Geprügelt, getreten, geraubt: Aggressive Jugendgruppe zieht „marodierend“ durch DO-City

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(Foto: Rundblick)
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Sie „zogen marodierend durch die Dortmunder Innenstadt“, beschreibt Polizeisprecher Kim Freigang das abschreckend rohe Verhalten einer Gruppe Jugendlicher bzw. Heranwachsender, die Samstagnacht raubend und prügelnd die City heimsuchte. Unter den Opfern waren auch einige junge Leute aus dem Kreis Unna, die in der benachbarten Großstadt eine Disco besucht hatten.

Drei Raube und Körperletzungsdelikte gehen nach derzeitigem Stand auf das Konto der Gruppe, die zum ersten Mal gegen 0.15 Uhr an der Ritterstraße in der Nähe einer Disko auffiel.

Die zuerst eintreffende Polizeistreife sah eine Prügelei auf offener Straße; ein Zeuge machte das Einsatzteam darauf aufmerksam, dass einer der Täter eine Stichwaffe trug.

Genau dieser Jugendliche rannte in diesem Moment den Beamten mit einem verdächtigen Gegenstand in den Händen direkt entgegen. Die Beamten „sprachen“ den Angreifer zu Boden, wie es im Polizeideutsch heißt  – d. h. sie zwangen ihn, sich auf den Boden zu legen, und zogen dabei ihre Dienstwaffen. Dann nahmen sie den Aggressor fest. Sein Alter: gerade mal 16.

Die Attackierten, ein Paar aus Dortmund (sie 31, er 42), erzählten, sie hätten gerade das Lokal verlassen, als ihnen zwei junge Männer folgten. Einer schleuderte plötzlich eine Bierflasche in Richtung des Pärchens, die auf der Motorhaube eines geparken Pkw zersplitterte.

Glassplitter trafen die junge Frau im Gesicht. Als sie den jungen Mann ansprach, schlug ihr ein anderer Heranwachsender mit der Faust gegen die Stirn. Der Ehemann wollte seiner Frau zur Hilfe kommen und wurde von dem 16-Jährigen mit einem Schraubendreher bedroht.

Die Polizei traf rechtzeitig ein, bevor die Lage eskalieren konnte.

Gegen 0.45 Uhr wurden Einsatzkräfte zu einer weiteren Körperverletzung zur Leonie-Reygers-Terrasse gerufen. Auch das dortige Opfer – ein 17Jähriger aus Witten – hatte gerade mit Freunden eine Diskothek verlassen, als er aus einer ca. 7köpfigen Gruppe heraus nach einer Karte für eine Party gefragt wurde.

Der 17 Jährige sagte, er hätte keine Karte – sofort setzte es Prügel. Dann wurde er zu Boden geworfen und von mehreren Personen getreten. Auch einen seinen Begleiter attackierte die Gruppe mit roher Gewalt, danach verschwanden alle.

18 Jähriger aus Bönen die Treppe am U hinuntergetreten

Die dritte Attacke dieser Nacht war besonders heftig und betraf junge Leute aus dem Kreis Unna.

Um 1.25 Uhr verließ schließlich ein 18-Jähriger aus Bönen gemeinsam mit drei Begleitern die Diskothek am „U“, weil einer seiner Freunde an Übelkeit litt. In diesem Moment näherte sich eine unbekannte Gruppe – sie boten ihre „Hilfe“ an.

Dankend lehnten die jungen Leute aus dem Kreis Unna hab – und da bekam der 18-Jährige einen so brutalen Tritt in den Rücken, dass er die Treppe hinunterstürzte. Einer der Angreifer forderte daraufhin „das Handy oder Geld“ – worauf die Opfer es schafften, zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen.

Im Rahmen der Nahbereichsfahndung nahm die Polizei zwei junge Dortmunder fest – einer 14, einer 17 – auf die die Täterbeschreibungen der angegriffenen jungen Leute sehr genau passten. Es ergaben sich Hinweise, dass der 17-Jährige zuvor auch bei der Attacke auf deas Paar an der Ritterstraße beteiligt gewesen sein könnte. Auch für den Angriff auf den jungen Wittener kamen beide Jugendlichen in Betracht.

Alle drei – der 14-, 16- und 17 Jährige – wurden vorübergehend festgenommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen bzw. in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten übergeben.

Auf Nachfrage unserer Redaktion ergänzte Polizeisprecher Freigang, dass alle bereits polizeibekannt seien. Sie seien Dortmunder. Ihre Nationalität sei Deutsch.

Ob Migrationshintergrund vorliege, könne er nicht beantworten, er kenne schließlich nicht die Ahnentafel von Verdächtigen, sagte der Polizeisprecher.  Anhand von Namen werde er keine Rückschlüsse ziehen.

Zeugen oder / und weitere mögliche Opfer der brutalen Truppe melden sich bitte beim Kriminaldauerdienst der Polizei Dortmund unter der 0231 132 7441.

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