Bodelschwingh-Haus: Von der Grundschule zur Senioren-Pflegewohngemeinschaft

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Das Wandbild bleibt erhalten.

Die alte Gemeinschafts- oder Bodelschwinghschule in Dellwig ist jedem aus der Region ein Begriff. Als es hieß, dass sie geschlossen und verkauft wird, blutete so manch einem Heimatverbundenen das Herz. Doch das alte Gebäude hat ein zweites Leben geschenkt bekommen.

Lernten hier früher Kinder fürs Leben, verbringen nun Senioren ihren Lebensabend im Bodelschwingh-Haus.

Vielleicht zieht sogar der ein oder andere ein, der früher hier zur Schule gegangen ist.

Christine Mansmann-Brune, Pflegedienstleiterin und Geschäftsführer André Schmitz, die bereits in Fröndenberg die Villa Mauritius betreiben, haben in dem alten Schulgebäude ein neues Konzept verwirklicht: Betreutes Wohnen, Intensivpflege und eine Wohngemeinschaft.

Alles unter einem Dach

Zwölf WG-Plätze gibt es, sechs Intensivpflegeplätze und sechs normale Pflegeplätze, sowie sieben Appartements im betreuten Wohnen. Jedes Appartement hat ein eigenes, barrierefreies Bad.

Die WG-Zimmer sind großzügig und hell geschnitten, mit Schlaf- und Wohnraum. Davor ein großer Gemeinschaftsraum und eine Küche, die jeder benutzen darf. Hier treffen neu und modern auf alt, Antiquitäten auf funktionellste Möbel.

Ein Stockwerk tiefer haben bis zu sechs Menschen, die auf Intensivpflege und Beatmung angewiesen sind – beispielsweise Wachkomapatienten – die Möglichkeit, in den großen und freundlichen Zimmern ihren Lebensabend zu verbringen.

Der Flur auf der Intensiv-Zimmer-Etage ist hell und freundlich.
Die betreuten Wohnungen sind großzügiger geschnitten und mit einer eigenen kleinen Küche ausgestattet. Vor der Tür gibt es eine eigene kleine Terrasse – und im Notfall ist immer, 24 Stunden lang, eine Betreuung verfügbar.

Arbeit und Visionen

Man erkennt sie noch, die alte Schule. So bleibt die Eingangshalle mit den bunten Glasfenstern, auf denen man, je länger man draufschaut, immer mehr Tierchen (und sogar einen Minion) entdecken kann, erhalten. Überall gibt es kleine Inseln, an die sich die Bewohner mit Besuch zurückziehen können, wenn das eigene Zimmer mal zu klein ist.

Der Umbau hat etwas länger gedauert als geplant. Wie das so ist, bei solch großen Projekten. Kaum war das Brandschutzkonzept fertig, brannte in Bochum das Bergmannsheil – und so wurde das Konzept erneut geprüft und angepasst. „Es gibt unglaublich viele Bestimmungen für alles, selbst die Höhe der Fensterbänke in den Intensivpflegezimmern ist vorgeschrieben“, erklärt der Geschäftsführer.

Die ersten Bewohnerinnen sind schon eingezogen, sie kommen aus Ardey und Dellwig. Wenn 90% Auslastung erreicht sind, könnte auf dem Gelände ein weiteres Gebäude entstehen: Eine Tagespflege für Demenzerkrankte würde das Angebotsprofil perfekt ergänzen. Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch Zukunftsmusik.

Ein kleiner Wermutstropfen

„Einzig die Infrastruktur ist nicht ideal“, sagt André Schmitz. „Ein kleiner Lebensmittelladen in fußläufiger Distanz wäre schön. Aber der Bürgerbus hält direkt vor der Tür und wir bieten den Senioren auch an, sie zum Einkaufen zu begleiten.“

Jeder, der sich für einen Heimplatz interessiert ist herzlich willkommen. „Das Wohnen ist erschwinglich, die Senioren müssen lediglich Miete zahlen – etwaige Betreuungskosten rechnen wir mit den Krankenkassen ab“, erklärt Christine Mansmann-Brune, deren eigene Schwiegermutter bald einziehen wird.

Alt trifft neu – ein altes Nähsofa. Überall treffen alte auf neue Möbel.

Das Wandbild bleibt erhalten

Und das Wandbild vorne am Gebäude? Das bleibt, beschwichtigt André Schmitz. „Wir lassen es restaurieren und streichen das Wort „Schule“. Aber dann wird es beleuchtet und in Szene gesetzt.“.

Und auch der Spielplatz neben dem Haus wird bleiben. „Uns gefällt die Idee, dass Alt und Jung so nah beieinander sind.“

Am 17. September 2017, von 14:00 -19:00 Uhr, veranstaltet Haus Bodelschwingh einen Tag der offenen Tür. Es gibt Kaffee und Kuchen, es wird gegrillt – und Jung und Alt sind eingeladen, sich die Wandlung der Schule in eine moderne Pflegewohngemeinschaft einmal aus der Nähe anzusehen.