Nächste Messerstecherei in Hamm – Innenminister eingeladen: Polizei erhofft mehr Personal

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Die nächste Messerstecherei in Hamm – und noch vor dieser jüngsten Bluttat von heute hatte der Hammer OB den NRW-Innenminister eingeladen, um sich selbst ein Bild zu machen von der Situation in der Großstadt.

Diese macht momentan gefühlt im Zweitagestakt durch Messerattacken von sich reden.

Die neuerliche Bluttat passierte am Dienstagvormittag (gegen 10.50 Uhr) im Stadtteil Pelkum. Dort wurde ein 36-jähriger Mann aus Hamm nach Nachbarschaftsstreitigkeiten durch einen Messerstich schwer verletzt. Er wird derzeit stationär behandelt.

Der Tatverdächtige, ein 42-jähriger Mann, der ebenfalls in Hamm lebt, wurde vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Der sachbearbeitende Staatsanwalt  Jörg Schulte-Göbel konnte uns auf Nachfrage noch nichts Näheres zu den Umständen des blutigen Angriffs mitteilen. Dazu müssten erst weitere Personen vernommen werden, insbesondere das schwer verletzte Opfer.

Anders als bei der jüngsten Messerstecherei am Bahnhofsvorplatz (in die 3 Eritreer verwickelt waren – 2 wurden schwerst verletzt) handelte es sich bei der Attacke in Pelkum allerdings nicht um einen Streit unter Landsleuten. Schulte-Göbel: “Beide leben schon seit Längerem in Deutschland. Es deutet alles auf einen Nachbarschaftsstreit hin.”

UPDATE Mittwoch: UPDATE Mittwoch: Der Staatsanwalt beantragt Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei den Männern handelt es sich um einen in Werne geborenen Türken und einen Polen. Sie wohnen schon längere Zeit im selben Haus.

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Nur 12 Minuten nach dem Vermelden dieser erneuten Bluttat stellten Polizei und Stadt Hamm eine gemeinsame Pressemitteilung online: In dieser kündigen sie ein verstärktes gemeinsames Vorgehen für die Sicherheit der Bürger insbesonders im Bahnhofsviertel an.

Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann habe Innenminister Herbert Reul nach Hamm eingeladen, damit sich der CDU-Parteifreund ein eigenes Bild von der Situation in Hamm macht. Und in Konsequenz die Hammer Polizei personell aufstockt.

“Am 22. August wurden bei einem Messerangriff auf dem Bahnhofsvorplatz zwei Männer schwer verletzt. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits am 9. Juni”, erinnern Stadt und Polizei in ihrer gemeinsamen Erklärung. “Nicht zuletzt nach dem jüngsten Übergriff hat sich eine kontroverse Diskussion um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Bahnhofsviertel entwickelt.”

Um das Sicherheitsgefühl der Bürger speziell im Bahnhofsviertel zu stärken, habe man bereits Ende 2016 die Zusammenarbeit im Rahmen der Ordnungspartnerschaft intensiviert. Das werde auch künftig mit “gebündelten Kräften” passieren. Eine Videoüberwachung auf dem Bahnhofsvorplatz sei “ein umstrittenes und komplexes Thema”: Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einrichtung liegen nach Auffassung der Hammer Polizei derzeit nicht vor. Bei entsprechender Gesetzesänderung werde erneut eine Umsetzbarkeit geprüft.

“Vorrangig gilt es, Personen und Gruppen zu identifizieren, die im Bahnhofsquartier Straftaten begehen oder sich nicht rechtskonform verhalten. Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet”, kündigt die Polizei an.

Die Einladung des Innenministers begrüßt Polizeipräsident Sievert: “Wenn der Besuch von Innenminister Reul zu einer personellen Aufstockung der Polizei führt, können wir mehr Präsenz zeigen. Das setzt ein Zeichen in alle Richtungen und ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn, das ist doch völlig klar.”

Beide Behördenleiter vereinbarten, das weitere Vorgehen im Laufe der nächsten Woche zu besprechen.