Absturz mit 5 Toten bei Fröndenberg: Pilotensohn muss zahlen – Schwere Vorwürfe gegen Bundesamt

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Es war eines der schlimmste Flugunglücke seit der Jahrtausendwende. Auf einem Feld  zwischen Fröndenberg und Wickede/Ruhr zerschellte am 27. August 2013 eine Privatmaschine, 5 Menschen starben, 3 wurden schwerst verletzt.

Vier Jahre später ist die genaue Ursache – angeblich war es Spritmangel – immer noch nicht restlos aufgeklärt.

Aktuell hat die Zivilkammer am Landgericht Arnsberg am Freitag (01.09.2017) entschieden, dass der Sohn des getöteten Piloten ca. 16.500 Euro Halbwaisenrente erstatten muss. Diesen Betrag hatte die Dt. Rentenversicherung an 2 Kinder gezahlt, deren Mutter bei dem Unglück getötet wurde. Sie selbst überlebten schwer verletzt. Der Sohn muss zudem weiter eine monatliche Rente zahlen. Die Summe wird auf über 115.000 Euro geschätzt.

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Und unter Beschuss gerät derweil die „Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung“ (BFU) Braunschweig, die allein über 3 Jahre bis zur Veröffentlichung ihres Abschlussberichtes benötigt hatte.

Der  Anwalt des hinterbliebenen Sohnes des getöteten Piloten erhebt schwere Vorwürfe gegen die BFU. Gemeinsam mit einem Luftfahrtexperten warfen sie der Behörde vor 14 Tagen in einem Gespräch mit dem Onlineportal  „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“  massive Schlamperei bei der Aufklärung des Flugzeugabsturzes vor.

  • Das sichergestellte Wrack sei – nach bisheriger Kenntnis –  bereits nach wenigen Tagen  zur Verschrottung freigeben worden statt genauer begutachtet zu werden. Das Wrack mit Motor und Treibstoffpumpe hätte bis zur endgültigen Klärung aller Rechtstreitigkeiten von der BFU aufbewahrt werden müssen. Mit der unverzüglichen Verschrottung hätte das Bundesamt „eklatant gegen seine Pflicht zur Beweissicherung verstoßen“.
  • Wenig glaubwürdig sei auch die Aussage des Flugzeughalters, der den Mehrverbrauch der Maschine beim Sprit mit rund 50 Prozent angegeben haben soll. Dies sei anhand der Unterlagen nicht nachvollziehbar.

Im Auftrag des hinterbliebenen Sohnes prüft der Anwalt nun rechtliche Schritte gegen die Bundesbehörde.

Der verstorbene Pilot der Unglücksmaschine war ein wohlhabender Bürger aus Arnsberg. Gegen seinen Sohn und Erben stehen noch zwei zivilrechtliche Gerichtsverfahren wegen Schadensansprüchen aus. Denn wenn die Maschine wirklich aus Spritmangel abstürzte, wäre dem Piloten schwere Fahrlässigkeit vorzuwerfen.