Schüsse an der PWG – Zeuge ernüchtert: „Polizei schien nicht sehr interessiert“

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Symbolbild (Pixabay)
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Schüsse und heftige Detonationen an der Peter-Weiss-Gesamtschule Unna am vergangenen Freitagabend – die Polizeibeamten, zieht ein Hinweisgeber ernüchtert Bilanz, schienen leider nicht sonderlich davon beeindruckt.
Rückblick. Besagter Zeuge, einer unserer Leser aus Unna, berichtete aufgrund unseres Artikels über den Einsatz wegen Waffen im Rathaus von seinem Erlebnis.
Er wartete am Freitag (05.01.2018) gegen 22:20 an der PWG auf einen Kollegen.
Plötzlich versammelten sich ca. 8 bis 10 junge Erwachsene am Schulgelände, ca.18 bis 25 Jahre alt, schätzt der Zeuge. Er hat minutiös notiert, was anschließend geschah.
„Um 22.22 Uhr zündete die Gruppe einen „Polenböller“ der besonderen Art. Mein Auto – das 30 Meter weiter weg stand – hat gewackelt. “ Und dann: „Dann schossen sie mit einer Waffe.“
Unverzüglich (es war 22.23 Uhr) rief der erboste Zeuge die Polizei an. „In der Öffentlichkeit mit einer Waffe schießen geht absolut überhaupt nicht!“
Ihm wurde gesagt: Wir schicken Kollegen raus, die sich das anschauen.
Dezidiert beschrieb der Zeuge, wo er zu finden wäre: „Am Parkplatz an der Herderstraße, wo sich auch die Papiercontainer befinden. Ich bat sie, sie sollten auch von dort kommen, da diese Heranwachsenden mit drei Autos da wären.“
Der junge Mann wartete wie auf heißen Kohlen. 
Um 22.30 Uhr rief er abermals die Polizei an: Die Gruppe, drängte er, wollte sich vom Ort entfernen. –  Man sei unterwegs, wurde ihm gesagt. Die Kennzeichen der Wagen konnte er aus der Entfernung nicht erkennen, und als die Gruppe dann einstieg und losfuhr, telefonierte er gleichzeitig mit der Polizei. „Sie haben mir gesagt, dass die Kollegen schon da wären,  und dann habe ich nach dem Streifenwagen Ausschau gehalten.“
Beim dritten Anruf um 22.36 Uhr sah der Zeuge schließlich die dringend erwarteten Beamten von oben vom Haupteingang der Schule kommen – sie hätten von Information in Sachen Herderstraße nichts gewusst, sagten sie.
 
„Die Gruppe hat sich dann ziemlich gemütlich aus dem Staub gemacht“, ärgert sich der Hinweisgeber. „Ich habe den Beamten noch zugerufen, dass sie sich beeilen sollen. Aber das hat sie ziemlich wenig interessiert. Sie sind langsam auf mich zugekommen und haben mich befragt. Unter anderem, ob ich mir sicher wäre, dass sie eine Waffe gehabt hätten.“
Der Zeuge zeigte den Polizisten genau den Standort, an dem geschossen worden war; „dort wurde auch eine Patrone gefunden, somit war ich glaubwürdig.“
Verabschiedet worden, ärgert sich der junge Mann, sei er mit den lapidaren Worten: „Ich hätte mich ja vor die Autos stellen können, dass die nicht abhauen. Und es wäre nicht so schlimm, dass sie weg wären, weil: Was gut ist, kommt wieder.“
Polizeipressesprecherin Vera Howanietz.

Polizeisprecherin Vera Howanietz schildert den Vorfall auf Bitte unserer Redaktion aus Sicht der Polizei:

„Zu dem geschilderten Sachverhalt haben die Kollegen eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz gefertigt.

Es gab am 05.01.2018 zwei Anrufer, die Hinweise auf das Verschießen von Pyrotechnik auf dem Schulhof der Gesamtschule gegeben haben. Der erste Anruf ging um 22.24 ein, de weitere um 22.27 Uhr. Der eingesetzte Streifenwagen traf um 22.34 ein. Also lediglich 10 Minuten später.

Die Beamten trafen vor Ort auf mindestens einen der Anrufer, der laut Einsatzbericht mitteilte, dass sich soeben ein PKW mit einer unbekannten Person von dort entfernt hätte. Weiterhin teilte er mit, dass diese unbekannte Person zuvor drei Mal mit einer Schreckschusswaffe in Richtung eines Baumes geschossen und einen lauten Böller, vermutlich Polenböller, gezündet habe. Person und PKW konnten nicht näher beschrieben werden.

Die Kollegen haben vor Ort die entsprechenden Hülsen, kein Projektil, aufgefunden und an sich genommen. Weitere Angaben zum Sachverhalt liegen mir nicht vor.“

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