Beruf – geliebtes Hobby – rotes Tuch: Hubertus-Wochenende im Zeichen der Jagd

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Das kommende Wochenende steht im Zeichen des Schutzpatrons der Jäger, dem Heiligen Hubertus. Das Thema Jagd entzweit: Für die einen ist es Beruf, für die anderen liebstes Hobby, für Tierschützer hingegen ist Jagd – vor allem Treibjagd – ein rotes Tuch.

Bei Fachmessen wie der „Jagd und Hund“ in den Dortmunder Westfalenhallen sammeln sich jedes Jahr protestierende Tierschützer; auch das „Hubertus-Wochenende“ an diesem Samstag und Sonntag (28./29. Oktober) im Wildwald Vosswinkel sorgt für Kontroversen, die allerdings nicht offen auf der Facebookseite des Wildwalds selbst ausgetragen werden dürfen.

Dort wird Kritik von Tierschützern an der Jagd und ihrer romantisierenden Verklärung zwar nicht entfernt, aber „verborgen“: Die Kommentare stehen damit weiter auf der Facebookseite, sind jedoch nur noch für den Schreiber selbst und seine Facebook-„Freunde“ sichtbar. Der Verfasser merkt dies wenn überhaupt, dann nur durch Zufall.

Dem Betreiber (der Seite und des Wildwalds) steht es frei, so zu verfahren, bei den Tierschützern kommt er damit nicht gut an. Statt dessen tobt die Diskussion nun schon seit Tagen hitzig in einem Mendener Facebookforum: Leidenschaftliche Jäger/innen gegen ebenso leidenschaftliche Tierschützer/innen.

Wildschweinfütterung im Wildwald Vosswinkel.

Der Wildwald lädt in seinem Zündstoff bietenden Posting zum „Hubertus-Wochenende“ ein, das sich mit dem Thema „Jagd durch die Jahrtausende“ befasst.

„Nicht jeder kann heute mit dem Thema „Jagd“ noch etwas anfangen. Dabei bestimmt es seit Beginn der Menschheitsgeschichte unser Leben. Dem einen ist sie heute Beruf oder wichtiges Hobby, der andere weiß damit nichts anzufangen oder lehnt sie sogar ab. Wir wollen darüber mit Euch ins Gespräch kommen“, bietet der Betreiber auch jagd-kritischen Besuchern ein Gesprächsforum.

Am Samstag (28.10., 10:00 – 16:00 Uhr) können die Besucher bei den Feldbogenschützen aus Wickede e.V. alte und neue Jagdtechniken kennenlernen und selbst ausprobieren. Preise winken. „Am Samstag um 16:00 Uhr kannst Du dann dabei sein, wie eine echte Jagdgesellschaft von der Hubertusjagd zurückkehrt. Das erlegte Wild wird feierlich und respektvoll auf Fichtenzweigen gebettet; kann sogar angefasst und untersucht werden“, heißt es in der Ankündigung weiter. „Die Jäger blasen dem Wild zu Ehren die traditionellen Jagdsignale… Natürlich kann das jagdfrische Wild vor Ort auch erworben werden.“

Am Sonntag (29.10., 11:00 Uhr) folgt die festliche Hubertusmesse,  mit Naturschützern, Waldlehrern, Falknern, Reitern, Hundeführern, Jagdhornbläsern und Gästen – „eine besinnliche, vielleicht sogar fromme Stunde in der Eichenkirche neben dem Wildwald“, formuliert es die Einladung. Die Kollekte ist für die Csilla-von-Boeselager-Stiftung Osteuropahilfe e. V. bestimmt. „Zu dieser katholischen Messe ist jeder (!) sehr willkommen, der Gott in der malerischen Kulisse unter 100-jährigen Eichen und Buchen begegnen möchte und die religiösen Gefühle anderer zu achten bereit ist.“

Der imposante Wildwald-Uhu.

2 KOMMENTARE

  1. Die Hobbyjagd ist so überflüssig wie ein Kropf. Andere Länder (z.B. die Schweiz) haben bewiesen, dass es wunderbar ohne geht. Je mehr der Mensch eingreift, umso mehr gerät die natürliche Regulation des Wildes aus dem Lot. So ist z.B. die starke Vermehrung der Wildschweine „jägergemacht“…. sagt übrigens ein Jäger! Je mehr geschossen wird, umso stärker vermehren sich die Tiere. Und einzig die Jäger entscheiden, welche Tiere es angeblich „zu viel“ gibt.
    Die ständige, unnatürliche Anfütterung der Wildschweine durch Jäger und die dadurch verunreinigten Futterplätze, fördert die Verbreitung der so oft beklagten Schweinepest.
    Viele Menschen können sich nicht vorstellen, welch entsetzliche Grausamkeiten bei der Jagd passieren. Hier ist vor allen Dingen die Treib/Drückjagd zu verurteilen, bei der wenig Tiere richtig getroffen werden und oft erst nach langer Zeit jämmerlich verenden.
    Das Töten von gesunden Tieren aus Spaß ist eigentlich ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Oft es geht es nur um die beste Trophäe, den kapitalsten Bock geschossen zu haben. Hier geht es auch nicht mehr um die Verwertung des Fleischs.
    Es dürfte nur noch Berufsjäger geben, die eine langjährige Ausbildung absolviert haben und sich darum kümmern, dass alte und kranke Tiere nicht leiden müssen.
    Es ist nicht nachzuvollziehen, wie Menschen Spaß am Töten von jungen, gesunden Tieren haben – einzig zur Befriedigung ihrer Eitelkeit.