Flüchtlingsunterkunft schließt – Mietwohnungen in früherer Polizeikaserne Dortmunder Allee

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Die Kamener Straße am Ortsausgang Königsborn. (Archivbild RBU)
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Mietwohnungen statt Flüchtlingsheim. Während die Stadt Unna momentan (noch) einen Flüchtlingsneubau an der Stadtgrenze zu Kamen plant, zieht die Nachbarstadt selbst aus den massiv gesunkenen Asylbewerberzahlen ihre Konsequenzen. Sie schließt ihre Gemeinschaftsunterkunft an der Dortmunder Allee (frührere Polizeikaserne) zum 31. März.

„Perspektivisch möchte die Verwaltung auf dem 1,4 Hektar großen Gelände Mietwohnungsbau anbieten“, teilt die Stadtverwaltung am heutigen Freitag (2. 2. 18) auf ihrer Website mit. „Ein Wohngebiet, das sich gut in die vorhandenen Strukturen anpassen würde.“

Als „hervorragend“ wird zudem die  Anbindung an die Bahn bzw. die A1 und A2 eingestuft – die Auffahrten liegen nur wenige Minuten entfernt.

Bürgermeister Hermann Hupe stellt erste Planungsergebnisse für die kommenden Monate in Aussicht.

Sozialwohnungen statt Flüchtlingsheime warf auch jüngst die Freie Liste Unna (FLU) für den Standort Kamener Straße in die Diskussion – BERICHT HIER

Hintergrund der Kamener Entwicklung

Die Stadt Kamen hat ihre Belegungsquoten übererfüllt, so dass zurzeit nicht mit weiteren Zuweisungen gerechnet werden muss. Die Aufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Polizeikaserne wurde ab dem 01.04.2016, ein halbes Jahr vor dem Höhepunkt der Aufnahme von Flüchtlingen in Kamen, von der Stadt als Unterkunft für zugewiesene Flüchtlinge betrieben – vom Land NRW mietfrei zur Verfügung gestellt.

Die Kaserne war in Spitzenzeiten mit bis zu 140 Personen belegt.

Zurzeit beherbergt die Stadt Kamen insgesamt 481 Flüchtlinge in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften. Davon sind 156 Flüchtlinge im Asylverfahren, 67 Geduldete und 258 Anerkannte. Von den 481 Flüchtlingen sind 327 Personen in 70 Wohnungen untergebracht.

Flüchtlings-Notunterkunft. (Archivbild / Kreis Unna)

„An der Dortmunder Allee lebten bis zum Schluss 34 Flüchtlinge, die jetzt in angemietete Wohnungen oder die Gemeinschaftsunterkunft im „Mausegatt“ umgezogen sind. Dort lag die Auslastung bei rund 50%, so dass an diesem Standort ausreichende Kapazitäten für die Unterbringung der Flüchtlinge vorhanden waren“, zieht die Stadt die Quintessenz.

 

Die an der Dortmunder Allee noch eingelagerten Kleidungsstücke werden von der Initiative EntrA übernommen, die gut erhaltenen Betten und sonstigen Einrichtungsgegenstände werden zur weiteren Verwendung durch die Stadt eingelagert bzw. anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Die Stadt Lünen plant währenddessen vier neue Unterkünfte für Geflüchtete (darunter die ehemalige Kita an der Querstraße) – mit Wohnungscharakter über die Stadt verteilt.

An jedem Standort sollen die Menschen – höchstens  50 – für ein halbes Jahr bis zu 2 Jahre wohnen. Danach sollen sie sich selbstständig Wohnungen suchen.

Eine Infoveranstaltung plant die Stadt für den 14. 2. in der Ludwig-Uhland-Realschule, Beginn ist um 18 Uhr.

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