Gankzke (SPD) sieht Sozialticket auf der Kippe

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27.06.2012 Unna - Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH - ein Unternehmen der WVG Gruppe macht sich bemerkbar - Pimp my bus - Bus wird Amerikanisch groesser breiter besser - VKU - oeffentlicher Bus vom Kreis Unna - Copyright Stephan Schuetze - Autor Nr 4033007

Wer wenig Geld hat, soll auch weniger fürs Busfahren zahlen. Damit könnte im Kreis Unna schon in wenigen Wochen Schluss sein.

Das befürchtet jedenfalls Sozialdemokrat Hartmut Ganzke. Der Landtagsabgeordnete aus Massen beschwört in einer Pressemitteilung vom Montag (9. 10. 17) ein Aus des Sozialtickets zum Jahresende.

Seit 2011 nutzen einkommensschwache Bürger aus dem Kreis Unna mit diesem Ticket vergünstigt die Busse der VKU: Das Land NRW zahlt dazu.

Bzw. TAT es das bisher unter Rotgrün. Doch die (seit Mai neue) schwarz-gelbe Landesregierung habe bis heute keine weitere Förderung des Sozialtickets über das Jahresende hinaus zugesagt, warnt Ganzke. “Ohne die Landesmittel kann die VKU bzw. der Kreis Unna das Sozialticket nicht mehr anbieten.”

Hartmut Ganzke, MdL SPD.

Ein fataler Rückschritt aus Sicht des Sozialdemokraten. “Das Sozialticket ist eine Errungenschaft. Es schafft dringend benötigte Mobilität für durchschnittlich 4.400 Ticketinhaber im Kreis Unna und damit Würde und Selbstständigkeit für Menschen mit geringem Einkommen”, unterstreicht der Massener. “Hier zu sparen ist nicht nur unsozial, es ist kurzsichtig und trägt Sparvorhaben mal wieder auf dem Rücken der Wehrlosen aus.”

Seine Forderung deshalb: “Finger weg vom Sozialticket! Sollten die Landesmittel gestrichen werden, müssten die ohnehin finanziell schon schwer belasteten Kommunen in die Bresche springen, was sie schlicht nicht können.”

Mit einer Anleihe an den Wahlkampfslogan der CDU-Bundeskanzlerin: “Der Sozialstaat ist kein Luxus, den sich Deutschland leistet, sondern der Grund, warum wir hier gut und gerne leben.”

Die neu in den Landtag gewählte AfD-Fraktion stellte am 6. 9. 2017 eine Kleine Anfrage nach der genauen Höhe der Subventionierung (KLEINE ANFRAGE DER AFD ZUM SOZIALTICKET)

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1 Mio. Euro bekam der Kreis Unna 2016 als Fördersumme fürs Sozialticket. Das seien schon 200.000 Euro zu wenig gewesen, kritisierte im Juli die Kreis-SPD.

Gut 52.700 Tickets wurden 2016 verkauft. Die Nachfrage stieg in den letzten Jahren stetig an. 


Seit 2011 unterstützt das Land NRW die Kreise und Großstädte bei der Finanzierung ihres Sozialtickets. Zielgruppe sind mindestens Alg II- und Sozialgeldempfänger, Bezieher von Grundsicherung im Alter oder Erwerbsgemindete, außerdem Asylbewerber. Der Kreistag Unna erweiterte zuletzt die Zielgruppe um Wohngeldempfänger.