In Königsborn ein 2,4 Mio.-Flüchtlingsneubau – in Massen sucht der Bund Mieter zum stolzen Preis

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Als vermeintlich alternativlos brachte Unnas Ratsmehrheit am Donnerstag den 2,4 Mio. Euro teuren Flüchtlingsneubau an der Kamener Straße auf den Planungsweg. Begleitet war der strittige Beschluss vom beschwörenden Appell Bernd Dreisbuschs (SPD), dass es zu diesem Erweiterungsbau keine Alternative gebe.

Hinweise auf Alternativen in der  Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Massen bezeichnete Dreisbusch als “populistisch”, da sei alles geprüft worden.

Zugleich sucht der Bund gerade selbst Mieter – und zwar in Massen-Nord, Buderussstraße, Adresse der Erstaufnahme resp. Landesstelle. Dort steht frisch und “aufwändig saniert” Wohnraum leer. Zum stolzen Preis – knapp 7 Euro pro Quadratmeter. Dieser Preis bewegt sich knapp am oberen Drittel des aktuell in Unna (Massen) Üblichen (Quelle Immobilienscout24).

“Das ultimative Angebot für Sie! Ideale 2-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss im grünen Massen!”, wirbt die als Anbieterin auftretende “Bundesanstalt für Immobilienaufgaben” auf dem Portal Immonet.de z. B. für eine “gemütliche und äußerst vorteilhaft geschnittene 2,5-Zimmer-Wohnung”, “im Erdgeschoss eines gepflegten 4-Familienhauses in einer netten Wohnsiedlung im Stadtteil Unna-Massen-Nord”.

Die Gegend, preist die Bundesbehörde die Lage im westlichen Stadtteil an, “eignet sich für jeden, der gern etwas außerhalb des Stadtrummels wohnen möchte und doch innerhalb kurzer Zeit alles Notwendige erreichen kann.”

Für Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, eignet sich diese nette Wohngegend offensichtlich nicht, sie wurde nicht – auch nicht übergangsweise – als Alternative zum kostenträchtigen Neubau in Königsborn in Betracht gezogen.

Während aus der SPD das Signal kam, das sei geprüft worden und ginge nicht, erklärte Bürgermeister Werner Kolter schon in der Hauptausschusssitzung eine Woche vor dem Ratsentscheid unverhohlen: Er wolle keine Asylbewerber geballt in Massen (Nord) unterbringen, sondern an der “dezentralen” Einquartierung über die Stadt verteilt festhalten. Das habe sich bewährt mit Blick auf die Integration. Und daran halte er fest.

Die auf Immonet von der Bundesimmobilienbehörde beworbene Zweieinhalbzimmerwohnung ist im Mietpreis mit 300 Euro Grundmiete angegeben, 400 Euro inklusive aller Nebenkosten. Die Wohnung ist mit 43 qm ca. 4 qm kleiner als die an der Kamener Straße geplanten Einheiten. Beizubringen sind von Interessenten die üblichen Unterlagen, darunter Einkommensnachweis (Lohnabrechnung, Renten- oder BAföG-Bescheid) oder die Kostenübernahme der ARGE für Miete und Kaution.

 Statement der Freien Liste Unna (FLU)

STATEMENT DER STADT UNNA

 

 

6 KOMMENTARE

  1. Wenn ich das hier lese, einen Kostenvergleich mache bei 16 WE und dann lese dass das keine Alternative zu dem Invest an der Kamener Straße sein kann muss ich mich schon wundern. Wenn ich dann lese dass es keine stichhaltige Begründung gibt warum die geplanten Baukosten einer Immobile fernab von einer Toplage 20% über denen eines Bauträgers in Innenstadtlage liegen, ebenfalls. Zumal man davon ausgehen muss das die Investition nicht bei 2,4Mio bleibt sondern mit Inventar sicher bei 3Mio liegen wird. Wenn ich dann heute lese das Unna lt. Gemeindeprüfungsanstalt NRW zu hohe Ausgaben hat bei Kindern, Sport, Kultur, es zu viele Spielplätze gibt und Unna dringend aufgefordert ist zum Sparen, auch. Wenn in dem Bericht dann auch noch steht, dass Unna bei den Einnahmen bereits in der Top Liga ist und sowohl die Grundsteuer B und die Einnahmen der Kita Finanzierung ebenfalls im oberen Drittel liegen und dann noch lese dass es eine Empfehlung gibt die Eltern bei den Kita Beiträgen noch höher zu belasten, verwundert mich die Überlegung einer Investition von mehr als 2,4Mio nicht mehr sondern es keimt der Verdacht auf das der Rat, voran der Bürgermeister, im Moment offensichtlich bei der Investition an der Kamener Straße alle Interessen vertritt, aber nicht die der Unnaer Bürger

  2. Wie ich lesen mußte gibt es offensichtlcht eine Stellungsnahme des Stadtsprechers dazu. Hier meine Antwort.
    Das was von dem Rat der Stadt Unna zu dem Thema der Investition an der Kamener Straße abgeliefert wird ist immer Abenteuerlicher. Ist doch für den Bürgermeister die Immobilie, fernab von weiterer Wohnbebauung, das Zentrum der Integration widerspricht der Ratssprecher, dass die Immobilie doch nur als Übergangslösung für Zuweisungen von Flüchtlingen dienen soll. Was stimmt denn hier. Ich vermute mittlerweile dass es hier( analog zu dem Eklat Opherdicke) nur noch um persönliche politische oder auch monetäre Interessen handelt. Die Interessen der Unnaer Bürger…, scheiss was drauf.