Weil andere Kulturen anders reagieren: Polizei schult dauerhaft „interkulturelle Kompetenz“

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Foto (Polizei Dortmund): Die Künstlerin Gerburgis Sommer und der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange bei der Ausstellungseröffnung.

„Menschen mit Zuwanderungsgeschichte schauen auf eine unterschiedliche kulturelle Prägung zurück. Mit dieser Prägung betrachten und deuten sie Ereignisse anders. Was in polizeilichen Einsätzen schnell zu Missverständnissen oder gar gefährlichen Situationen führen kann.“ Beispiele dafür gibt es gerade in der Dortmunder Nordstadt genug.

Daher ist das Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ bei der Dortmunder Polizei gestern als Daueraufgabe installiert worden. „Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wurden am Montag rund 130 Führungskräfte der Dortmunder Polizei interkulturell gestärkt“, verkündet eine Pressemitteilung vom heutigen Dienstag.

In ihr heißt es:

„Mittlerweile haben 22,5 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Zuwanderungsgeschichte. Diese Zahl wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich erhöhen. Menschen mit Zuwanderungsgeschichte … betrachten und deuten  Ereignisse anders. Was in polizeilichen Einsätzen schnell zu Missverständnissen oder gar gefährlichen Situationen führen kann.

Zu wissen, dass unterschiedliche kulturelle Erfahrungen zu unterschiedlichen Deutungen führen, ist der erste Schritt. Dieses zu erkennen, zu verstehen und das eigene Handeln darauf abzustimmen, ist die Aufgabe aller staatlichen Institutionen und gerade auch der Polizei.

So sollte der gestrige Vortrag vor Führungskräften der Polizei … Handlungskompetenz für den Umgang mit Menschen anderer Kulturen vermitteln.

Die Grundannahme, dass Interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselfertigkeit für die gemeinsame Zukunft in Deutschland ist, stand dabei im Mittelpunkt. Schnell wurde deutlich, dass auch der Erfolg zukünftiger Polizeiarbeit mit der Fähigkeit, mit den vielen unterschiedlichen Kulturen zu interagieren, eng verknüpft ist.

Der Dortmunder Polizeipräsident freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung und betonte: „Die Veränderungen in unserer Gesellschaft finden sich ja mittlerweile auch in Reihen der Polizei wieder. Immerhin über 11 Prozent der neu eingestellten Polizistinnen und Polizisten haben ebenfalls einen Migrationshintergrund. Diese Kolleginnen und Kollegen in den polizeilichen Alltag einzubinden, heißt voneinander zu lernen und zu profitieren.“

Im Anschluss an die Veranstaltung eröffnete Herr Lange gemeinsam mit der Künstlerin Gerburgis Sommer und einer Vielzahl von Gästen im Foyer des Polizeipräsidiums die Wanderausstellung „Schau mich an – Gesichter einer Flucht“.

Viele Menschen kennen Geflüchtete nur als „die Flüchtlinge“, pauschalisierend, anonym – und meistens klingt es negativ. Die Ausstellung, die noch bis Anfang November bei der Dortmunder Polizei gastiert, zeigt einzelne Schicksale, erzählt deren Geschichte und fordert geradezu auf: Schaut nicht weg, sondern mich an!“