Freier Wohnraum in Landesstelle vs. teurer Asyl-Neubau – FLU: “Mär der Alternativlosigkeit ist widerlegt”

2
335

Die Bundesimmobilenbehörde wirbt auf dem freien Markt um Mieter für freien Wohnraum in Massen-Nord – sprich der Landesstelle: “Damit ist die Mär der Alternativlosigkeit widerlegt”,  bilanziert FLU-Fraktionschef Klaus Göldner.

Er spricht von der “Alternativlosigkeit” eines 2,4 Mio. Euro teuren Flüchtlingsheim-Erweiterungsneubaus in Königsborn.

Aus seinem Portugalurlaub mailte uns Göldner, Fraktionsvorsitzende der Freien Liste Unna, am Mittwochmorgen seine Einschätzung des – überraschenden – Mietangebotes an der Buderusstraße.

“Durch das Angebot der Wohnungen in der Landesstelle und die Art, wie die Wohnungen angepriesen werden, dürfte die Mär von der Alternativlosigkeit eines teuren Neubaus endgültig widerlegt worden sein”, schlussfolgert Klaus Göldner aus dieser neuesten Entwicklung, über die wir am Montag berichteten.

“Auch der Vorwurf des Populismus, der in dieser Debatte nicht zum ersten Mal zielgerichtet an meine Adresse gerichtet wurde, stellt sich einmal mehr als unbegründet dar. Was ist populistisch an der Forderung, städtische Verpflichtungen mit Blick auf die Finanzlage möglichst kostengünstig erfüllen zu wollen?”, kontert Göldner die Kritik des SPD-Ratsherrn Bernd Dreisbusch, die dieser in der Ratssitzung am vorigen Donnerstag kundtat.

Seine Bedenken an der (über-)eiligen Beschlussfassung sieht Göldner durch das Mietangebot der Bundesbehörde einmal mehr bestätigt.

“Der Bürgermeister hat immer wieder mit plötzlich ankommenden Menschen argumentiert, die mitten  der Nacht oder am Wochenende sofort untergebracht werden müssen”, erinnert der FLU-Vorsitzende an zurückliegende Diskussionen.

“Während das Heim an der Kamener Straße jedoch erst noch teuer gebaut werden müsste – laut CDU und SPD ist der Neubau angeblich ja noch nicht einmal beschlossen, sondern nur seine Planung vorbereitet – könnten die Leute in Massen sofort einziehen.”

Und nach “Ghetto” höre sich die Beschreibung des Wohnungsangebotes in der Landesstelle nun wirklich nicht an, kommentiert Göldner den Text in der Immobilienanzeige auf Immonet.de. Für ihn stellt sich jetzt die Frage:

“Sind anerkannte Flüchtlinge, entgegen jahrzehntelanger Praxis, in Massen nicht mehr erwünscht? Oder steht der Unterbringung nur der deutlich formulierte entgegen stehende Wille des Bürgermeisters im Wege?”

Es wurde immer wieder behauptet, alle Alternativen zum Neubau an der Kamener Straße seien geprüft worden, erinnert Göldner an die Ausschussitzungen. “Angesichts dieser Entwicklung kann ich das nicht mehr glauben.”