Auf gute Nachbarschaft: Einladung überrascht Anwohner in Unna

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Freundliche Einladung zum Netzwerken für eine bessere Nachbarschaft. Die überraschend Beglückten sind gelinde irritiert.

„Wir hatten heute diesen Brief als Anwohner im Kasten und wissen ehrlich gesagt nicht, was wir davon halten sollen“, schrieb uns eine Anliegerin der Massener Straße. „Eine Nachbarschaftshilfe mit einer Firma mit Sitz in Berlin?“

Die Plattform „nebenan.de“, die für die Flyer verantwortlich zeichnet, ist ein überregionales Online-Nachbarschaftsportal. Auf seiner Homepage wirbt es für sich mit den Worten:

„Schön, dass wir Nachbarn sind.

Wir möchten, dass sich die Menschen in ihrer Straße und ihrem Viertel Zuhause fühlen und aus Fremden Nachbarn werden.
Wir sind überzeugt davon, mit nebenan.de einen kleinen Beitrag zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Zeit leisten zu können. Denn gerade Nachbarschaft kann Antworten auf Themen wie demographischer Wandel, Anonymisierung der Gesellschaft, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und Sicherheit liefern.
Starke und lebendige Nachbarschaften wirken im Kleinen und für jeden Einzelnen. Sie verbessern unsere Lebensqualität dort, wo wir die meiste und wichtigste Zeit verbringen. In unserem Zuhause, unserer Straße, unserem Wohngebiet. Wir möchten mit einer guten Idee und Engagement helfen, Nachbarschaft wieder zu beleben.“
 
Eine Leserin auf Facebook berichtete von sehr positiven Erfahrungen:
Man kann sich die Nachbarschaft anzeigen lassen in unmittelbarer Nähe oder auch angrenzende. In meinem Fall ist das bis Herderstadion oder Massen. Wenn man möchte, kann man Kontakte knüpfen oder falls man Hilfe benötigt nachfragen, ob jemand helfen kann. Vielleicht auch mal ein Straßenfest oder Stadtteilfest organisieren und veranstalten.“
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Im Frühsommer erst wurden Bewohner in Holzwickede von Einladungen überrascht – direkt mit konkretem Ort und Termin für das erste derartige „Nachbarschafttreffen“, für das die Gastgeber sogar die Getränke- und Essenskosten übernahmen. Das Nachbarschaftsnetzwerk Nextdoor aus den USA steckte dahinter, das laut einem Bericht des Online-Mediums Gruenderszene.de momentan auf den deutschen Markt strebt. Offenbar wird das Netzwerk in Deutschland aktuell von Grund auf aufgebaut.

Diese Online-Netzwerke funktionieren grundsätzlich nicht viel anders als eine Facebook- oder WhatsApp-Gruppe: Menschen (in diesem Fall konkret: Nachbarn) können sich über die Plattform miteinander vernetzen, sich kennenlernen und Informationen austauschen. Ziel ist laut Network außerdem, dass öffentliche Einrichtungen, Polizei und Feuerwehr bei wichtigen Angelegenheiten direkt über das Netzwerk mit den Usern kommunizieren können.

 

2 KOMMENTARE

  1. Hatte ich gestern auch im Briefkasten für die Nachbarschaftsgruppe Afferde/Buderuskolonie. Kam mir suspekt vor. Ist dann auch gleich in die Papiertonne gewandert.

    So etwas mag ja für anonyme Großstädte sinnvoll sein, aber bei uns im ländlichen Raum funktioniert die Nachbarschaft noch ganz gut.