Veterinäramt: Tierhilfe Ruhrtal muss Sachkunde- und Herkunftsnachweise liefern – Betreiber kooperiert

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Auf die private Tierstation an der Ardeyer Straße in Fröndenberg – Tierhilfe Ruhrtal Kranichpark – hat jetzt das Veterinäramt des Kreises Unna sein Auge. Der Betreiber zeige sich kooperierbereit.

Was der Betreiber am Montag schon selbst in den sozialen Netzwerken mitteilte (unser Bericht HIER), bestätigte uns jetzt auf Nachfrage Kreissprecher Max Rolke; und er machte die Sache konkreter: Bei der Besichtigung der Anlage im Industriegebiet an der Bahnlinie wurden Mängel offenkundig, die nun abgestellt werden müssen. 

Die Veterinärbehörde schaute sich bei der Besichtigung der „Tierhilfe Ruhrtal“ den baulichen Zustand der Anlage und der Käfige an, überprüfte die Haltungsbedingungen der dort untergebrachten Tiere – vornehmlich Vögel, auch Wildvögel, aber auch z. B. ein Nasenbär; sie kontrollierte vor allem auch, ob alle Nachweise vorliegen, die für das Betreiben einer solchen Tierstation (inzwischen ein kleiner Privatzoo) vorgeschrieben sind. 

Und da stellte sich heraus, dass manches mit Mängeln behaftet ist oder nachgeliefert werden muss.

„Es geht dabei sowohl um gesetzliche Auflagen, die im Naturschutzgesetz, dem Tierschutzrecht und im Baurecht verankert sind – vor allem aber um die angesprochenen Sach- und Herkunftsnachweise für die Tiere“, erklärt Max Rolke, ohne bezüglich der Mängel tiefer ins Detail zu gehen. „Diese Nachweise muss der Betreiber jetzt erbringen.“

Die Veterinäre haben ihm dafür keine bestimmte Frist gesetzt.Der Betreiber hat zugesichert, dass er mit der Veterinärbehörde kooperieren will. Diese begleitet ihn jetzt, hält Kontakt zu ihm und bearbeitet die Angelegenheit weiter“, sagt der Kreissprecher.

Da nach Einschätzung der Kreisveterinäre für die Tiere keine akute Gefahr besteht, können sie „bis auf Weiteres“ dort bleiben.

Die Veterinärbehörde, unterstreicht allerdings Max Rolke, „kontrolliert auch die Einhaltung der Auflagen.“

Der entscheidende gesetzliche Passus, um den es geht, ist im Tierschutzgesetz verankert:

Erlaubnis nach §11 TierSchG für die Vermittlung, Handel, Haltung, Pflege, Unterbringung, Einfuhr, Verbringen, Ausbildung von Tieren

Danach sind seit dem 13.07.2013 „im Sinne der Tiere und des Tierschutzes Mindestqualitätsstandards sicherzustellen“. Und: „Alle Personen, die mit den Tieren umgehen, müssen ab dem 01.08.2014 die erforderliche Sachkunde haben“, heißt es unter dem genannten Paragrafen.

Die Behörde (hier: das Kreisveterinäramt) „prüft die Sachkunde des Antragstellers … aufgrund der Darlegungen und Nachweise… Dabei sind grundsätzlich alle Aspekte zu würdigen, die zur Sachkunde beitragen können (bisherige Tätigkeit, jede Art von relevanter Aus-, Fort- oder Weiterbildung, erfolgreich abgelegte Prüfungen).“

Reichen die Kenntnisse und Fähigkeiten, also reicht die „Sachkunde“ nach Überzeugung der Behörde nicht aus, kann sie dem Betreiber die Auflage erteilen, sich entsprechend weiterzuqualifizieren – oder ihm schlimmstenfalls den Weiterbetrieb der Tierstation untersagen.