„Türkisches Strafgericht“ verbreitet Schrecken: Rentnerin zahlt aus Angst hohe „Kaution“

0
602

Sie hätte Terrororganisationen unterstützt, nahm eine Rentnerin aus Menden mit Schrecken zur Kenntnis –  in den Händen hielt sie ein Schreiben von einem vermeintlichen „türkischen Strafgericht“.

Und das forderte sie ultimativ zur Zahlung auf. Die tief erschreckte Frau verschickte tatsächlich Geld. Und nicht zu knapp.

Die Polizei des Märkischen Kreises warnt eindringlich von dieser nagelneuen Betrugsmasche. Die 71 jährige Mendenerin hielt das Schreiben des angeblichen Strafgerichts für echt – weil darin die Staatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamt erwähnt waren.

Den abstrusen Vorwurf, man halte sie u. a. der Zahlungen an Terrororganisationen für verdächtig, glaubte die Rentnerin. Der Verfasser forderte sie zur Zahlung einer Kaution auf – die 71 Jährige verschickte tatsächlich das Geld.

Wenige Tage später bekam sie einen Anruf von der vermeintlichen „Staatsanwaltschaft“. Das Geld sei nicht angekommen und müsse nochmal verschickt werden. Die 71-Jährige ging tatsächlich erneut zur Bank, wollte abermals überweisen – doch wegen der Höhe der Summe (die in dem Polizeibericht nicht genannt wird) wurde aber diesmal zum Glck eine Mitarbeiterin stutzig, erkannte einen möglichen Betrug und rief die Polizei.

Die Masche ist der Polizei des Märkischen Kreises bisher zwei Mal bekannt geworden. Einem 72-jährigen Meinerzhagener war zwar auch das Schreiben zugegangen, allerdings verständigte er die Polizei, nachdem er vergebens versucht hatte den vermeintlich „zuständigen Sachbearbeiter“ im Bundeskriminalamt zu erreichen.

Die Polizei rät dringend: „Seien Sie wachsam! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Übergeben oder verschicken Sie niemals Geld an Unbekannte. Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der das Schreiben oder der Anruf kommt. Suchen Sie sich hierfür selbst die Telefonnummer heraus. Sollten Sie Opfer eines derartigen Betrugsversuches geworden sein verständigen Sie die Polizei unter Notruf 110.“

Sachdienliche Hinweise zum aktuellen Fall nimmt die Polizei Menden unter 02373/9099-0 entgegen.