Paul-Gerhardt-Haus ab Sommer Heimstatt für bis zu 9 Jugendliche

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Bis zum Sommer 2018 soll ins Paul-Gerhardt-Haus der Ev. Kirchengemeinde Unna-Königsborn wieder Leben einziehen. In Person von 9 Kindern und Jugendlichen, die dort rund um die Uhr qualifiziert betreut werden.

Die Sozialpädagogische Partnerschaften (SPI) Spiekermann GbR aus Unna hat das frühere Tafel-Domizil an der Fliederstraße wie berichtet von der Kirche übernommen und möchte – nach umfassendem Umbau – Kinder und Jugendliche dort betreuen, die aus verschiedenen Gründen derzeit nicht in ihren Familien leben können.

“Eine Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wird nicht stattfinden”,

machte Daniel Smarsly von der SPI auf Anfrage unserer Redaktion klar und trat damit entsprechenden Mutmaßungen von Lesern entgegen. Solche junge Geflüchtete, abgekürzt UMF, muss die Stadt Unna im Rahmen der Landeszuweisungen im Stadtgebiet unterbringen. Die UMF gehören zum Kreis der kommenden zu erwartetenden zugewiesenen Asylbewerber, auf die die Stadt mit einem heftig diskutierten Neubau an der Kamener Straße reagieren will.

Die Spiekermann GbR plane jetzt in Zusammenarbeit mit einem Architekten den Umbau des Gebäudes, um beim Bauamt der Stadt Unna einen Bauantrag zu stellen. “Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen”, schätzt David Smarsly. “Wir hoffen, bis Sommer nächsten Jahres starten zu können.”

Als Träger der Kinder- und Jugendhilfe sei die SPI an gesetzliche Vorgaben und Regelungen gebunden. So werden laut Smarsly maximal neun Kinder in das Haus an der Fliederstraße einziehen, begleitet und betreut von Sozialpädagogen/innen und Erzieher/innen im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung.

“Einziehen werden Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren, die kurz-, mittel- oder langfristig untergebracht werden müssen und aus individuellen Gründen nicht mehr in ihrer Familie leben können”, verdeutlicht David Smarsly. “Die Kinder haben, wie andere Kinder auch, einen ganz normalen Tagesablauf, beginnend mit Schulbesuch, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten. Der Unterscheid liegt lediglich darin, dass sie nicht mit den Eltern zusammenleben, sondern in einer familiär angelegten Wohngruppe. Hier werden sie von einem festen Team rund um die Uhr betreut.”

Nach erfolgtem Umbau wird die SPI das Haus an einem „Tag der offenen Tür“ für alle Königsborner, Anwohner, ehemalige Gemeindehausnutzer und alle anderen Interessierten öffnen, damit diese sich ein Bild vom Haus und der Arbeit der Gesellschaft machen können.

“Wir freuen uns mit der Kirchengemeinde Königsborn auch einen Kooperationspartner gefunden zu haben, mit dem wir die Synergieeffekte im Stadtteil sicherlich gut nutzen können”, unterstreicht Daniel Smarsly. “Das Gebäude liegt zentral im Stadtteil und ist, auch für die Kirchengemeinde, ein ,historisches´ Haus mit Geschichte. So sind wir, wie auch die Kirchengemeinde froh darüber, dass das Haus dem Stadtteil in sozialer Nutzung erhalten bleibt und nach dem Auszug der Tafel endlich wieder Leben einzieht.”