Ausbildungsoffensive für 1,2 Mio.: Jugendliche und Betriebe zusammenbringen

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Jugendliche finden keine Lehrstelle, Betriebe suchen händeringend Azubis. Ein „regionales Ausbildungsmanagement“ soll unter Federführung der Werkstatt im Kreis Unna die Lücke schließen. Land NRW und EU geben Fördergelder.  Insgesamt fließen über 1,2 Mio Euro in das Projekt.

Wer nimmt teil? -Vertreter der Wirtschaft, Arbeitsmarkt-Experten, Berufsschulen und Politik haben das Modellprojekt zusammen entwickelt. Sie alle sehen den hohen Problemdruck, heißt es in der Pressemitteilung der Werkstatt. Arbeitsagentur, IHK, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, der DGB, die Jobcenter Kreis Unna und Hamm, der Kreis Unna und die Berufskollegs bündeln ihre Kräfte.

Was soll konkret passieren? Ausbildungsfähige Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden und sich etwa  in einem Berufskolleg weiterbilden, bekommen umfangreiche Unterstützung. Intensiv werden Stärken, Schwächen und Berufswünsche analysiert, danach suchen die Ausbildungsmanager für sie eine passende Lehrstelle. Zugleich wird der Nachwuchsbedarf von Betrieben detailliert aufgenommen, um ihnen danach passgenaue Bewerber vorzustellen.

Wie sehr drängt das Problem? – Sehr. Aktuell wird jeder 4. Ausbildungsvertrag vorzeitig abgebrochen. Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt, weiß: Der Kreis Unna hat seit Jahren ein „extremes strukturelles Problem am Ausbildungsmarkt“. Ein großer Teil von Jugendlichen ist ohne Perspektive auf einen Berufsabschluss. Und: Immer mehr Betriebe fänden keine geeigneten Bewerber und besetzen ihre Stellen nicht. Rechnerisch fehlen laut Dörmann allein im Kreis Unna 1.200 Ausbildungsstellen. Auf der anderen Seite finden Firmen keine Bewerber, die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist um 119 Prozent gestiegen. Obwohl 3/4 der unvermittelten Jugendlichen mindestens Realschulabschluss haben.

Welche Ziele haben die Akteure? – Ehrgeizige. 500 Betriebe sollen für die Ausbildung angesprochen werden, 250 Unternehmen sollen mitwirken. Mindestens 80 Ausbildungsplätze will das Regionale Ausbildungsmanagement bis zum Herbst besetzen. 400 Jugendliche sollen angesprochen werden, mindestens 250 in den Test gehen. „Wir wollen in den kommenden zwei Jahren 160 Übergänge in Ausbildung oder in eine Einstiegsqualifizierung schaffen“, sagt Dörmann.

Und wenn Jugendliche nicht direkt auf einen Ausbildungsplatz passen? – … werden Brücken gebaut: schulische Ausbildung, begleitende Hilfen, außerbetriebliche Qualifizierung.

Die Bündnispartner sehen das Projekt auch als gemeinsame Aktion für den Wirtschaftsstandort. Es wird daher mit rund 1,1 Mio. € aus ESF- und Landesmitteln gefördert. Weitere 113.000 € steuern Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter im Kreis Unna bei. 

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