Nach Zugriff auf Grapscher: Angedrohte Anzeige gegen Polizei liegt noch nicht vor

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Mit lautstarker Hilfe von Polizeihund Ivo ergriffen Bundespolizisten Sonntagfrüh vier mutmaßliche Grapscher im Keuningpark – damit waren zwei Zeuginnen offenbar gar nicht einverstanden.

Wie berichtet, hatten zwei bislang unbekannte Frauen den Zugriff auf vier Iraker am frühen Morgen des 12. 11. in der Nordstadt beobachtetet und „dokumentiert“. Sie schrieben sich die Kennzeichen der Einsatzfahrzeuge auf und kündigten auf Nachfrage der Polizisten an, dass sie sie anzeigen würden.

Weshalb, sagten sie nicht, offenbar waren sie mit dem Verlauf des Zugriffs nicht einverstanden. Es wurde niemand verletzt.

Auch nicht von „Ivo“, dem Respekt einflößenden Diensthund: Dieser musste nicht einmal  zubeißen, sondern hielt die Männer, die sich in ein Gebüsch verkrochen hatten, durch seine bloße Präsenz und lautes Bellen in Schach. Dies betonte Bundespolizeisprecher Volker Stall gegenüber Rundblick Unna noch einmal deutlich.

Von einem unangemessenem Vorgehen der Einsatzkräfte könne keine Rede sein.

Die von den beiden Frauen angekündigten Anzeigen liegen bisher den auch nicht vor, sagte uns Volker Stall am Mittwoch. „Ich kann mir auch vorstellen, dass da nichts mehr kommt, nachdem diese beiden Zeuginnen inzwischen in den Medien gelesen haben dürften, weshalb dieser Zugriff erfolgte„, vermutet er. Aber man sehe der Sache absolut entspannt entgegen. Man habe sich nichts vorzuwerfen.

Der erfahrene Bundespolizist hatte sich im Gespräch mit unserer Redaktion schon am Montag  sehr verwundert darüber gezeigt, dass ausgerechnet zwei Frauen gegen Polizisten vorgehen wollen, die gerade vier vermutliche Sextäter (gegen Frauen) dingfest gemacht haben. 

Die vier Iraker (alle in laufenden Asylverfahren) hatten nach bisherigem Ermittlungsstand zwei junge Frauen aus Werne und Hamm auf dem Bahnhofsvorplatz massiv beleidigt, bespuckt und sexuell belästigt. Gemeldet sind sie in Wuppertal, Bochum und Witten.

Gegen alle vier wurden Strafverfahren wegen Beleidigung, Nötigung und sexueller Belästigung ein. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Ob und wie sich der Vorfall auf die Asylverfahren der Männer auswirkt, hängt von den jeweils zuständigen Ausländerbehörde ab. Für eine unverzügliche Abschiebung sind nach momentaner Gesetzeslage mindestens 3 Jahre Haft ohne Bewährung erforderlich. In Kriegsgebiete darf auch dann nicht abgeschoben werden.

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