Katzenschutzverordnung für den Kreis ist beschlossen

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Kastrationspflicht plus Kennzeichnungspflicht für alle freilaufenden Katzen. Der Kreis Unna bekommt seine Katzenschutzverordnung.

Diesen taufrischen Beschluss des Kreistags vom heutigen Dienstag (10. 10.) gab am Nachmittag die SPD-Kreistagsfraktion bekannt.

Wie berichtet, hatte die Kreisverwaltung für die heutige Kreistagssitzung eine umfassende Beschlussvorlage ausgearbeitet. Diese kann mit Zustimmung der Politik nun umgesetzt werden.

Den Antrag auf eine umfassende Katzenschutzverordnung stellten die Kreistagsgrünen nach entsprechenden Wünschen aus den Tierschutzvereinen.

Den Hintergrund schildert die SPD in ihrer Mitteilung noch einmal in Kurzform:

„Freilebende Katzen im Kreis Unna weisen erhebliche Gesundheitsmängel auf, ein hoher Infektionsdruck ist offensichtlich – die gesamte Population ist mit chronischen Krankheiten durchseucht, berichten  Tierärzte. Durch den Anstieg der Population wächst auch die Zahl erkrankter und unterernährter Tiere. Dem soll nun die Katzenschutzverordnung entgegenwirken.“

Für freilebende Katzen ohne (zu ermittelnde) Besitzer sind die Kosten für Kastration und Kennzeichnung jetzt grundsätzlich von der öffentlichen Hand zu tragen. Die Kastration und Kennzeichnung eines weiblichen Tieres kosten ca. 130 Euro, bei Katern ist es etwas preiswerter (ca. 90 Euro).

Der Kreistag stellte insgesamt 40.000 Euro bereit. „Die Tierschutzvereine im Kreis sind bereit,  die Kosten für die Kennzeichnung und Kastration der Katzen für den Zeitraum von zunächst einem Jahr mitzuschultern“, schließt die SPD ihre gute Nachricht für den Katzenschutz. „Die Vereine werden sich darüber hinaus bemühen, nach dem Förderprogramm „Katzenkastration“ des Landes NRW Zuwendungen zu beantragen.“

3 KOMMENTARE

  1. Wir von der Welttierschutzgesellschaft begrüßen die Entscheidung des Kreises Unna, die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen verbindlich zu regeln. Nur durch eine flächendeckende Regelung kann die unkontrollierte Vermehrung von Katzen gestoppt und ihnen dadurch ein tiergerechtes Leben ermöglicht werden.
    In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt dieses Bewusstsein jedoch bislang, sodass der Schutz streunender Tiere hier in der Hand von privaten Tierschützern und Tierschutzorganisationen liegt.
    Wir von der Welttierschutzgesellschaft haben gemeinsam mit unserer Partnerorganisation eine Kastrationsklinik in der bulgarischen Stadt Plovdiv aufgebaut, um dieses Problem dort nachhaltig zu lösen. Dafür werden nach und nach die Katzen jedes Stadtteils eingefangen, operiert und anschließend an den angestammten Plätzen wieder freigelassen. Hier gibt es mehr Informationen über unser Projekt: http://welttierschutz.org/projekte/streuner/katzenrettung-in-bulgarien/