seiner Kenntnis nicht eigenmächtig aus der LWL-Klinik verschwunden sei.

Also hat ihn das Krankenhaus nach entsprechenden ärztlichen Untersuchungen entlassen. Dies bestätigte am Nachmittag die Sprecherin der LWL Klinik und kündigte für Donnerstagvormittag eine ausführliche Stellungnahme an.

Für die Stadt kann Oliver Böer – mit ausdrücklichem Verständnis für die Sorge der Bürger – nur erneut auf die Vorgaben des PsychKG NRW – Psychiatrisches Krankengesetz – verweisen. Wäre der Mann aus der Klinik ausgerissen, hätte er sich damit richterlichen Anweisungen widersetzt und könnte auch wieder unverzüglich zurückgebracht werden.

Anders sieht es bei der – offensichtlichen – Entlassung durch die Klinik aus. Böer verweist auf seine Stellungnahme vom 11. Juli 2017, als der Wohnsitzlose nach wiederholten Straftaten vom Ordnungsamt und der Polizei in Gewahrsam genommen und nach neurologischer Untersuchung in die LWL-Klinik eingeliefert wurde:

„Für die Verfolgung von Straftaten sind generell Polizei und Staatsanwaltschaft zuständig, für mögliche Maßnahmen nach dem PsychKG sind es – bedingt – die örtlichen Ordnungsbehörden. In dieser Angelegenheit stimmten wir uns mit der Kreispolizei über mögliche Maßnahmen ab.“

Bei Maßnahmen nach dem PsychKG sei grundsätzlich zu beachten, dass die abschließende Entscheidung das Amtsgericht zu treffen habe.

Laut diesem Gesetz, „ist die Unterbringung Betroffener ist nur zulässig, wenn und solange durch deren krankheitsbedingtes Verhalten gegenwärtig eine erhebliche Selbstgefährdung oder eine erhebliche Gefährdung bedeutender Rechtsgüter anderer besteht, die nicht anders abgewendet werden kann.  Die fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, rechtfertigt allein keine Unterbringung….Die Unterbringung wird auf Antrag der örtlichen Ordnungsbehörde im Benehmen mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst vom zuständigen Amtsgericht angeordnet….“

Fortsetzung des Berichts: Stellungnahme der LWL-Klinik

7 KOMMENTARE

  1. Die Facebook-Community ist in Aufruhr:

    Rundblick Unna Irgendwie ist dieses Thema und ist dieser Mann ein ständiger Wiedergänger…:-/ Wir halten euch auf dem Laufenden.

    Re Gina Nee, nicht schon wieder !!!
    Ich frage mich, was muss denn passieren, damit man ihn für längere Zeit aus dem Verkehr zieht ?
    Muss er erst ne Omi oder ein Kind direkt vor den Bus schubsen oder erst jemanden abstechen?
    Unzurechnungsfähig und unbeherrscht scheint er ja wohl zu sein und eine Gefahr für die Bürger.
    Die Straßenseite zu wechseln, ist zwar eine tolle Idee, aber gerade Kinder, Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen oder Behinderte, können nicht mal schnell rüber wechseln oder sich in Sicherheit bringen….
    und was dann, wenn er mal wieder richtig austickt !?
    Richtig ist, solange nichts passiert, kann die Polizei nichts tun…
    wenn aber dann was schreckliches passiert ist, dann ist das Geschrei aber groß !!!

    Jenny Weber Das meine ich mit Straßen seite wechseln auch
    Hab 2 kinder plus Hund
    U das checkt der doch wenn ich Hauptrasse bin is seite wechseln au schwierig

    Rundblick Unna Jenny Weber , wir verstehen deine Kritik, und glaub uns eins, die Polizei will sich mit solchen Ratschlägen ganz bestimmt nicht über die Sorge der Leute lustig machen. Es ist irgendwie eine extrem unglückselige Situation

    Melli Gretzinger Jenny Weber der Hund hält ihn auch von nix ab, musste ich am eigenen Leib erfahren…

    Re Gina Rundblick Unna stimmt

    Jenny Weber Tut mir sehr leid Melli Gretzinger

    Jenny Weber Das weiß ich Rundblick Unna aber es is nunmal so das die aussage: Straßen seite wechseln zu oft kam
    Vermisster u gefährlich Seitenstraße wechseln.
    Clowns Seitenstraße wechseln… nun wieder

    Stefan Seite
    Hm, sehr schwieriges Thema…

    Rundblick Unna Für alle Beteiligten, allerdings, Stefan Seite.

    Howard Winkler Habt ihr mal ein aktuelles Foto von dem Kerl?

    Rundblick Unna
    Wenn wir eins hätten, würden wir den Teufel tun, es hier öffentlich einzustellen. Fotofahndungen bleiben ausschließlich!!! der Polizei vorbehalten. Und wir können nur dringend vor eigenmächtigen Fotoveröffentlichungen warnen: Das ist eine Straftat!

    Silke Krüger da sieht man die ganze Unfähigkeit eines Staates seine Bürger zu schützen, Psychisch krank hin oder her, der Typ gehört nicht frei auf die Strasse.

    Ni Col Traurig aber wahr…!

    Marcus Stadel Wenn er aus der Klinik geht, hat der Staat nichts damit zu tun…. Arztentscheidung

    Miguel Santana Marcus Stadel Dem Arzt sollte man auch mal eine „klatschen“….. so sanft oder weniger sanft auf den Hinterkopf. Da wird einem nur speiübel.

    Jörg Krapohl Wenn er aus DER LWL abgehauen sein sollte würde ja eine halbe Stunde Streifefahren in Königsborn reichen um ihn einzufangen! Andersrum müsste die Geschichte in der Bäckerei mit dem Messer und die anderen Vorfälle für einen Haftbefehl reichen! Alles sehr merkwürdig!

    Oliver’s Sandra Hanslicek Ganz schrecklich für die , die in Konfrontationen mit ihm geraten, aber auch schrecklich das der Mann so in seiner aggressiven Haut gefangen ist und anscheinend die Behörden weder die Bürger schützen können/wollen, noch dem Mann helfen können.

    Jenny Weber Und deswegen trägt Frau lieber was bei sich…

    Melli Gretzinger Das kann doch echt nicht mehr wahr sein

    Rolf Simon
    Ab nach Eikelborn mit dem A……

  2. Der Typ läuft fast täglich die Friedrich-Ebert-Straße auf und ab. Vor Monaten (noch mit Locken) hat er mir und meinem Freund die Drohgebärde der durchgeschnittenen Kehle vorgeführt und irgendwas gebrabbelt.
    Den sehe ich des Öfteren. Wieder super, dass erst was passieren muss bevor man eingreift. Und dann heißt es wieder „Die Gesetze müssen verschärft werden“. Was ist das für ein blöde Scheiße.
    Festnehmen, in die Klapse stecken, Feierabend.

    • Liebe Ana, danke für deine Beschreibung. Festnehmen und in die Klapse stecken, fertig, das geht nun mal leider nicht. Polizei wie auch Ordnungsamt sehen die Situation als äußerst unglücklich und unbefriedigend an. Und Polizeisprecher Röwekamp hat heute erneut versichert, dass er die Sorge und Furcht der Bürger verstehen kann. Wir können sie auch verstehen. 🙁