Vergewaltigung in Disco: Staatsanwaltschaft schweigt zu Berichten über Täterherkunft

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Zu dem mutmaßlichen Vergewaltiger am 20. August in der Dortmunder Discothetk „Maquina“ am Ostwall gibt die Staatsanwaltschaft weiterhin keinerlei Auskünfte. Sie lässt auch Berichte unkommentiert, wonach es sich bei dem festgenommenen Mann um einen afrikanischen Asylbwerber handeln soll.

Die entsprechenden Quellen sind für uns nicht nachprüfbar, ihre Seriösät ist zweifelhaft. „Zur Person des Tatverdächtigen möchten wir uns nicht äußern“, wiederholte Staatsanswalt Henner Kruse gleichwohl gegenüber unserer Redaktion die Anwort, die wir schon im Anschluss an die Veröffentlichung der Tat von ihm bekamen.

Die Möglichkeit der Verifizierung der verbreiteten Quellen bleibt uns deshalb in diesem Fall verwehrt.

Es kommt selten vor, dass wir auf konkrete Pressenachfrage von der Staatsanwaltschaft keine Auskunft bekommen. In den meisten Fällen werden Anfragen professionell und ausführlich beantwortet.

Bei der Zurückhaltung solcher Informationen berufen sich Polizei und Justiz auf den Pressekodex, nach dem die Nationalität nur bei triftigen Gründen genannt werden soll (wenn es der Fahndung dient z. B. oder wenn es für den Tathergang eine Rolle spielt). Solche Gründe liegen für die Staatsanwaltschaft bei diesem Sexualdelikt nicht vor.

Die Discothek Maquina wirbt auf ihrer Homepage mit ihrer Weltoffenheit. Sie versteht sich als Treffpunkt der Kulturen, verbindet Weltmusik mit Afro.

Unser Bericht über die Tat HIER

Kommentar unserer Redaktion:

Hier zeigt sich einmal mehr die Schwachstelle des (gut gemeinten) Kodex: Für viele Menschen ist aus dem Gerücht um die Nationalität des Straftäters bereits Wahrheit geworden – ungeachtet dessen, dass dies nie bestätigt wurde.

In Zeiten von „alternativen Fakten“, in denen Lügen wissentlich verbreitet werden, da sie ja wahr sein könnten, sollten wir uns auf tatsächliche Wahrheiten besinnen und diese – auch wenn sie unbequem sind – offenlegen.

In diesem Falle steht nun eine unbestätigte Information für viele bereits als Fakt fest.

Gewonnen ist so nichts. Im Gegenteil.

Auch unser eigener Standpunkt zum Thema Täternationalitäten ist eindeutig:

Warum wir Ross und Reiter nennen

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4 KOMMENTARE

  1. Die Behauptung, dass die Staatsanwaltschaft sich an den Pressekodex hält, stimmt in dieser Form leider nicht. Der Pressekodex wurde im März 2017 aktualisiert, bei öffentlichem Interesse soll die Nationalität genannt werden:
    http://www.deutschlandfunk.de/pressekodex-dpa-will-nationalitaet-von-tatverdaechtigen.2907.de.html?dram:article_id=388803
    Die Lügen der Staatsanwaltschaft und des Parteienfilzes sind eine Schande für die Stadt Dortmund. Mit derartigen (politisch motivierten) Vertuschungsaktionen wird genau das Gegenteil erreicht: Die „bösen rechten Medien“ genießen inzwischen mehr Glaubwürdigkeit als die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Dortmund.
    Letztendlich muss man sich bedanken: Mit dieser Aktion hat Henner Kruse (Staatsanwaltschaft Dortmund) der AfD vermutlich viele Stimmen verschafft.

    Weiter so, Henner Kruse !

    • Dass mit derartigen Informationsverweigerungen das Gegenteil erreicht wird, darin stimmen wir zu, Dagobert. Der Pressekodex ist nach wie vor interpretationsfähig und stellt, dies immer wieder betont, lediglich eine Empfehlung dar, kein Gesetz. Insosfern kann der Staatsanwalt Herkunftsnennungen durchaus begründet NICHT nennen. Als bedenklich in diesem konkreten Fall empfinden wir die explizite Verweigerung einer Antwort auf eine klare Frage: Stimmt es, was behauptet wird, oder stimmt es nicht?

  2. Wenn man sucht, findet man sogar in mehreren Medien (Editiert – aus bekannten Gründen!! D. Red….) die ausgesprochen glaubwürdige Information, dass der Vergewaltiger ein 20-jähriger Asylbegehrender aus Afrika war. Letztendlich bestätigt Herr Kruse ja diese Information. Wenn es kein schutzsuchender Asylbegehrender gewesen wäre, hätten unsere geschätzten Politiker doch schon längst „Fake-News“ gequiekt und auf die „rechten Medien“ eingeprügelt.

    Nochmals „Danke“ an Herrn Kruse.

  3. Zur Orientierung:
    Die letzte Vergewaltigung war vorgestern(Rosenheim/Asylbewerber aus Nigeria).
    Die letzte Gruppenvergewaltigung war vor einer Woche( Haltern am See/Asylbewerber aus Afrika).
    Ja, die Nennung der Nationalität ist wichtig! Ich erwarte von jedem Polizeisprecher und von jedem Staatsanwalt, dass bei derartigen Verbrechen gefragt wird:
    1. Wie hätte die Tat verhindert werden können ?
    2. Wie können in Zukunft derartige Taten verhindert werden ?
    Oder hat Dortmund kein Interesse mehr an der Verbrechensbekämpfung ?