Krätze im Kreis Unna auf dem Vormarsch: Nicht schämen, behandeln lassen

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Symbolbild.

Eins vorneweg: Das muss nichts mit mangelnder Hygiene zu tun haben!

Der Fachbereich Gesundheit des Kreises Unna meldet vermehrt Patienten mit Krätze. Die ansteckende Krankheit wird von Mensch zu Mensch übertragen, allerdings erst nach intensivem Körperkontakt, wie beispielsweise bei Eltern und Kindern oder Partnern.

Krätze (Scabies) ist eine juckende Hautkrankheit, die durch kleine Milben ausgelöst wird. Symptome beschränken sich meist auf bestimmte Hautbereiche wie zum Beispiel an den Handgelenken, zwischen Fingern und Zehen, um den Bauchnabel herum und in Brust-, Achsel- oder Genitalbereich.

Mit äußerlich anzuwendenden Mitteln ist die lästige Infektion in der Regel schnell in den Griff zu kriegen. „Etwas aufwändiger sind die nötigen begleitenden Hygienemaßnahmen wie das Wechseln der Bettwäsche und der kompletten Bekleidung“, erklärt Amtsarzt Dr. Bernhard Jungnitz.

Betroffene und ihre Familienmitglieder müssen sich unbedingt behandeln lassen, ganz besonders Schüler und Kindergartenkinder, für die besondere gesetzliche Bestimmungen gelten. Die Krankheit muss der Einrichtungsleitung gemeldet werden, die Kinder brauchen ein ärztliches Attest, eine „Gesundschreibung“ quasi, um die Einrichtung wieder besuchen zu dürfen.

Scham ist fehl am Platze, betont der Amtsarzt: „Wenn alle an einem Strang ziehen und nicht versuchen, eine Infektion zu verheimlichen, kann sich die Erkrankung nicht weiter ausbreiten. Schämen muss man sich nicht! Eine Infektion hängt nämlich nicht unbedingt mit mangelnder eigener Hygiene zusammen“, so Dr. Jungnitz.

9 KOMMENTARE

  1. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Jedes Krankenhaus, jede Arztpraxis und jeder Fußpfleger ist gesetzlich verpflichtet, sich um die Gesundheit der Mitarbeiter (vollkommen egal, ob angestellt oder ehrenamtlich) zu kümmern. Dazu gehört, dass die Mitarbeiter über eventuelle Gesundheitsrisiken aufgeklärt und von einem Arzt beraten werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass unsere Bezirks-und Landesregierung sich einen Dreck um die billigen Arbeitskräfte(pardon: ehrenamtlichen Helfer) gekümmert haben. Fragt doch einfach mal einen der jugendlichen ehrenamtlichen Helfer, ob er gemäß Jugendschutzgesetz, Arbeitsschutzgesetz oder Infektionsschutzgesetz beraten wurde. Ich kenne bereits die Antwort.
    Dieses „Wir sind jetzt aber alle ganz überrascht, dass Krätze- und Läuse-Erkrankungen so massiv zunehmen“ finde ich einfach verlogen.

  2. Wo ist das Problem mit meinem Kommentar weiter oben? Sind die gewünschten Belege zu Krätze und Tbc aus der Frankfurter Rundschau und dem Focus nicht seriös genug ? Die aktuelle Informationen des Robert-Koch-Institutes bestätigen ebenfalls die erhöhten Erkrankungsraten für Krätze/Läuse und Tbc unter Flüchtlingen. Ich kann auch gerne eine Link zum RKI als Beleg anbieten.
    Nochmal:
    Da Herr Dr. Jungnitz die Flüchtlingsheime im Kreis betreut, sollte er zwangsweise die Tuberkulose/Läuse/Krätze-Problematik sehr genau kennen. Warum kann er es nicht sagen ?