Unfall bei Unna – Drängelnder Porschefahrer (75) muss zahlen

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Rücklicht eines Porsche. (Symbolbild / Pixabay)
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Die Weisheit des Alters ist auch nicht jedem gegeben…

Reife 75 Lenze zählte dieser Porschefahrer, der vor einem halben Jahr auf der A44 in ziemlich sportlichem Tempo unterwegs war. Im Verlauf der Fahrt gebärdete sich der Senior derart verkehrsrüpelhaft, dass er bei Unna aus dem Verkehr gezogen wurde – vor dem Soester Amtsgericht spürte er jetzt die Konsequenzen. Er wurde verurteilt.

Rückblick. An jenem 31. Mai, so heißt es im Gerichtsbericht des Soester Anzeigers,  war der 75 jährige Chefarzt  zu einem Einsatz unterwegs. Aufgrund langsamerer Mitverkehrsteilnehmer ging es ihm bei Soest entschieden nicht mehr schnell genug:  Er soll mit seinem Porsche Cayenne ein überholendes anderes Fahrzeug so aggressiv bedrängelt haben, dass der Fahrer die Scheinwerfer des Porsche schon nicht mehr sah.

Da rechts dicht an dicht Laster fuhren, konnte der Bedrängte auch nicht einscheren. Das tat dann statt dessen der aggressive Porschefahrer: Nach mehreren Minuten (!) Lichthupe scherte er rechts zwischen zwei Lkw ein (obwohl diese dicht hintereinander fuhren) und überholte kurzerhand rechts.

Im Kreuz Unna krachte es – dem rasenden Chirurgen missriet ein weiteres Überholmanöver (das laut WA ein eingestelltes Bußgeldverfahren nach sich zog). Die betroffenen Fahrer wendeten im Kreuz Unna und dann an der Abfahrt Unna-Ost, um Anzeige gegen den Arzt zu erstatten.

Als Gefäßchirurg auf dem Weg zu einem Einsatz hatte der 75-Jährige Chefarzt schon häufiger die Höchstgeschwindigkeit überschritten und bereits 2.740 Euro zahlen müssen. Diesmal aber habe für Eile (und besonders derartiges Gedrängel) kein Grund bestanden, befand das Gericht.

Die Staatsanwältin sah den Tatvorwurf der versuchten Nötigung „im Wesentlichen bestätigt“. Am Ende stand eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 150 Euro (was einem Netto-Monatsgehalt des Arztes entspricht) und zwei Monate Fahrverbot.

Der Mediziner kann dagegen noch in Berufung gehen.

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