Weitere (Klein-)Pferde mit Messer misshandelt

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Symbolfoto (Pixabay)

Die Verletzung eines Pferdes auf einer Weide in Fröndenberg-Altendorf war leider kein Einzelfall.

Im selben Zeitraum wurden auch im Dortmunder Nordosten zwei Ponys misshandelt – nachts auf ihrer Koppel gefesselt und mit einem Messer gequält.

Hinweise  zu möglichen Verbindungen dieser Tierquälereien hat die Polizei bisher nicht, ebensowenig fehlen konkrete Spuren zu den Tätern.

“Es gibt leider nicht nur bei uns im Kreis Unna manchmal Meldungen darüber, dass Pferde oder andere Tiere verletzt wurden”, bestätigte uns Polizeisprecherin Ute Hellmann auf Nachfrage.

Nach der Berichterstattung über den Fall in Altendorf – Unbekannte fügten dem betroffenen Pferd in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober auf seiner Weide eine tiefe Schnittwunde am Hals zu – gingen bei der Kreispolizei einige Anrufe ein.

“Dabei wurde hauptsächlich gesagt, dass man mal irgendwann ein dunkles Auto an der Straße habe parken sehen. Näheres ist nicht bekannt”, beschreibt Ute Hellmann die vagen Hinweise, mit der den Tätern natürlich schwer beizukommen ist.

“Eine Frau meinte, dass sich das Pferd ja auch selbst verletzt haben könnte am Zaun. Das ist laut tierärztlicher Begutachtung aber nicht so”, fügt die Polizeisprecherin hinzu.

Das Tier erlitt eine ca. 10 cm lange Schnittwunde am Hals, die genäht werden musste.

Die Hunde des Weidenbesitzers sollen laut Hellmann gegen Mitternacht angeschlagen haben. Ein Hinweis darauf, dass sich zu diesem Zeitpunkt Unbefugte auf der Weide aufhielten – aber auch dazu gibt es leider nichts Konkretes, bedauert Ute Hellmann.

Ebenso wie bei der Quälerei zweier Ponys in Dortmund-Derne und Hostedde, über die in dieser Woche der  Radiosender 91,2  berichtete.

Im zeitlichen Abstand von zehn Tagen waren die beiden Kleinpferde auf ihren Koppeln nachts gefesselt und mit einem Messer gequält worden.
Beim ersten Fall in Derne fand die Polizei noch einige Utensilien, die der Täter für seine Tierquälerei verwendet und offenbar vergessen hatte: Stricke, ein Halfter… Doch die Suche nach dem Ponyhasser sei sehr schwierig, sagte Polizeisprecher Gunnar Wortmann im Lokalradio, weil es keine serologischen Spuren wie Blut oder Gewebe gebe.
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Gefasst wurde im vergangenen Jahr ein 66 jähriger Mann, der mehrfach Sex mit Ponystuten gehabt haben soll – er missbrauchte die Kleinpferde in einem Stall im Dortmunder Nordosten, Stadtteil Kemminghausen.

Die Stallbesitzer griffen nach den ersten Missbrauchsfällen zur Selbsthilfe. Sie installierten eine Videoüberwachung im Stall.

 

Prompt tappte der mutmaßliche Pony-Vergewaltiger in die Falle:Per Live-Überwachung beobachtete eine Verantwortliche an einem Samstagabend einen Mann auf dem Gelände. Er führte ein Pony aus dem Stall und wollte sich augenscheinlich an dem Tier vergehen. Der Stallbesitzer alarmierte sofort weitere Besitzer und die Polizei.

Der vermeintliche Tierquäler konnte von den Pferdebesitzern angetroffen und festgehalten werden, bis die Polizei kurze Zeit später vor Ort erschien und den 66-jährigen Mann aus Dortmund zwecks Identitätsfeststellung zur Wache Eving brachte.

Ob der 66-Jährige auch für die anderen Taten im Oktober und Dezember letzten Jahres verantwortlich ist, wird noch ermittelt.

MISSBRAUCH VON TIEREN – SODOMIE: DIE GESETZESLAGE

Mit einem Bußgeld von im Höchstfall 25.000 Euro muss rechnen, wer einer sexuellen Handlung mit einem Tier  überführt wird. Eine Freiheitsstrafe muss er nicht befürchten. Denn Sodomie – oder auch Zoophilie – gilt in Deutschland lediglich als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftatbestand.

Dass der Missbrauch von Tieren überhaupt wieder gesetzlich verfolgt wird, ist aus Tierschutzsicht bereits als Erfolg zu verbuchen. Denn 33 Jahre lang war Sodomie in unserem Land tatsächlich erlaubt. Es sei denn, das Tier musste dabei nachgewiesen Schmerzen erleiden. Erst vor anderthalb Jahren, im Juli 2013, zog der Gesetzgeber wieder die Zügel an und stufte Sodomie zumindest als Ordnungswidrigkeit ein. Wie bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung gelten seither die entsprechenden Bußgeldkataloge.

Bis 1969 war der Missbrauch von Tieren in Deutschland ein Straftatbestand, der somit auch mit Freiheitsstrafe geahndet werden konnte. Im Zuge der damaligen großen Strafrechtsreform wurde die Strafbarkeit von Zoophilie jedoch vollständig aufgehoben. Und dabei blieb es – 33 Jahre lang.

Die Einstufung als Ordnungswidrigkeit geht dem Deutschen Tierschutzbund naheliegend nicht weit genug. Immerhin begrüßt er, dass von nun an nicht mehr Verletzungen oder Verhaltensstörungen als Folge des Missbrauchs an Tieren nachgewiesen werden müssen.

In Deutschland ist es mit der Gesetzesänderung vom 13. Juli 2013 nun grundsätzlich verboten, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.“ (§ 3 S. 1 Nr. 13 TierSchG) und wird als Ordnungswidrigkeit verfolgt.

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