Baustart an Mühle Bremme für 2019 geplant – Ansiedlungsinteresse „sehr, sehr groß“

4
1584
Facebookrss

Nach Jahrzehnten endlich der Durchbruch für die Mühle Bremme – diese Nachricht schlug am Wochenende im positivsten Sinne wie eine Bombe in Unna ein. Ab 2019 sollen dem jetzigen Zeitplan nach hinter der Post die Bagger rollen.

Das Areal in der nördlichen Innenstadt ist verkauft, ein modernes Einkaufszentrum mit Verweilqualität soll dort entstehen. „Jetzt werden wir im Stillen unsere Hausaufgaben machen“, kündigte uns am Montagmorgen auf Nachfrage Peter El-Dessouki von der Immobiliengesellschaft Ten Brinke in Bocholt an.

Ten Brinke hat das Gelände hinter der Post von dem bisherigen privaten Eigentümer gekauft und will es zu einem neuen innerstädtischen Einkaufsviertel entwickeln. Und zwar hinter verschlossenen Türen: Damit die Spekulationen nicht ungezügelt ins Kraut schießen, wollen die Entwicklungspartner momentan über mögliche Ansiedlungen oder Wunschmieter striktes Stillschweigen wahren.

„Abgestimmt ist ein gemeinsames Vorgehen mit der Stadt Unna und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft“, bat  Peter El-Dessouki am Montagmorgen gegenüber unserer Redaktion um Verständnis. Fragen wie: „Wer kommt dorthin?“ – „Zwei- oder dreigeschossig?“ – „Wie wird das überhaupt aussehen?“ oder gar nach konkreten potenziellen Ankermietern wie H&M werden derzeit nicht beantwortet.

Erst wenn hieb- und stichfest klar sei, welche Unternehmen und Branchen sich auf dem nördlichen Innenstadtareal tatsächlich ansiedeln werden, wolle man „in einem großen Aufschlag“ umfassend gemeinsam darüber berichten, erklärte uns der Entwickler.

„Lieber fundiert als spekulativ.“

Denn als ehemaliger Unnaer kennt El-Dessouki den Erwartungsdruck, der auf dem Bremme-Gelände lastet. Wie viele hoffnungsvolle Entwicklungen sind in den vergangenen mehr als 25 Jahren schon wie Seifenblasen zerplatzt, darunter auch die Erwartung an ein Zugpferd wie den schwedischen Textilriesen.

„Was ich sagen kann – und zwar mit Überzeugung: Solche innerstädtischen Flächen mit einem solchen Entwicklungspotenzial sind bundesweit kaum noch zu finden“, erklärt Peter El-Dessouki. Das Mühle Bremme-Gelände sei sowohl fußläufig an die Einkaufszone wie auch für den motorisierten Verkehr unmittelbar an den Verkehrsring angebunden und biete von daher exzellente Möglichkeiten.

„Entsprechend hoch ist das Ansiedlungsinteresse“, setzt El-Dessouki hinzu, „auch von Interessenten aus derselben Branche.“

Als grober Zeitplan ist avisiert, dass ab übernächstem Jahr die Bagger rollen. Sprich: Ab 2019 bekommt Unna nach dem Neubau des Prünte-Komplexes (Drogeriehaus Müller) seine nächste Großbaustelle am nördlichen City-Eingangstor.

Zur Ten Brinke Group gehören laut Firmenprofil Niederlassungen in den Niederlanden, in Deutschland, Spanien und Griechenland mit über 700 Mitarbeitern. Die Referenzen sind Fachmarkt- und Nahversorgungszentren ebenso wie Wohnimmobilien und Polizeistationen. Der Jahresumsatz wird mit ca. 700 Mio. Euro angegeben.

Rückschau: Die Mühle Bremme und Viktoria

In den 90er Jahren konkurrierte eine mögliche Entwicklung des Mühlen-Geländes mit der damals  gleichzeitig geplanten Viktoria-Einkaufspassage – zwischen Viktoriastraße, Hammer Straße und nördlicher Innenstadt, Luftlinie nur wenige Schritte von der Mühle Bremme entfernt.

Elf Jahre lang konkurrierten die Projekte miteinander, Viktoria unterlag – der Rest ist Geschichte. Das  einst so hoffnungsbefrachtete Viktoria-Areal (neben der Werkstatt Unna an der Viktoriastraße) darf seither als Ökozelle in aller Gemütsruhe vor sich hin wuchern. Es befindet sich nach wie vor in privatem Besitz.

Aber auch an der Mühle Bremme tat sich viele weitere Jahre nicht. Bis jetzt – endlich – der Knoten durchschlagen scheint.

Erlaubter Warenbesatz:

Grundsätzlich erlaubt ist direkt am Ring so ziemlich alles, was mit Einzelhandel zu tun hat. 6850 Quadratmeter Verkaufsfläche sind für Einzelhandel an der Mühle erlaubt, davon allein 1 850 m² für einen SB-Markt inklusive Getränkemarkt.

 

 

Facebookrss

4 KOMMENTARE