Großbrand bei Dura in Stadtmitte Plettenberg

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Beim Automobilzulieferer Dura in Plettenberg / Märkischer Kreis ist am Freitagabend ein Feuer ausgebrochen, das sich zum Großbrand entwickelte.

Über 10 Stunden nach der ersten Alarmierung kämpften die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren weiter gegen die Flammen. In Spitzenzeiten waren heute Nacht bis zu 200 Feuerwehrleute  im Einsatz. Nach bisherigem Kenntnisstand sind 12 Menschen verletzt worden, darunter ein Feuerwehrmann.

Es war kurz nach 21:00 Uhr, als in der Firma an der Königstraße die automatische Brandmeldeanlage auslöste. “Die Erkundung vor Ort in der zweigeschossigen Produktionshalle im Bereich einer galvanischen Anlage ergab eine Rauchentwicklung”, schildert die Wehrleitung.

Ein vorausgehender Trupp unter schwerem Atemschutz gab zunächst Entwarnung. Der Rauch entpuppte sich als Wasserdampf – ein Rohr war gebrochen.

Dennoch drohte das aussprudelnde Wasser in die galvanische Anlage mit zahlreichen Gefahrstoffen zu laufen. Vermutlich durch eine chemische Reaktion kam es dann im
weiteren Verlauf zu einem Folgebrand – und dieser breitete sich in rasendem Tempo aus.

“Aufgrund der anfangs noch nicht genau identifizierten Gefahrstoffe musste die Feuerwehr mit äußerster Vorsicht vorgehen”, schildert die Wehr in ihrem Einsatzbericht dieser Nacht. Auch war nicht klar, ob die Stoffe in gefährlicher Weise mit Wasser reagieren. Wegen der raschen Brandausbreitung in Verbindung mit den gefährlichen Stoffen war ernste Gefahr im Verzug. Daher wurde Stadtalarm für alle Einsatzkräfte der Plettenberger Feuerwehr
ausgelöst.

Eine umfangreiche Brandbekämpfung von mehreren Seiten begann. Schnell wurde klar, dass sich der Brand immer schneller auf weitere Gebäudeteile ausbreitete: Überörtliche
Hilfe wurde angefordert. Gleichzeitig wurde der Messzug des Märkischen Kreises alarmiert, um Schadstoffmessungen durchzuführen. Die Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

 In Spitzenzeiten kämpften rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem gesamten Märkischen Kreis sowie aus dem benachbarten Hochsauerlandkreis (Attendorn) gegen die Flammen. Zum Einsatz kamen vier Drehleiter, mehrere Wasserwerfern und Löschrohre.

Weitere Behörden wie die untere Wasserbehörde, der Umweltdienst der Bezirksregierung und Fachberater Chemie kamen zur Einsatzstelle. Durch den massiven Löschangriff drang verschmutztes Löschwasser in  den nahegelegen Oesterbach.

Die immer stärkere Rauchentwicklung zwang die Einsatzkräfte dazu, mehrere nahe Wohnhäuser zu evakuieren. Die Anwohner wurden zunächst in einem
Gelenkbus untergebracht. Zudem mussten 13 Mitarbeiter eines nahen Industriebetriebes evakuiert werden. Da sie über Atemwegsreizungen klagten, wurden sie notärztlich untersucht.

11 Mitarbeiter erlitten leichte Rauchvergiftungen, auch ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht und wurde zur Untersuchung ins Plettenberger Krankenhaus gebracht.

Gegen 02:00 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Dennoch brannte es in schwer zugänglichen oder nicht zu erreichenden Gebäudeteilen weiter, denn Hallenteile sind bereits eingestürzt, meldete die Wehr gegen 10 Uhr am Samstagvormittag. “Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Brand immer noch nicht vollständig gelöscht. Auch die ausgetretenen Chemikalien, deren Aufnahme und Entsorgung durch ein hinzugerufenes Spezialunternehmen laufen parallel zur
Brandbekämpfung. Vermutlich wird sich der Einsatz noch über mehrere Stunden hinziehen.”

Das Automobilzuliefererunternehmen hatte Ende 2015 durch einen massiven Stellenabbau durch das US-amerikanische Management Schlagzeilen gemacht.