Stadt: Wohnungen des Bundes in Massen keine Alternative zu Gemeinschaftsunterkunft

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Für die Stadt Unna sind freistehende Wohnungen im Massener Norden keine Alternative zu dem geplanten Neubau in Königsborn. Wieso, erklärte uns am Mittwochnachmittag der Referent des Bürgermeisters, Oliver Böer.

Foto: Unna.de

Ganz unabhängig davon, ob ein privater Vermieter Wohnraum anbiete oder (wie an der Buderusstraße – wir berichteten) die Bundes-Immobilienbehörde selbst: Es helfe bei der Zielsetzung der Verwaltung nicht weiter, legt Böer die Argumentation der Stadt dar.

Denn die „städtische Immobilie“, die für 2,4 Mio. Euro an der Kamener Straße als Ersatz des bisherigen Asylheims gebaut werden soll (die Bezeichnung „städtische Unterkunft“ wurde auf Wunsch der FDP neutralisiert), ist laut Böer als „vorläufige Gemeinschaftsunterkunft“ gedacht.

Das heißt: Asylbewerber, die Unna von der Bezirksregierung zugewiesen werden, sollen in der neuen Unterkunft gerade nicht längerfristig wohnen, sondern nur übergangsweise.

Wie auch in der Erstaufnahmeeinrichtung Massen: Auch dort bleiben Flüchtlinge nur einige Tage bis höchstens 2 Wochen. Sie werden dort vom Land registriert und dann an  Kommunen in ganz NRW verteilt.

Selbst unterzubringen hat die Stadt Unna aber jene Asylbewerber, die ihr das Land konkret aufs Stadtgebiet zuweist. Und diese will sie eben übergangsweise in dieser neuen Gemeinschaftsunterkunft einquartieren.  

So lange bzw. kurz, bis sie – getreu dem bisherigen Konzept der Stadt – „dezentral“ über das Stadtgebiet verteilt werden können.

Ob dies dann aber wiederum auch in freien Wohnungen der Bundesimmobiliensanstalt in Massen-Nord geschehen könnte/soll/gewünscht ist, bleibt offen. Ebenso wie die Frage, wo die dafür wiederum nötigen Wohnungen bei einer Leerstandsquote von gerade mal 2 Prozent in Unna herkommen sollen. 

Offen bleiben weiterhin auch alle anderen Kritikpunkte der Ratspolitiker Klaus Göldner (FLU) und Christoph Tetzner (fraktionslos) – von der Überstürztheit der Planung bis zu den enormen Baukosten.

3 KOMMENTARE

  1. Das was von dem Rat der Stadt Unna zu dem Thema der Investition an der Kamener Straße abgeliefert wird ist immer Abenteuerlicher. Ist doch für den Bürgermeister die Immobilie, fernab von weiterer Wohnbebauung, das Zentrum der Integration widerspricht der Ratssprecher, dass die Immobilie doch nur als Übergangslösung für Zuweisungen von Flüchtlingen dienen soll. Was stimmt denn hier. Ich vermute mittlerweile dass es hier( analog zu dem Eklat Opherdicke) nur noch um persönliche politische oder auch monetäre Interessen handelt. Die Interessen der Unnaer Bürger…, scheiss was drauf.