Heimische Wirtschaft macht gegen Dieselfahrverbot mobil

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Symbolbild / Pixabay
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Keinen Umweltschutz um jeden Preis! Die Industrie- und Handelskammer macht gegen ein pauschales Fahrverbot für Dieselfahrzeuge mobil. Am Montag (18.9.17) verabschiedete die Kammer für Dortmund, den Kreis Unna und Hamm eine Resolution.

„Ein pauschales Fahrverbot für Dieselfahrzeuge, wie es aktuell öffentlich diskutiert wird, lehnen die Betriebe vor Ort deutlich ab“, begründet die IHK ihren Vorstoß.

Hier die Resolution im Wortlaut:

Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Dortmund bekennt sich zu dem Ziel, die Luftqualität in unseren Städten Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben viele Unternehmen ihre gewerblichen Fuhrparke auf die neuesten Umweltstandards umgestellt. Seit Einführung der Umweltzone 2008 hat sich die Zahl der Nutzfahrzeuge mit grüner Plakette verdreifacht. Die Grenzwerte für Feinstaub werden bereits eingehalten.

An einigen Stellen im IHK-Bezirk Dortmund werden die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten. Es ist zu beachten, dass Lkw und Busse nur für ein Viertel der Stickstoffdioxidemissionen verantwortlich sind.

Dennoch diskutiert die Politik derzeit zusätzliche Maßnahmen. Wir fordern: Bei der Beurteilung einzelner Maßnahmen müssen die Belange der regionalen Wirtschaft angemessen berücksichtigt sowie Folgewirkungen und Folgekosten beachtet werden.

Die aktuelle öffentliche Diskussion beschränkt sich derzeit auf Dieselfahrverbote. Davon sind Berufspendler, Kunden der Innenstädte, der Güterverkehr (z. B. Ver- und Entsorgungsverkehre) sowie auch der ÖPNV (Taxis und Busse) erheblich betroffen. Insbesondere im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge ist kurzfristig eine Umstellung auf alternative Antriebe weder technisch noch wirtschaftlich möglich.

Aus diesen Gründen lehnt die Vollversammlung der IHK zu Dortmund pauschale Fahrverbote ab. Das bisherige finanzielle Engagement der Wirtschaft in Fahrzeuge, die den jetzigen Umweltnormen entsprechen, darf nicht entwertet werden. Stattdessen benötigt die Wirtschaft verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen.

Bundesregierung, Länder und Automobilhersteller sollten über die bisherigen Beschlüsse zu Software-Updates, zum Mobilitätsfonds und zu Kaufprämien hinaus ihre Bemühungen ausweiten. Verbesserte Abgasstandards der Neufahrzeuge und Nachbesserungen der Diesel-Pkw im Bestand werden in den meisten Städten einen Beitrag dazu leisten, dass bis 2020 die europäischen Luftqualitätsstandards eingehalten werden können. Die regionale Wirtschaft unterstützt diese Entwicklung mit zahlreichen eigenen innovativen Projekten zur nachhaltigen Mobilität und leistet damit ebenfalls ihren Beitrag zur Luftreinhaltung.

Die IHK hat in diesem Zusammenhang bereits Alternativen auf den Weg gebracht. Es geht dabei beispielsweise um die umweltfreundliche Gestaltung der Mitarbeiterwege (z. B. Mobil.Pro.Fit.), die Verbesserung der Güterverkehre in die Innenstädte (z. B. Lieferzonen und CargoBike Dortmund), aber auch um die Vermeidung von Park-Suchverkehren der Kunden (z. B. Smart City-Projekt). Grundsätzlich sollten alle Maßnahmen im Dialog zwischen Wirtschaft, Behörden, Wissenschaft und Verbänden vereinbart werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Solche Verbote kann man nicht einfach so mal eben beschließen. Dafür hängt viel zuviel davon ab.Obendrein muß für Alternativen zuerst mal die Infrastruktur geschaffen werden. Alle rufen, daß Elektro- Autos die Zukunft haben, jedoch wiegen die Nachteile zum heutigen Zeitpunkt immer noch schwerer als die Vorteile. Es wird noch Jahre, so nicht Jahrzehnte dauern, bis es soweit ist, daß man ein solches Verbot verantwortungsvoll einführen kann.