Liga-Duell am Samstag: Polizei zieht Lehren aus Krawallen gegen RB Leipzig-Fans

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Aus den gewalttätigen Übergriffen in Dortmund gegen die Fans des Bundesliga-Rivalen RB Leipzig am 04. Februar 2017 will die Polizei bei der Begegnung am kommenden Samstag ihre Lehre ziehen.

Beim Spiel am 14. Oktober 2017 (18:30 Uhr) werden deutlich mehr Polizeikräfte vor Ort sein.  „Unser Konzept ist darauf ausgerichtet, Fußballfans aus Leipzig und Dortmund vor Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel „Fan“ nicht verdienen, zu schützen. Straftäter werden wir mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgen„, so Polizeipräsident Gregor Lange deutlich.

Am Samstag werden daher mehr als doppelt so viele Polizeibeamte vor Ort sein, um sowohl die Dortmunder Ultras als auch die Gästefans im Blick zu behalten. Man werde „sehr niederschwellig eingreifen, um möglichst jegliche Aggression im Keim zu ersticken“, heißt es in der Pressemeldung der Polizei.

170 Stunden Videomaterial, 170 Delikte

In intensiver Kleinarbeit hatten die Polizeibeamten der EK Strobel Beweismaterial gesammelt und ausgewertet, Zeugenaussagen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet. Die Gesamtzahl der Vorgänge lag zunächst bei 214. 168 davon mündeten in Strafverfahren. Unter anderem über ein eigens dafür eingerichtetes Hinweisportal beim BKA gingen 58 Hinweise bei der Polizei ein. Über 170 Stunden Videomaterial (von Stadionkameras, Polizeibeweissicherungsvideos, TV-Sendern und sozialen Medien) wurden ausgewertet und mit Fotomaterial abgeglichen, um Straftäter zu identifizieren.

Bei dem Bundesligaspiel gegen den RB Leipzig imFebruar hatten Chaoten unter anderem auch Familien mit Kindern angegriffen und mehrere Menschen verletzt. Es gab 109 teils gefährliche Körperverletzungen, fünf Fälle von Landfriedensbruch, drei Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und 53 weitere Delikte. Das Sicherheitskonzept war damals scharf kritisiert worden.

Bürgermeister lädt Leipzig-Fans ein

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat nun die von den Attacken betroffenen Leipziger Fans ins Dortmunder Rathaus eingeladen, die Stadt übernimmt die Kosten für die Übernachtung, der BVB die Tickets für das Spiel.