Wasserschildkröte angekettet – und 3 Wochen in den Urlaub

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Das Tier anbohren, anketten – und seelenruhig in den Urlaub fahren.

Passiert ist das tatsächlich, und die Tierschutzorganisation Arche 90 in Dortmund hat Anzeige wegen Tierquälerei gestellt.

Am Samstagnachmittag (26. 8.) bekamen die Tierschützer einen, so schreiben sie, “verwirrenden Notruf der Dortmunder Feuerwehr über eine Schildkröte”. Diese habe ein Loch im Panzer und sie sei, während der Besitzer drei Wochen im Urlaub weilte, in einem Schrebergarten angebunden.

Die Einsatzfahrer konnten nicht glauben, was sie sahen: Einer Gelbwangen-Wasserschildkröte hatte man ein Loch durch den hinteren Panzer gebohrt, einen Schlüsselring durchgezogen, an dem mit einem Karabiner eine ca. 7m lange Schnur befestigt war. Die Schnur hatte sich mittlerweile in den Brombeerbüschen verheddert und die Schildkröte versuchte,  sich im aufgekratzten Erdreich abzukühlen, denn ein Wasserloch oder Teich war nicht vorhanden.

Bereits mehrfach hatten Passanten die Schildkröte aus der unglücklichen Rückenlage befreien müssen, bis endlich Hilfe gerufen wurde. Angeblich wollte der Besitzer, dass die Schildkröte ihre Eier im Garten ablegen kann…

Polizei und Veterinäramt wurden zur Anzeigenaufnahme und Sicherstellung des Tieres hinzugerufen. Auch die Beamten konnten nicht glauben, was sie sahen. Eine Anzeige wegen dieser Tierquälerei wurde erstellt und das Tier vom Veterinäramt konfisziert.

Die Wasserschildkröte – übrigens ein Männchen – wurde von den Einsatzfahrern an fachkundige Hände übergeben, wo der Schlüsselring entfernt und die Wunde im Panzer versorgt wurde.

Foto: Arche 90