Stinkefinger gegen Polizei, röhrend laut, zu schnell: Viele Verstöße bei Kradkontrollen im MK

1
250

Erneut haben sich leider viele Motorradfahrer bei sonnigen Sommerausfahrten als immun gegen Verkehrsvorschriften erwiesen. Die Polizei im Märkischen Kreis zieht eine entsprechende Bilanz.

Kontrolliert wurde im Raum Menden und Balve. Bereits auf der Anfahrt zur Kontrollstelle mit einem zivilen Polizeifahrzeug überholte ein Motorradfahrer die Beamten im Überholverbot. Dumm gelaufen. Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige war die Folge.

Auf der B 515 im Bereich Oberrödinghausen, die viele Zwei- und Vierradfahrer zum temporeichen Fahren verleitet, hielten Polizeibeamte Motorradfahrer an und wiesen vor allem auf die gravierenden Unfallfolgen bei unangepasster Geschwindigkeit hin.

Einige km weiter an der B 515 wurde zeitgleich eine Tempokontrolle eingerichtet. An der kam also ein Teil der Zweiradfahrer vorbei, die kurz zuvor an der „Präventiv-Kontrollstelle“ ihre Beratung  genossen hatten.

Einer der angesprochenen Kradfahrer aus Dortmund war offensichtlich beratungsresistent. An der ersten Tempokontrolle schaffte er es noch, vernünftig zu fahren – wenige Kilometer weiter an einer weiteren Kontrollstelle in Beckum wurde er mit 103 km/h erwischt. Also doppelt so schnell wie erlaubt. „In der Regel zieht dieses Verhalten bei fahrlässiger Begehung ein Bußgeld in Höhe von 280 Euro, 2 Monate Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg nach sich“, notiert die Polizei. Doch aufgrund seiner Beratungsresistenz dürfte die Bußgeldbehörde das Bußgeld aufgrund der besonderen Umstände sehr wahrscheinlich verdoppeln.

In Volkringhausen wurden 1627 Fahrzeuge erfasst, 135 fuhren bei erlaubten 50 km/h zu schnell. Tagesschnellster war allerdings kein Biker, sondern  ein PKW-Fahrer mit 117 km/h. Das schnellste Krad fuhr mit 91 km/h am Radarwagen vorbei.

Ein weiterer Motorradfahrer war zwar nicht zu schnell, zeigte den Messbeamten in der Vorbeifahrt jedoch den ausgestreckten Mittelfinger und warnte im Anschluss den entgegenkommenden Fahrzeugverkehr vor der Tempokontrolle. Dass er wenige Meter weiter von Polizeibeamten unmittelbar angehalten werden würde, hatte er wohl nicht erwartet. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Beleidigung.

Eine weitere Geschwindigkeitsmessung auf der L 686 in Langenholthausen passierten 862 Fahrzeuge – 54 waren zu schnell.

Parallel durchgeführte technische Überprüfungen an Motorrädern führten zu folgendem Ergebnis:

2 Maschinen waren deutlich zu laut – bedingt durch die  angebauten Abgasanlagen festgestellt. Bei einem Krad wurden bei zulässigen 87 db im Rahmen der Schallpegelmessung 98 db festgestellt, beim zweiten bei zulässigen 86 db der massiv erhöhte Geräuschpegelwert von 116 db ermittelt. Beide Abgasanlagen wurden sichergestellt. Entsprechende Anzeigen wurden gefertigt. Für die Kradfahrer war damit die Fahrt beendet.

Bei einem weiteren Motorrad wies der Hinterreifen an mehreren Stellen deutlich weniger als 1,6 mm der Mindestprofiltiefe auf. Anzeige.

Die Kontrollen werden fortgesetzt.

Archiv-Foto: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, 2015

1 KOMMENTAR