Mit Handy am Ohr auf B233 gewendet – egal, dass da gerade ein Motorrad kam…

0
593

„Eine Bundesstraße ist kein Wendehammer! Vor allem nicht, wenn Du zu unfähig bist, mit Deiner Nuckelpinne in einem Rutsch zu wenden…. Handy hin, Handy her!“ Der Biker aus Fröndenberg war auf 180.

So geladen war der gestandenen Ü50er nach einem haarscharf vermiedenen Unfall am Sonntag auf der Wilhelmshöhe, dass er der unbekannten Kleinwagenfahrerin per Facebook eine geharnischte Ansage machte. Unter Nennung ihres Autokennzeichens, das wir hier (aus rechtlichen Gründen) inkognito halten…

Er hätte, so schimpfte der begeisterte Motorradfahrer, diesen herrlichen Sonntag gut und gern als Organspender beenden können. Gegen 15 Uhr fuhr er auf der B233 unterhalb der Wilhelmshöhe in Richtung Heimat, sprich Fröndenberg. „Alles frei, alles prima.“

Von oben kam dieser einsame blaue Corsa. „Plötzlich zieht die Fahrerin ohne Vorwarung vor meiner Nase meine Spur, setzt kurz zurück, wendet fertig Richtung bergauf – und fährt seelenruhig auf der StraßenMITTE weiter. Während ich schon erwogen habe, freiwillig abzusteigen statt heftig das Lenkrad einzuschlagen.“

Nichts geht, Gott sei Dank, über gute Brembo Bremsen und einen halben Meter Luft, setzt der Biker endlos erleichtert hinzu; einen schlimmen Sturz mit unabsehbaren Folgen konnte er so haarscharf noch vermeiden.

Aber er war entsprechend geladen, und so schloss er zu dem Kleinwagen auf. „Als ich dann anschließend etwas verspannt neben ihr auftauchte und zugegebenermaßen nicht ganz jugendfreie Sachen kommunizierte, schaute die nur ziemlich erstaunt… und fuhr dann in komischen Zickzacklinien weiter.“ Die Fahrerin hatte, während sie ohne auf den Gegenverkehr zu achten auf der Bundesstraße wendete, entspannt ein Telefonat geführt.

Der Biker ließ es dann damit bewenden. „Ja, ich werde auch morgen wieder einspurig unterwegs sein. Danke Brembo, Danke Bridgestone. Danke Petrus für die trockene Straße und Straßen NRW für den gut gewählten Belag.“  Auf Bitumen, schließt der Fröndenberger, „wäre das übelst ausgegangen.“