Kritik an Flüchtlingspolitik: Messerattacke auf Altenas Bürgermeister (CDU)

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Symbolbild (Pixabay)
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Seine Stadt wurde bundesweit bekannt, weil sie freiwillig Flüchtlinge über Soll aufnahm. Am Montagabend wurde Altenas Bürgermeister Opfer einer Messerattacke. Er habe schwere Verletzungen erlitten, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, hieß es in ersten Meldungen vom späten Montagabend.

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So berichteten am (27. 11. 17) die ARD-Tagesthemen unter Berufung auf die WAZ, dass  Andreas Hollstein (CDU) um kurz nach 20 Uhr in einem Döner-Imbiss in der Altanaer Innenstadt von einem offensichtlich betrunkenen Mann angegriffen worden sei. Dieser habe Hollstein vor dem Angriff gefragt: „Sind Sie der Bürgermeister?“

Dann stach er mit einem Messer mit einer 30 cm langen Klinge zu.

Nach ersten Informationen vom Abend soll es sich bei dem Angreifer um einen 56jährigen Deutschen handeln. Er soll betrunken gewesen sein.

UPDATE Dienstagnachmittag

Der Angreifer soll zuvor lautstark die liberale Flüchtlingspolitik des CDU-Politikers kritisiert haben, berichtet Spiegel online. Der 54 Jahre alte Hollstein erlitt Verletzungen am Hals, die entgegen ersten Berichten nur geringfügig waren. Er konnte das Krankenhaus noch am Abend wieder verlassen.

Der Angreifer wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt wegen versuchten Mordes.

Ministerpräsident Armin Laschet wird auf welt.de wie folgt zitiert: „Diese Gewalt in unserem Land gegenüber ehrenamtlich Tätigen, gegen Bürgermeister, die sich um das Wohl ihrer Stadt kümmern, ist verabscheuungswürdig. Es ist gut, dass der Täter dingfest gemacht wurde. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem politischen Hintergrund aus. Klar ist: In Nordrhein-Westfalen ist kein Platz für Hass und Gewalt. Die Vielfalt ist Kennzeichen unseres Landes.“

Es soll auch ein weiterer Mann verletzt sein, der Hollstein helfen wollte. Er soll ebenfalls nicht in Lebensgefahr schweben.

Die Kleinstadt Altena im benachbarten Märkischen Kreis hatte im Mai 2017 dden (erstmals ausgelobten) „Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin“ bekommen.

Wie berichtet, hatte sich eine auf 3 Jahre berufene Jury für Altena entschieden, weil die Kleinstadt mit der Einwohnerzahl Holzwickedes (ca. 18.000) vorbildliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe leiste. So hat jeder Flüchtling in Altena seinen eigenen „Kümmerer“, und die Unterbringung erfolgt ausschließlich in Wohnungen, was der Integration dienen soll.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) hatte im vorletzten Jahr überdies Schlagzeilen gemacht, weil seine Stadt freiwillig mehr Flüchtlinge aufnahm, als sie musste.

Die Attacke weckt Erinnerungen an das Attentat auf die Kölner OB Henriette Reker vor etwas mehr als zwei Jahren.

 

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18 KOMMENTARE

  1. Auch von mir gute Besserung. Ja, es ist entsetzlich, schrecklich und unglaublich. Frau Merkel hat inzwischen auch schon ihr Entsetzen ausgedrückt. Ich wundere mich nur, wo dieses Entsetzen bei den unzähligen Messerattacken der letzten Monate war. Und ich wundere mich, warum nicht verkündet wird: „Der Täter ist nach Feststellung der Personalien wieder auf freiem Fuß.“

  2. Nein. Nach all der Zeit nun auch mal ein Deutscher der angesoffen mit einem Küchenmesser um sich sticht.

    Noch-Justizminister Maas twittert als Reaktion: „In unserem Land darf kein Platz sein für Hass und Gewalt“
    Ach. Das müsste er mehrmals täglich twittern, sucht man sich die täglichen Vorfälle heraus, bei denen die Täter Asylanten, Migranten oder schlimm verfolgte Schutzsuchende sind und die Opfer „nur“ Deutsche.

    „Kein Platz für Hass und Gewalt“ in unserem Land? Außer Hass und Gewalt sind importiert. Dann muss man als Normalo damit Leben und weder Tagesschau, Deutschlandfunk, WDR und Konsorten interessiert es. Selbst der Fall der ermordeten Maria Ladenburger hatte für eine Tagesschau nur regionale Bedeutung und sollte unter den Tisch fallen. Erst nachdem sich Zuschauer beschwerten wurde drei Tage verspätet drüber berichtet.

  3. Der Vollständigkeit halber: Die Meldung der ARD „schwere Verletzung“ ist falsch(synonym: „Fake-News“). Herr Hollstein konnte nach kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen. Die Schnittverletzung war nur oberflächlich und konnte geklebt werden. Eine Versorgung mit Nahtmaterial war nicht notwendig.

      • In der Medizin wird die Formulierung „schwer verletzt“ bei einer schweren Verletzung benutzt. Der Begriff „oberflächliche Schnittwunde“ wird bei einer oberflächlichen Schnittwunde benutzt.

        Man sollte eine einheitliche Terminologie verwenden, um eine unnötige Dramatisierungen zu vermeiden.

        Hier würde zutreffen: „Konnte nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus kurzfristig wieder verlassen.“

        • Es geht hier nicht um medizinische Definitionen, Dr. med. Dagobert, es geht um die Begrifflichkeiten, wie sie in Polizei-, Feuerwehr-, Staatsanwaltschaftspressemeldungen etc. verwendet werden. Krankenhauseinlieferung plus Aufenthalt – schwer verletzt. Im Übrigen können wir nicht hellsehen und nicht alle zwei Minuten aktualisieren. Der Bericht IST aktualisiert. Besten Gruß aus der Redaktion.

  4. Ich bin jetzt immer verwunderter. In den meisten Medien wird von „politischer Motivation“ gesprochen. War der Täter etwa kein alkoholkranker Deutscher mit psychischen Problemen, der unter Alkoholeinfluss stand und womöglich vermindert schuldfähig war ? Sollte man nicht erst die Ermittlungen abwarten ? Oder wird hier vorschnell verurteilt ?

    Es ist wirklich faszinierend, wie es zwei verschieden Arten der Berichterstattung bei Messerattacken gibt (Rundblick Unna natürlich ausgenommen, Ihr berichtet fair).

    • Ich habe mal nach Bidern gesucht.

      Der Bürgermeister muss von riesenhaftem Wuchs sein, wenn sich unter dem Pflaster (siehe Twitter-Link) an seinem Hals eine 15cm lange, lebensbedrohliche Schnittwunde verbirgt, die ihm durch einer 30cm Klinge zugefügt wurde.

      https://twitter.com/OnlineMagazin/status/935570858722152449

      Desweiteren soll das angebliche Motiv des Angreifers sein, daß ihm die Stadt das Wasser abgedreht hat und er den Bürgermeister dafür verantwortlich macht. Für dessen Flüchtlinge würde er (Bürgermeister Hollstein) alles tun, aber ihm habe man das Wasser abgeklemmt.

      Kann die Polizei das bestätigen?

      • Das Pflaster ist ein Standard-Verband mit 10 cm Länge, die darunterliegende oberflächliche Schnittwunde hat eine Gesamtlänge von ca. 4 cm. Verraten Sie es aber lieber nicht Heiko Maas. Sonst muss die ganze Bande von ARD/ZDF/Welt/Focus, etc. eingesperrt werden. Wegen Verbreitung von gefälschten Nachrichten…… 😉

  5. Und einen hab‘ ich noch: (viele Puzzleteile ergeben ein Bild)

    https://www.derwesten.de/region/attentat-auf-buergermeister-von-altena-staatsanwaltschaft-wirft-56-jaehrigem-versuchten-mord-vor-id212675223.html

    „S., ein sehr kräftiger Mann, wie Dobersch sagt, lebt offenbar in eher prekären Verhältnissen: Sein Haus steht vor der Zwangsvollstreckung, zuletzt hatten ihm die Wasserwerke offenbar das Wasser abgestellt. „Du drehst mir mein Wasser ab und bist Schuld, dass ich nichts zu saufen bekomme“, sagte S. laut Polizei und Staatsanwaltschaft, bevor er Hollstein dann mit dem Messer am Hals verletzte. Hollstein konnte den Angriff abwehren, der Imbissbesitzer nahm dem Angreifer dann das Messer ab.“

    Der Täter war in einer existentiellen Notlage, liess sich vollaufen und ging aus Frust auf den Bürgermeister los, dessen Flüchtlingen auf Kosten der Steuerzahler leben. Er fühlte sich ungerecht behandelt und verraten. Nach dem Motto: „Denen wird alles bezahlt und mich macht man kaputt“.

    Leute, die nichts mehr zu verlieren haben, sind zu solchen Taten fähig.

  6. Im WDR Radio lief ein Interview mit Bürgermeister Hollstein.
    Wichtige Details zum Täter und seinem Motiv interessieren den WDR aber nicht.

    Also suchte ich nochmals und wurde fündig:
    Der Täter war ein arbeitsloser Maurer. Wie hier Fremdenhass als politisches Motiv konstruiert werden kann, ist mir schleierhaft. Es war Hass auf den Repräsentanten der Stadt.

    http://www.danisch.de/blog/2017/11/28/mehr-zum-messerangriff-auf-buergermeister-andreas-hollstein/

  7. „Der Spiegel“ korrigiert seine Meldung. Der Täter hat _nicht_ zugestochen.
    Was bleibt am Ende eigentlich übrig von diesem Vorfall?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nordrhein-westfalen-messerattacke-auf-den-buergermeister-von-altena-andreas-hollstein-a-1180601.html

    „Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, der Täter habe auf Andreas Hollstein eingestochen. Inzwischen hat sich Hollstein zum genauen Ablauf des Angriffs und der Art der Verletzung geäußert. Demnach hatte der Angreifer dem Politiker ein Messer an den Hals gehalten, das er selbst wegdrücken konnte. Seine leichte Schnittwunde habe nur geklebt werden müssen, so Hollstein. Wir haben die Textstelle entsprechend angepasst.“