„Unsere Kinder meiden die Stadt“ – Das sagt die Polizei zur Sicherheit in Kamen und Unna

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Unnas Nachbarstadt im Norden macht akut mit Straßenkriminalität Negativschlagzeilen.

Zwischen dem 17. Oktober und dem 17. November 2017 passierten in Kamen bereits vier Raubüberfälle auf offener Straße, die angezeigt wurden – die Opfer waren in zwei Fällen Jugendliche, einmal ein erwachsener Mann und einmal zwei Kinder.

An diesem Wochenende (Samstagmittag, 25. 11.) gesellte sich in der Unterführung in Südkamen ein weiterer Überfall hinzu, Opfer war ein 39jähriger Radfahrer.

Unten haben wir die anderen Vorfälle der jüngsten Zeit noch einmal kurz zusammenfasst.

Die Kamener Innenstadt, hier der Blick aufs Kamen Quadrat / Adenauerallee.

Eine Mutter aus Kamen, Jasmin Günther, reagierte auf die Übergriffe am vergangenen Freitag in Kommentaren auf unserer Facebookseite sehr emotional, zornig und tief besorgt. Die geschilderten Vorfälle, kritisiert sie, seien lediglich die Spitze des Eisbergs.

Wir fragten sie, ob sie uns ihre Eindrücke einmal schildern könnte; ihr eigenes Erleben, wie die Situation in Kamen nach ihren eigenen Erfahrungen und denen ihrer Kinder entwickelt hätte. Sie war sofort damit einverstanden und nennt offen ihren Namen.

„Mein Sohn ist 15 Jahre und wird regelmäßig am Kamener Markt von Ausländern „abgezogen“. Das ist leider jetzt erst die Tage hier auf dem Tisch gekommen. Anzeige wollen unsere Kinder nicht stellen, weil sie Angst haben. Mein Neffe ist 14, und auch ihm wurde schon einige Male in den Taschen gegriffen.

Sie versuchen die Stadt zu meiden, wie es halt nur geht.Ich selbst wurde vor einigen Wochen abends in der Stadt von mehreren jugendlichen Ausländern verbal beleidigt und angespuckt. Am Koppelteich kann man auch schon gar nicht mehr sitzen. Da ist mir auch schon jemand hinterher gelaufen und wollte mir an die Wäsche!

Ich mache mir aber mehr Sorgen um unsere Kinder, ehrlich gesagt.
So langsam muss hier was passieren,weggucken ist nicht mehr drin!“

Das Überfall-Quartett von Mitte Oktober bis Mitte November:

Bei der Tat am 17. Oktober trafen die Opfer, ein 17 jähriger und ein 16 jähriger Kamener,  gegen 13.40 Uhr auf der Lenbachstraße Höhe Bahnunterführung auf zwei Unbekannte – die sie dann packten, den Älteren zu Boden rangen, ihm die Faust ins Gesicht schlugen und beraubten. Die Täter flüchteten in Richtung Gesamtschule, der beraubte 17 Jährige erlitt Verletzungen im Gesicht.

Am 21.10. gegen 13.30 Uhr wurden am Sesekedamm zwei Kinder überfallenzwei Jungs aus Kamen, 12 und 13 Jahre alt. Sie begegneten zwei älteren Jugendlichen/jungen Männern, und der ältere ging sogleich rabiat zur Sache: Er schlug beiden Jungen auf offener Straße mit der Hand ins Gesicht. Dann packte er sie sich, entrang ihnen ihre Handys.

In der Kamener Innenstadt (Willy-Brandt-Platz) traf es am Freitagabend, 17. 11., gegen 21 Uhr einen 36 jährigen Kamener – auch er sah sich zwei gewaltbereiten Räubern gegenüber, ein 15Jähriger aus Bergkamen konnte kurz darauf als Verdächtiger gefasst werden, sein Komplize ist flüchtig.

Und keine drei Stunden später wurde erneut die Gesamtschule Schauplatz eines Überfalls auf Jugendliche – doch die betroffene Jugendgruppe aus Kamen und Bergkamen schlug die Täter mit entschlossener Gegenwehr in die Flucht, gleichwohl ging auch dies nicht ohne Verletzungen ab.

Die Täter wurden meist als südländisch aussehend / südeuropäisch beschrieben.

Polizeipressesprecherin Vera Howanietz.

DAS SAGT DIE POLZEI

Die Sprecherin der Kreispolizei Unna, Vera Howanietz, nimmt ausführlich zu unserer Anfrage nach Fallzahlen und Gegenmaßnahmen Stellung.

„Es ist zu bemerken, dass die Zahl der Raubdelikte in Kamen mit Blick auf die Vorjahre leicht angestiegen ist“, bestätigt sie den Eindruck von Jasmin Günther. Allerdings würden „kleine“ Zahlen das Bild schnell verzerren, schränkt die Polizeibeamtin  ein.

In Unna sind die Zahlen von 2014 bis 2016 ebenfalls gestiegen, in beiden Städten ist 2017 aber bis Ende Oktober wieder ein (leichter) Rückgang zu verzeichnen (siehe Auszug aus der Kriminalitätsstatistik unten).

„Die Problematik ist der Polizei durchaus bewusst und hat zu entsprechenden Maßnahmen  der Strafverfolgung geführt. Auch Präventionshinweise scheinen sich erfolgreich durchgesetzt zu haben. Da spiegelt sich an der auf 50 % gestiegenen Aufklärungsquote und der hohen Versuchtsquote wieder.“

Versuchsquote –  VQ – bedeutet, dass die Tat im Versuchsstadium stecken bleibt, als „aufgeklärt“ gilt jede Tat, bei der ein Verdächtiger ermittelt wurde. Allerdings kommen laut Landeskriminalamt nur 3-4 Prozent der Tatverdächtigen auch vor Gericht.

„Derzeit zeigt sich deutlich, dass Täter beliebige Passanten (ohne erhebliche Gewaltanwendung) überrumpeln und die kurze Phase der Desorientierung ausnutzen, um sich Wertsachen zu bemächtigen. Diese befinden sich in Hosen- oder Außentaschen, in Handtaschen etc.“,

 schildert Vera Howanietz ein absolut typisches aktuelles Vorgehen der Straßenräuber.

Die Polizei  empfiehlt (vergleichbar der Prävention von Taschendiebstählen), Wertsachen nicht –und schon gar nicht erkennbar- an leicht zugänglichen Stellen der Oberbekleidung aufzubewahren. „Allein ihre Sichtbarkeit kann Gelegenheitstäter motivieren, unvorbereitet, aber dennoch erfolgreich einen Versuch zu starten.“

Daneben bestreife die Polizei – soweit Notrufe ihre Anwesenheit nicht an anderer Stelle erfordern und sofern „die wiederholt von der Behördenleitung dargestellte Personalsituation es zulässt“ –  erkennbar wie auch in Zivil Bereiche, die gehäuft als Tatorte auffielen. Auch die Stadt Kamen, schließt die Polizeisprecherin, ist mit ihrem Ordnungsdienst hier mit im Boot.

UPDATE Mittwoch, 29. 12: Die Kamener Politik will die Sorgen der Bürger aufgreifen

17 KOMMENTARE

  1. In dieser Geschichte sehe ich doch einen krassen Gegensatz. Einerseits schildert eine Mutte die Vorfälle, die ihr und ihren Kindern passiert sind. Dabei gehe ich davon aus, daß sie bei Weitem nicht die Einzige ist, der das passiert. Andererseits beruft sich Frau Howanietz auf Zahlen aus der Statistik, welche eigentlich eine Verallgemeinerung der Probleme sind. Daraus muß man einfach die Schlußfolgerung ziehen, daß im Endeffekt keiner was tut um dem Problem die Stirn zu bieten.

  2. Zumindest darf die Polizeisprecherin sagen: „Die Problematik ist uns bekannt“. Das ist deutlich besser als das hohle Politikergeplapper der letzten Monaten. Ständig wird ein „Ordnungsdienst“ gefordert um das „subjektive Sicherheitsgefühl“ oder die „gefühlte Sicherheit“ zu verbessern. Wenn die Polizeisprecherin eine objektive Problematik erkannt hat, finde ich es ziemlich dreist, wenn Herr Makiolla mir ein „subjektives Unsicherheitsgefühl“ unterstellt.
    http://archiv.rundblick-unna.de/ordnungsamt-filiale-in-do-nord-soll-subjektives-sicherheitsgefuehl-staerken/

    Unser Unsicherheitsgefühl ist nicht subjektiv, sondern objektivierbar. Wenn ein objektives Problem besteht, sollte man es benennen. Wenn man das Problem benannt hat, kann man etwas gegen unternehmen. Um Kriminalität zu bekämpfen benötigt man nicht zwingend eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme namens „Ordnungsdienst“.
    Vielleicht gibt es ja noch andere Methoden, um die „Südländer und Südosteuropäer-Kriminalität“ zu bekämpfen ?

  3. Die Stellungnahme von der Polizeisprecherin Vera Howanietz erzeugt bei mir einfach nur einen Brechreiz. Wieder wird ein eklatantes Problem heruntergespielt und verniedlicht. Wie von Frau Günther dargestellt werden aus Angst keine Anzeigen erstattet und man geht möglichen Konfrontationen aus dem Weg in dem man vorsichtshalber die Straßenseite wechselt, einen anderen Weg wählt oder gleich ganz zu Hause bleibt. Insofern landen bei der Polizei doch nur die besonders krassen Fälle. Aber was soll die Polizeisprecherin auch schon sagen, ist doch ihr Vorgesetzter, der Landrat, lange Jahre blind auf dem Auge der personellen Polizeibesetzung gewesen, hat Wachen schließen lassen und ist heute unfähig das Personalproblem zu lösen. Und unsere örtlichen Politiker?? Statt die Vorortprobleme mal bei den abgehobenen Genossen in Berlin anzubringen hält man sich doch in der Deckung. Man will ja weiterkommen in der Partei und Pöstchen sind ja besser als das Wohl derer die sie dann dummerweise gewählt haben. In dem Zusammenhang passt ja natürlich auch die Ankündigung des Bürgermeisters dass Unna ab 2020 nicht an massiven Steuererhöhungen auf Grund der finanziellen Flüchtlinbelastung vorbei kommt obwohl die Gemeinde diesbezüglich bereits am oberen Scala Ende in NRW liegt. Aber Unna hat ja noch knapp 3Milloen Euro übrig um eine komfortable Flüchtlingsunterkunft zu erstellen und natürlich plädieren auch unsere Roten und Grünen aus der Kommunalpolitik für unbegrenzten Migrantenzustrom von Wirtschaftsflüchtlingen deren Einsamkeit natürlich mit dem Zuzug der gesamten Familie versüßt werden muss. Fehlender Wohnraum, fehlende Kindergarten- oder Schulplätze spielen da keine Rolle. Also weiter so, Augen zu, alles nur tag- tägliche Einzelfälle und unsere Justiz gibt uns mittlerweile in Europa der Lächerlichkeit preis.

  4. Wenn ich das so richtig verstehe, räumt die Polizei nun endlich ein, dass sie nicht rechtzeitig überall sein kann. Das heisst, sie ist ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen und der Bürger ist mehr oder minder schutzlos. Gleichzeitig bekommen wir immer mehr echte Probleme mit Menschen aus inkompatiblen, meist islamischen, Kulturkreisen. Nach langer Zeit war ich vor einiger Zeit wieder mal in Kamen, schon am Tage lungerten da allerlei suspekte „südländische“ Typen rum. Daher glaube ich gern, was hier berichtet wird. Gänzlich gekippt scheint mir Dortmund zu sein. Nach meinem letzten Besuch in der Schauburg an der Brückstrasse (die ich schon über dreissig Jahre kenne aber noch nie so erlebt habe), wobei wir auch von einer Gruppe Südländer oder Asylanten angepöbelt wurden, Scharen dieser Typen da überall rumlungerten uns sich augenscheinlich zu 85% Türken und Araber am Ring Rennen lieferten, kann ich nur sagen: So geht das nicht weiter, das will ich nicht! Im Prinzip brauchen wir da eine Polizeitruppe ähnlich der russischen OMON mit ähnlichem Handlungsspielraum, um das Problem wieder einigermassen in den Griff zu kriegen, soweit meine persönliche Einschätzung. Traurig auch, dass ausser Rundblick sich die gesamte, nein Presse mag ich diese Leute nicht nennen, sagen wir mal Journaille, sich feige wegduckt und um den heissen Brei herumschreibt, angefangen bei den lokalen Käseblättchen bis hin zu den ehemals Grossen der Branche. Allein dieses Wochenende mehrere Messerstechereien, zahlreiche Raube, Vergewaltigungen und ein Autoattentat eines Syrers. Und das ist nur das, was bekannt wurde, vermutlich hochgerechnet auf die BRD weniger als 1% des tatsächlichen Geschehens. Danke mir reichts! Immerhin machen jetzt immer mehr das Maul auf und die aus meiner Sicht teils widerlichen Relativierer verstummen mehr und mehr!

  5. Ich möchte das hier schon gesagte nicht wiederholen, sondern noch um einen Aspekt erweitern. Selbst die Täter die „erwischt“ werden, können sich sicher sein, das sie mit einem „Du, du, du, macht man nicht“ davonkommen. Es sollten ähnlich wie in den USA Schnellgerichte eingerichtet werden, die die Delinquenten sofort nach Festnahme aburteilen und Ausländer im Wiederholungsfall sofort ausweisen und einheimische Straftäter zu drakonischen Strafen verurteilen. Ja, ich weis, dazu müssen erst Gesetze geändert werden, aber was hindert uns daran?
    Es wird Zeit, das endlich hart durchgegriffen wird um die Abschreckung zu erhöhen.
    Was für eine Gesellschaft hinterlassen wir unseren Nachkommen?
    Ich habe selber zwei Kinder (Tochter 20J., Sohn 16J.) und möchte das diese ohne Angst auch mal auf einen Weihnachtsmarkt oder die Kirmes gehen können. Wir wollen uns nicht zu Hause verkriechen und dem „lichtscheuen Gesindel“ den öffentlichen Raum überlassen.

  6. Ich fasse es nicht, dass auf Facebook schon wieder eine sinnentleerte Diskussion über „Nazis“ und „Rassisten“ geführt wird.
    Um es ganz klar zu sagen: Keiner von uns sogenannten „Nazis“ hat ein Problem mit ausländischen Mitbürger, die sich benehmen können und hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Ich betrachte viele dieser „Südländer“ sogar als Freunde.

    Es ist ausgesprochen traurig, dass alle Logik ausgeschaltet wird und ohne Nachdenken sofort „Nazi“ oder „Rassist“ geschrien wird, sobald über Flüchtlings- oder Ausländerkriminalität gesprochen wird. Unserer Politiker legen teilweise das gleiche Verhalten an den Tag und verdrehen die Tatsachen(„subjektive, gefühlte Unsicherheit“), um diesen Beschimpfungen zu entgehen. So entsteht ein massiver Vertrauensverlust.

    Vielleicht sollten die linken Hetzer und die beschönigenden Politiker mal überlegen, wie es wäre, wenn man kriminelle „Südländer“ zügig abschieben und nicht mehr ins Land lassen würde: Es würde weniger Menschen von „Südländern“ überfallen und vergewaltigt und die anständigen und hart arbeitenden „Südländer“ stünden in einem wesentlich besseren Licht als vorher. Wenn man es genau nimmt, ist das Schönreden von Ausländerkriminalität auch eine Form von „Rassismus“ !

    Übrigens: Die letzte Vergewaltigung eines Bessermenschen durch einen Versorgungssuchenden war gestern:
    http://www.focus.de/regional/dresden/dresden-polizei-sachsen-vergewaltigung-tatverdaechtiger-festgenommen_id_7899538.html
    Der letzte vorsätzliche „Unfall“, bei dem ein Auto als Waffe benutzt wurde, war auch gestern:
    http://www.focus.de/regional/niedersachsen/cuxhaven-autofahrer-rast-vor-diskothek-in-fussgaengergruppe_id_7899826.html
    Die meisten haben es vermutlich nicht mitgekriegt, weil wir uns an solche Ereignisse so langsam gewöhnen und weil kaum noch jemand darüber berichtet…….
    Schließlich wollen Nachrichtenagenturen auch nicht als „Nazis“ oder „Rassisten“ beschimpft werden.