Nach Brandlegung in Asylheim: “Flüchtlinge sind keine Gefangenen”

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Symbolbild eines Asylbewerbers. (Bildquelle: Pixabay)

“Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft sind keine Gefangenen.” Demnach gibt es keine 100prozentige Sicherheit vor Brandanschlägen in Asylheimen, betont Christoph Söbbeler von der Bezirksrgierung Arnsberg nach dem Feuer in der Zentralen Unterbringung (ZUE) Rüthen, das auf Brandstiftung zurückzuführen war – nach momentanen Erkenntnissen von einem Bewohner in seinem Zimmer gelegt.

Ein 22 jähriger Marokkaner steckte demnach seine Matratze in Brand, worauf sich derartiger Qualm entwickelte, dass die Unterkunft (momentan mit 216 Personen belegt) komplett geräumt werden musste und 20 Bewohner Rauchgasverletzungen erlitten. Den dringend der Brandstiftung verdächtigen Nordafrikaner schickte der Haftrichter in U-Haft.

Die Brandschutzvorgaben seien in der ZUE eingehalten worden, unterstrich auf Nachfrage unserer Redaktion Bezirksregierungssprecher Söbbeler. “Alle Zimmer sind mit Rauchmeldern ausgestattet. Die Brandmeldeanlage hat auch angeschlagen.”

Es herrsche Rauchverbot in allen Zimmern, einschließlich dem Verbot von Shishas (Wasserpfeifen), Kerzen und anderem offenen Feuer.

Auf das Einhalten dieser Regeln achte der Sicherheitsdienst der Unterkunft bei regelmäßigen Kontrollgängen durch die Zimmer, fährt Christoph Söbbeler fort. Ebenso gebe es wie in jeder Landeseinrichtug für Asylbewerber Ein- und Ausgangskontrollen, damit man wisse, wer sich dort aufhalte.

Aber: “Wir können die Leute nicht filzen”, betont der Regierungssprecher. “Und wir können die Unterkunft auch nicht abschließen oder die Bewohner in ihren Zimmern einsperren. Es sind ja keine Gefangenen.”

Von daher bleibe in dieser wie in jeder anderen Asylunterkunft stets das Risiko, dass negative Dinge passierten: sei es eine mutwillige oder fahrlässige Brandstiftung oder Streit mit ernsten Folgen zwischen Bewohnern.

Gebrannt habe es in der großen ZUE Rüthen zum ersten Mal, sagt Söbbeler.