Mehr Autonomie, viel mehr Geld: FWG und CDU Fröndenberg wollen Feuerwehr massiv stärken

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Einsatzfahrzeug mit Drehleiter der Feuerwehr Fröndenberg. (Archivbild RBU)
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Mindestens doppelt soviel Geld für die Feuerwehr ausgeben! Mehr Selbstständigkeit für die Wehr! Bessere Ausrüstung! Und Entlastung von Bagatelleinsätzen.

Konkret: Um die Beseitigung von Ölspuren o. ä. soll sich fortan der städtische Bauhof oder ein Fremdunternehmen kümmern.

In einem gemeinsamen Antrag fordern Freie Wählergemeinschaft (FWG) und CDU Fröndenberg eine nachhaltige Stärkung der Freiwilligenwehr. Eine Verdoppelung des Budgets (mindestens) ist nur ein Baustein von vielen.

In ihrem Antrag für die Ratssitzung am 21. Februar listen die beiden Fraktionen folgende Forderungen auf:

  • Das Budget für die Ausstattung der Wehr wird mindestens verdoppelt.
  • Der Leiter der Feuerwehr und seine Vertreter bekommen größere Autonomie bei der Beschaffung der Ausrüstung.
  • Die Stadt reagiert zeitnah – also zügig – auf Anträge und Beschlüsse, wie z.B. der Anschaffung eines Fahrzeugs und Lkw-Führerscheinen für Feuerwehrangehörige.
  • Die Aufwandsentschädigung der Freiwilligen wird „reformiert“ – sie sollen also mehr Geld bekommen.
  • Bagatellvorfälle (Ölspuren) übernimmt die Stadt und entlastet damit die Wehr.

Begründung:

„Derzeit engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Fröndenberg 275 Aktive und 60 Jugendliche in 14 Ortsteilen. Sie gewährleisten jetzt und in Zukunft den Zivilschutz unserer Bevölkerung, löschen Brände, retten Leben, leisten technische Hilfe und bergen Unfallopfer.

Ihnen gebührt unsere größte Hochachtung und Unterstützung! Wir sind dazu verpflichtet, den Frauen und Männern unserer Feuerwehr ein Optimum an Ausstattung und Versorgung auf schnellstem Wege zur Verfügung zu stellen.

Dazu gehört die zügige Anschaffung eines Einsatzfahrzeuges nach einem Ratsbeschluss. Die jeweilige Ausschreibung soll zeitnah erfolgen, damit nicht das Fahrzeug bei der Übergabe schon nicht mehr dem Stand der Technik entspricht oder sich inzwischen die gesetzlichen Vorgaben, z.B. zur Abgasnorm, geändert haben!

Ausrüstung wie Einsatzuniformen müssen immer auf dem neuesten Stand der Technik sein – für Atemschutzgeräteträger soll eine Ersatzuniform zur Verfügung stehen, während die eigentliche, gerade durch einen Einsatz kontaminierte, gereinigt wird.

Sämtliche Feuerwehrleute brauchen selbstredend mindestens ein Paar Einsatzhandschuhe und -stiefel.
Um dem aktuellen Bedarf an Ausrüstung und Versorgung Rechnung zu tragen, beantragen wir, den Verantwortlichen innerhalb der Feuerwehr zu ermöglichen, in Eigenregie Einsatzuniformen bestellen zu können und der Stadtverwaltung die entsprechenden Quittungen vorzulegen – sie können am ehesten ermessen, wer was braucht und könnten flexibel ohne monatelange Wartezeiten ihre Leute ausstatten.

Hinsichtlich der genannten Flexibilität für die Feuerwehr bitten wir darum, dass die Entscheidungshoheit möglich wird, sobald der Antrag im Ausschuss beraten und entschieden wurde. Dies würde auch zu einer bürokratischen Entlastung der Stadtverwaltung führen; eine gewinnbringende Situation für alle Seiten!

Des Weiteren beantragen wir, die Kleidung der Jugendfeuerwehr zu überprüfen und, je nach Zustand, für die Kinder und Jugendlichen passende und zeitgemäße Helme, Handschuhe, Stiefel, Hosen und Jacken zur Verfügung zu stellen. Bei gemeinsamen Treffen kreisweiter Jugendfeuerwehren sollen „unsere“ Kinder sich schon gefragt haben, warum andere adäquat ausgestattet werden, während die Fröndenberger Jugend teils in Jeans und viel zu großen Helmen teilnimmt.

Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass viele ältere Feuerwehrleute – noch im Besitz eines alten Pkw- und Lkw-Führerscheins „Klasse 2“ – ausscheiden und Jüngere nur noch Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen lenken dürfen. Um weiterhin eine volle Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehr zu gewährleisten, halten wir eine Zahl von fünf bis zehn Führerscheinen pro Jahr für unsere Wehr für unerlässlich.

Zur Entlastung unserer ehrenamtlichen Kräfte und zur Akzeptanz der jeweiligen Arbeitgeber sollten in Zukunft Bagatellvorfälle – wie z.B. Ölspuren – in städtischer Verantwortung liegen (Bauhof, externe Firmen etc.).

Wir beantragen weiter eine Neustrukturierung der bisherigen Praxis der Aufwandsentschädigungen: Für Einsätze, die sich über Stunden hinziehen, Brandschauen und Brandwachen, sollen die ehrenamtlichen Kräfte auch in ihrer Freizeit entsprechend gewürdigt und entschädigt werden. Als Beispiel dient die Stadt Hemer, die für ihre Kräfte Sockelbeträge und Einsatz-, Übungs- und Lehrgangspauschalen festgelegt hat.

In Hinsicht auf die Wichtigkeit einer einsatzfähigen, motivierten Feuerwehr, die wir für die Existenz einer Stadt für unabdingbar halten, beantragen wir, diese Punkte in den Haushaltsberatungen für das Jahr 2019 zu berücksichtigen. Wir wünschen, dass dieser Antrag in der Ratssitzung am 21.2. auf die Tagesordnung gesetzt und von dort an den entsprechenden Ausschuss verwiesen wird

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