Im neuen Jahr neue Flüchtlingszuweisungen nach Unna

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Symbolbild eines Asylbewerbers. (Bildquelle: Pixabay)
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In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres bekommt Unna im Rahmen der Wohnsitzauflage zusätzliche Asylbewerber zugewiesen.

Rund 60 werden es insgesamt sein, die die Bezirksregierung der Kreisstadt zuweist. Das geht aus einer Vorlage für den Intetgrationsrat hervor, der am Montag (4. 12.) ab 18 Uhr im Ratssaa) tagt.

Wöchentlich werden von der 2. bis zur 8. Kalenderwoche 2018 ca. 10 Personen in Unna erwartet. Die Menschen werden Unna im Rahmen der Wohnsitzauflage zugewiesen. D. h. ihr Pflichtwohnsitz wird während der nächsten 3 Jahre Unna sein. Die Wohnsitzauflage soll verhindern, dass sich z. B. in Großstädten „Ghettos“ bilden.

Aktuell leben laut Vorlage der Stadtverwaltung 255 zugewiesene Flüchtlinge in Unna. 118 von ihnen haben eine Aufenthaltserlaubnis, 77 eine Duldung, bei den übrigen ist der Aufenthaltsstatus mit „Sonstige“ angegeben.

72 der 255 Asylbeweber leben in Übergangswohnheimen oder städtischen Wohnungen, 183 in Privatwohnungen.

Herkunftsländer: Die meisten Geflüchteten sind Syrer (81), 18 kommen aus Serbien,  jeweils 14 aus dem Irak und aus dem Kosovo. 13 Menschen sind aus Ägypten nach Deutschland gekommen, 12 aus dem Libanon, 10 aus Russland, 9 aus Afghanistan, jeweils 8 aus Guinea und dem Iran, jeweils 7 aus Eritrea, Ghana und Nigeria, jeweils 6 aus Aserbaidschan und Kirgistan und 37 fallen unter „Sonstige“.

Die Altesstruktur der in Unna lebenden Asylbewerber und anerkannten Flüchtlinge:

Erwachsene: 64 sind zwischen 18 und 30 Jahren, 44 zwischen 40 und 60 Jahren und sechs Menschen über 60 Jahre alt.

Die 98 Kinder verteilen sich wie folgt auf die Altersgruppen: Säuglinge und Kleinkinder (bis 3 Jahre): 25: Drei- bis Sechsjährige: 30;  Schulkinder im Alter von 6 bis 14 Jahren: 32; sowie elf Jugendliche/junge Erwachsene zwischen 14 und 18 Jahren.

Nicht erfasst in der Aufstellung sind die derzeit 75 „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ (UMF), für die bezüglich Unterbringung wie Betreuung besondere Vorschriften bestehen. Auch mit dieser speziellen Gruppe beschäftigt sich am Montag der Integrationsrat. Wir werden  noch gesondert darüber berichten.

Zur kompletten Vorlage für den Integrationsrat geht es HIER LANG

– Zur Frage „Finanzierung von Asylbewerbern“ stellte die faz.net bereits im Jahr 2015 einen Vergleich zwischen Deutschland und anderen Ländern an. In dem Bericht heißt es:

Vergleichsweise viel Geld gibt es in Deutschland …für Asylbewerber, die außerhalb von Sammelunterkünften wohnen und den Haushalt selbst führen. Dann sieht das Gesetz einen Gesamtbetrag von 359 Euro je Einzelperson vor, gegenüber 226 Euro in Schweden. Dort entspricht dies etwas mehr als der Hälfte der Mindestsicherung für Inländer. Dagegen entsprechen die hiesigen 359 Euro rund 90 Prozent des Hartz-IV-Satzes.

Da das Bundesverfassungsgericht einer Kürzung dieser Summe Grenzen setzt, hat sich die deutsche Politik darauf konzentriert, die Beherbergung von Asylbewerbern in Sammeleinrichtungen zur Regel zu machen, wo dann noch jene 143 Euro fällig sind. Kommunen klagen aber, dass dies nicht in allen Regionen konsequent umgesetzt werde.

So würden in NRW noch immer viele Asylbewerber gleich nach Ankunft dezentral auf die Kommunen verteilt, wo dann überwiegend der höhere Betrag gilt.

Ebenso vielfältig und damit im Gesamtbild unklar ist auch die Praxis, wenn es um das Pfänden von Barvermögen geht.

Das alles trägt dazu bei, dass der deutsche Sozialstaat großzügiger und attraktiver wirkt als die Schweiz oder Dänemark. Umgekehrt zeigen gerade diese Länder, wie sehr ein kühler Ton der politischen Diskussion die Wahrnehmung beeinflusst – losgelöst vom Leistungsniveau.

Das gilt auch für die Schweiz: Dort erhalten Asylbewerber zwar in vielen Kantonen nur wenig Taschengeld, etwa 3 Franken am Tag. Das Gesamtpaket aus Wohnkosten und Sachleistungen hat aber laut Staatssekretariat für Migration einen Durchschnittswert von 1200 Franken je Person im Monat. Hierzulande beziffern Bund und Länder die vergleichbaren Kosten mit 670 bis 1000 Euro.  (Quelle: faz.net)

 

 

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