Derby-Großeinsatz mit über 1500 Polizisten: Gewaltbereite „Fans“ auf beiden Seiten, mehrere Verletzte

1
1366
Jubelnde Borussiafans. (Archivfoto)
Facebookrss

Beim heutigen Revierderby zwischen dem BVB und Schalke – die Borussen verspielten zum Entsetzen ihrer Anhänger einen 4:0-Vorsprung – hatte die Polizei wieder einen Großeinsatz zu leisten.

„Deutlich mehr als 1500 Beamte aus ganz NRW sorgten für sichere Rahmenbedingungen für die tausenden Besucher des Stadions, der Innenstadt und des Weihnachtsmarktes“, teilte Polizeisprecher Gunnar Wortmann am Samstagabend mit.

Die Dortmunder Polizei setzte setzte im Vorfeld des Spiels über 650 Schalker „Problemfans“ an der Kuithanstraße / Metzerstraße fest. Augenscheinlich wollten diese das Anreisekonzept mit festgelegten, von den Schwarzgelben getrennten Wegen bewusst umgehen, so Wortmann.

Die gewaltbereite Gruppe war mit Passivbewaffnung ausstaffiert, darunter Gebissschutze, Sturmhauben und auch Quarzhandschuhe. Während der Sicherstellung von mehreren 100 Beweismitteln und der Personalienfeststellung musste die Kuithanstraße für mehrere Stunden gesperrt werden.

„Angesichts der erheblichen Besucherströme in die Innenstadt sind wir zufrieden, dass ein Verkehrschaos verhindert werden konnte“, bilanziert der Polizeisprecher erleichtert.

Unter starkem Polizeigeleit wurden die Gelsenkirchener Problemfans zum Hauptbahnhof gebracht und fuhren in einem Entlastungszug heim.

Eine weitere ca. 50köpfige Gruppe gewaltbereiter Schalke-Anhänger setzten Einsatzkräfte vor dem Spiel auf der Rheinischen Straße fest, auch sie hatten Passivbewaffnung dabei. Vier aus der konspirativ angereisten Gruppe wurden in Gewahrsam genommen. Der Rest erhielt einen Platzverweis, und um diesen durchzusetzen, kassierte die Polizei die Eintrittskarten fürs Derby ein.

Kurz nach 13 Uhr liefen circa 1000 BVB-Anhänger gemeinsam auf der Hohen Straße in Richtung Stadion. Es kam zu erheblichen Verkehrsstörungen und umfassendem Glasbruch auf der Straße, vereinzelt wurden Rauchtöpfe und Pyrotechnik gezündet.

Im Kreuzviertel (Kreuzstraße) versuchten einige BVB-Anhänger, durch die Polizeikräfte durchzubrechen. Die Beamten konnten ein Aufeinanderprallen dieser Schwarzgelben mit den königsblauen Problemfans an der Kuithanstraße konsequent unterbinden.

Beim Anpfiff zündeten Unbekannte auf der Südtribüne mehrere Rauchtöpfe – es gab einen Verletzten.

Nach dem Spiel versuchten einige Dutzend Borussen, durch ein geöffnetes Tor von der Tribüne auf das Spielfeld zu gelangen. Auch dabei verletzte sich eine Person.

Während der Abmarschphase versuchten circa 20 Dortmunder Ultras im Bereich des Wirtschaftsweges/Strobelallee Schalker Fans anzugreifen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Gewalttäter ein und ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Ebenfalls in der Abmarschphase griffen Dortmunder Fußballanhänger einen Schalker Fan an: Dieser musste vor Ort ärztlich behandelt werden.

„Der Polizeiführer, der Leitende Polizeidirektor Dieter Keil, dankt den polizeilichen Unterstützungskräften aus ganz NRW. Maßgeblich am Erfolg des heutigen Einsatzes beteiligt sind insbesondere aber auch die Kräfte der Bundespolizei, die DSW 21, die Deutsche Bahn und die Kräfte der Feuerwehr gewesen“, schließt Gunnar Wortmann seinen Bericht.

Die Bundespolizei fügt ergänzend Vorfälle bei der Anreise hinzu:

Ca. 300 Schalke-Fans zündeten diese bei Abfahrt des zusätzlichen Zuges im Gelsenkirchener Hauptbahnhof Pyrotechnik. Auch während der Durchfahrt des Zuges durch den Wanne-Eickeler Bahnhof wurden Pyrotechnik gezündet und Flaschen geworfen.

Nachdem der Zug in Dortmund eintraf, zündeten Unbelehrbare erneut Pyrotechnik und warfen Flaschen auf Bundespolizisten. Im Personentunnel konnte daraufhin ein 26-Jähriger aus Dorsten festgenommen werden. Nach richterlicher Vorführung wurde in das Polizeigewahrsam eingeliefert. Ein Bundespolizist wurde bei der Festnahme verletzt und muss sich in ärztliche Behandlung begeben.

Facebookrss

1 KOMMENTAR