Psychiatriepatient greift Pfleger an und verletzt ihn schwerst

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Symbolbild.

Lebensgefahr ist nicht ausgeschlossen. In der Forensischen Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn hat am heutigen Sonntagmorgen ein Patient einen Pfleger brutal angegriffen und schwerst verletzt.

Wie die Kreispolizei Soest am Nachmittag in einer ersten kurzen Mitteilung berichtete, passierte der Angriff gegen 08:30 Uhr während der begleiteten Freistunde auf dem Hofgang im umzäunten Außenbereich der Forensik. Der Täter, ein 51-jähriger Patient, sei unvermittelt auf einen ebenfalls 51-jährigen Pfleger losgegangen.

Weitere Pflegekräfte eilten herbei, trennten Angreifer und Opfer. Doch der Pfleger hatte durch die brutale Attacke bereits so schwere Verletzungen erlitten, dass nach momentanem Sachstand Lebensgefahr nicht auszuschließen ist.

Das schwerst verletzte Opfer wurde mit einem Rettungstransporthubschrauber in eine Klinik geflogen, der Angreifer in seiner Unterkunft in der Forensik zurückgebracht. Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes aufgenommen.

Zur Sicherheit in der Klinik heißt es auf der Website:

“Das LWL-Zentrum für forensische Psychiatrie ist eine psychiatrische Fachklinik mit hohen Sicherheitsstandards.

Die baulichen, technischen und organisatorischen Sicherheitsstandards schaffen erst die Voraussetzung für eine gute Therapie der gerichtlich zugewiesenen Patientinnen und Patienten. Neben den baulichen, technischen und personellen Sicherheitsvorkehrungen sowie den diversen Sicherheitsüberprüfungen ist jedoch die professionelle Beziehungsgestaltung der Mitarbeiter zum Patienten für innere und äußere Sicherheit wesentlich von Bedeutung.

… Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin wird regelmäßig zu Fragen der Sicherheit geschult und geprüft. Von jedem … wird jedoch verlangt, sich für die Sicherheitsbelange in der Klinik und auf der Station zuständig und verantwortlich zu fühlen.

In allen Bereichen der Klinik finden regelmäßig Sicherheitsbegehungen statt, auch durch externe Kommissionen. Dabei müssen die Belange der formalen Sicherheit mit den therapeutischen Inhalten in Einklang gebracht werden. … Darüber hinaus wurde das Sicherheitskonzept der Klinik umfassend mit der Polizei des Kreises Soest und der Sicherheitspartnerschaft besprochen und abgestimmt.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist die Erstellung von verschiedenen gefährlichkeitsprognostischen Stellungnahmen über die Patientinnen und Patienten. …. liegt über jeden Patienten eine fachgerechte Beurteilung des allgemeinen Risikopotentials vor. Lockerungseignungsprüfungen, also die Beurteilung, ob ein Patient zum Beispiel begleiteten Ausgang aus der Klinik haben darf, unterliegen einem aufwändigen Prüfungsverfahren.

Foto: Symbolbild Rettungshubschrauber