Integrationsrat unterstützt Asylheimneubau in Königsborn – “Kapazität aber einhalten”

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Der Unnaer Rat beschließt am heutigen Donnerstagabend (Beginn 17 Uhr, Ratssaal) über den Planungsstart der neuen Flüchtlingsunterkunft in Königsborn. Das Vorhaben ist wie berichtet strittig – bei den Bürgern wie bei der Politik.

UPDATE VOM ABEND – der Ratsbeschluss

Der Integrationsrat äußerte sich hingegen zustimmend zu der geplanten Unterkunft für bis zu 64 Menschen. Sie soll den halb so großen Altbau (nach Urteil der Stadt kein Sanierungs-, sondern ein Abrissfall) für einen Baukostenpreis von 2,4 Mio. Euro ersetzen. Sowohl über die Kosten als auch über den engen Zeitrahmen für den Beschluss entbrannten nach der Vorstellung der Pläne vor 4 Wochen heftige politische Debatten.

Der Integrationsrat schreibt in seiner positiven Bewertung der Planung:

“Alle bedürftigen Menschen in unsere Stadtgesellschaft aufzunehmen gehört zu den Pflichtaufgaben unserer Kommune. Dabei positive Ergebnisse bei der Integration zu erzielen, liegt im Interesse unserer Stadtgemeinschaft und erreichen wir am ehesten durch eine interessierte und aufgeschlossene Willkommenskultur.

Dazu gehört auch die Art der Unterbringung nach der Ankunft. Sie sollte als eine der ersten wichtigen Einstiegsförderungen in den Integrationsprozess verstanden werden.

Im Februar diesen Jahres verabschiedete der Rat der Stadt Unna ein richtungweisendes Konzept von Qualitätsstandards für den Betrieb der städtischen Unterkünfte. Wegweisend dabei sind kleinere dezentrale Wohneinheiten und auch die Anmietung von einzelnen Außenwohnungen. Der Integrationsrat begrüßt und unterstützt dieses Konzept ausdrücklich.

Der geplante Neubau einer städtischen Unterkunft an der Kamener Straße ist im Sinne dieses Konzeptes ausgearbeitet. Die Unterkunft bietet dann kleine abgeschlossene Wohneinheiten, die den späteren Lebensumständen nahekommen. So können die Bewohner/innen von Fachkräften und Ehrenamt gezielt auf den Umzug in Privatwohnungen vorbereitet werden und die Eingliederung in das spätere soziale Umfeld wird erleichtert.

Der Integrationsrat empfiehlt, auch in Zukunft bei einer Belegung des Standortes mit ca. 60 Personen zu verbleiben. Mit größerer Belegung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Konflikten innerhalb der Wohnanlage, die Akzeptanz in der Nachbarschaft und auch der Stadtgemeinschaft nimmt ab.

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